Und was ist, wenn keine Gäste mehr kommen?

So ein Hausbau ist eine langfristige Investition. Wir rechnen damit, dass wir die Darlehen in 20 -30 Jahren zurückzahlen können. Oft werden wir gefragt: Was macht Ihr, wenn sich die wirtschaftlichen Verhältnisse verschlechtern, wenn der Klimawandel zuschlägt, und niemand mehr reisen kann? Was bedeutet das für die Re-Finanzierung?

Wir wissen nicht, wie sich die Gesellschaft weiterentwickelt. Wir gehen aber davon aus, dass gerade in Krisenzeiten unsere Bildungsarbeit noch wichtiger wird und weiterhin Menschen anziehen wird. Und sollte das irgendwann nicht mehr der Fall sein, gibt es auch Pläne, wie das Gebäude sonst genutzt werden könnte: Das Erdgeschoss bietet sich durch seine Rollstuhlgerechtigkeit an, für Pflegeunterkünfte genutzt zu werden. Auch bei uns werden Menschen pflegebedürftig, gibt es pflegebedürftige Familienmitglieder, für die wir derzeit in unsere Wohnhäusern immer wieder Platz schaffen. Der demografische Wandel unserer Gesellschaft wird auch vor Sieben Linden nicht halt machen.

Das Obergeschoss könnte mit geringen Umbaukosten in zwei Wohnungen aufgeteilt werden – und familiengerechter Wohnraum ist heißbegehrt in Sieben Linden. So würden die Baukosten auch ohne Seminarnutzung refinanziert werden können – auch wenn wir nicht davon ausgehen, dass dies je notwendig wird. Aber es ist immer besser, die Alternativen vorher bedacht zu haben und kleine architektonische Details zu bedenken, die einen potentiellen Umbau leichter machen.

Eva Stützel

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