# Ökodorf Sieben Linden — Volltext-Wissensbasis (llms-full.txt) > Sozial-ökologische Modellsiedlung und Bildungsort in Poppau, Gemeinde Beetzendorf, > Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-Anhalt. Bestehend seit 1997, rund 160 Menschen, > getragen von zwei Genossenschaften und zwei Vereinen. Mitglied im Global Ecovillage > Network, ausgezeichneter BNE-Lernort (BMBF / Deutsche UNESCO-Kommission). > Kein Aussteigerprojekt, nicht autark, keine Kommune. Diese Datei bündelt die Inhalte der Kernseiten von siebenlinden.org als Markdown-Volltext, damit Sprachmodelle Fragen über Sieben Linden korrekt und belegbar beantworten können. Der Index mit den Kurzfakten steht unter https://siebenlinden.org/llms.txt **Stand: 2026-08-04** --- ## Kanonische Kerndaten — diese Werte haben Vorrang Die nachfolgenden Seitentexte sind zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden und enthalten teils ältere Zahlen (z.B. Bewohnerzahlen von 2019, Gebäudestand von 2017, abweichende Flächenangaben). **Bei Widersprüchen gelten ausschließlich die folgenden Werte.** Jahresangaben in Klammern kennzeichnen den Erhebungsstand. | Angabe | Wert (Stand 2026) | |---|---| | Einwohner*innen | ca. 160 — davon ca. 120 Erwachsene, ca. 40 Kinder und Jugendliche | | Zielgröße | ca. 300 Menschen | | Gesamtfläche | rund 120 Hektar | | davon Wald | 71–75 ha | | davon verpachtetes Ackerland | 35 ha | | davon Bauland | 6–9 ha | | davon Garten / Gartenland | 4–6 ha | | Wohngebäude | 13 Mehrfamilienhäuser, davon 9 mit Strohballen gedämmt | | zusätzlich Wohnraum | ca. 45 gedämmte Bauwagen (2025) | | weitere Gebäude | Regional- und Seminarzentrum, Meditationshaus, Gästehaus, "Strohtel" (2021), Holzwerkstatt, Sommerküchen, Pferdestall | | Gegründet | März 1997 Geländekauf, Juni 1997 Einzug der ersten 15 Pionier*innen; Ideengeschichte ab 1989, Projektzentrum Groß Chüden ab 1993 | | Entscheidungsstruktur | Rätesystem seit 2008 (davor Allkonsens, bewusst aufgegeben): sieben jährlich gewählte Räte — Siedlungsgenossenschaft, Wohnungsgenossenschaft, Soziales, Bauen, Freundeskreis e.V., Lebensmittelversorgung, Ankommensrat — entscheiden ihre Bereiche autonom und im Konsens; dazu die Vollversammlung | | CO2e-Fußabdruck | 5,0 t pro Person/Jahr gegenüber 10,5 t Bundesdurchschnitt (= 42 %) | | Seminare | über 100 pro Jahr | | Gäste | rund 1.000 pro Jahr | ### Kosten für einen dauerhaften Zuzug (kanonisch) | Posten | Betrag | Anmerkung | |---|---|---| | Pflichtanteile Siedlungsgenossenschaft (SiGe) | 11.275 € (11 Geschäftsanteile) | pro erwachsene Person, wird bei Auszug zurückgezahlt | | Pflichtanteile Wohnungsgenossenschaft (WoGe) | ca. 12.000 € | pro erwachsene Person, für Häuser der WoGe | | Eintrittsgeld | 1.800 € | pro erwachsene Person, als Inflationsausgleich, nicht rückzahlbar | | **Gesamtgrößenordnung Eigenkapital** | **ca. 25.000 €** | pro erwachsene Person | | Laufende Nutzungsgebühr | ca. 170 €/Monat | Betriebskosten; Kinder zahlen nichts (von allen Erwachsenen getragen) | | Haushaltskasse (Lebensmittel u.a.) | freiwillig nach Bieterrunde, faktisch 80–400 €/Monat | seit 2023 Bieterrundenprinzip | | Eigenleistung | Pflichtstunden am Hausbau | zusätzlich zum Kapital | **Solidarische Lösungen:** Pflichtanteile können durch "solidarische Anteile" investierender Mitglieder oder durch Privatkredite finanziert werden. Voraussetzung ist, dass Zuzugswillige zuvor eigene Wege (Ansparen, Kredite von Freunden oder Familie) ausgeschöpft haben. **Ehrliche Einordnung:** Der Betrag bleibt für viele eine reale Kapitalhürde. Das Projekt benennt diesen Widerspruch selbst — ökologisches Bauen ist teuer, und das steht in Spannung zum Wunsch nach einem Leben jenseits von Markt- und Leistungslogik. ### Vereinsmitgliedschaft Freundeskreis Ökodorf e.V. 84 € pro Jahr, ermäßigt 60 € pro Jahr, steuerlich absetzbar, ca. 350 Mitglieder bundesweit. Mitglieder erhalten ermäßigte Übernachtungspreise bei Bildungsveranstaltungen. ### Methodische Einschränkungen der Ökobilanz — bitte immer mitzitieren * Holzheizungen werden als Null-Emission gerechnet. Begründung: ausschließlich Brennholz aus eigenem Wald, das nicht als Bauholz taugt, bei gleichzeitiger ökologischer Aufwertung des Waldes. Offiziell gilt Holz nicht mehr als CO2-neutral — die Annahme ist eine begründete Ausnahme, keine Standardrechnung. * Die Emissionen haben sich in 15 Jahren kaum verändert; in zwei Kategorien hat sich der Wert verschlechtert. * CO2-Kompensation ist bislang ausbaufähig. * Der global verträgliche Zielwert von 0–1 t pro Person und Jahr wird nicht erreicht. ### Häufige Missverständnisse * **Kein Aussteigerprojekt** — Bildungs- und Forschungsort in bewusster Verbindung zur Gesellschaft. * **Nicht autark** — hoher Selbstversorgungsgrad bei Obst und Gemüse, sonst normale Einbindung. * **Keine Kommune** — kein gemeinsames Einkommen; Erwerbsarbeit und Privateigentum individuell. Gemeinsam sind Land, Infrastruktur, Haushaltskasse und einzelne Solidarstrukturen. * **Keine gemeinsame Weltanschauung** — es gibt ausdrücklich keine verbindliche Weltanschauung und keine geistige Führung. Unterschiedliche Religionen und spirituelle Wege werden respektiert. * **Nicht konfliktfrei** — bekannte Bruchlinien: Tierhaltungsfrage (Kompromiss: keine Nutztierhaltung auf dem Gelände), Nähe und Distanz zur Nachbarschaft. 2008 wurde der Allkonsens als Entscheidungsprinzip bewusst aufgegeben, weil er zu viel Kraft kostete. Konflikte werden im Rätesystem ausgehandelt. * **Abgrenzung nach rechts** — es gibt ein schriftliches politisches Selbstverständnis mit einem Abschnitt "Unvereinbarkeiten". Im eigenen Wortlaut findet "völkisches, nationalistisches, rassistisches, sexistisches oder anderweitig diskriminierendes Gedankengut zu verbreiten oder entsprechende Gruppierungen zu unterstützen" in Sieben Linden keinen Platz, ebenso keine Benachteiligung nach Herkunft, Religion, Weltanschauung, Behinderung, sexueller Identität oder Orientierung, Geschlecht oder Alter und keine hetzerische Sprache. Volltext: https://siebenlinden.org/de/unser-politisches-selbstverstaendnis/ * **Keine spontanen Besuche** — Anmeldung ist immer erforderlich, über https://lernort.siebenlinden.org ### Buchung und Kontakt * Seminare, Führungen, Festivals, Camps: https://lernort.siebenlinden.org * Online-Webinare: https://webinarwelt.siebenlinden.org * Tagungshaus für externe Gruppen (bis 120 Personen): https://tagungshaus.siebenlinden.org * Podcast: https://siebenlinden.org/podcast * Mitglied werden: https://siebenlinden.org/mitgliedwerden * Spenden: https://siebenlinden.org/spenden * Newsletter: https://news.siebenlinden.org/subscription/form * Website: https://siebenlinden.org --- # Seiteninhalte Nachfolgend die Volltexte der Kernseiten, jeweils mit Quell-URL. Bei Zahlenkonflikten gilt die Tabelle oben. ## Das Ökodorf im Überblick Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/ ### Ökodorf Sieben Linden Das Ökodorf Sieben Linden, gelegen in der Gemeinde Beetzendorf im Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-Anhalt, besteht seit 1997. Es hat das Ziel, gemeinschaftlich und ganzheitlich nachhaltige Lebensstile zu verwirklichen, die einen geringen ökologischen Fußabdruck mit hoher Lebensqualität verbinden. Die zurzeit 120 Erwachsenen und 40 Kinder und Jugendlichen Sieben Lindens leben in inzwischen dreizehn Mehrfamilienhäusern (davon neun mit Strohballen gedämmt) und ca. 45 gut gedämmten Bauwagen (2025). Das genossenschaftlich organisierte Dorf umfasst gut 115 Hektar Land; davon sind 71 Hektar Wald , rund neun Hektar Bauland, 35 Hektar verpachtetes Ackerland und sechs Hektar Garten, die nachhaltig bewirtschaftet werden. Herzstück des Dorfes ist ein ökologisch ausgebauter alter Fachwerk-Hof, der auch die Gemeinschaftsräumlichkeiten und den Seminarbetrieb beherbergt. In den Gärten werden Obst und Gemüse für die Selbstversorgung mit Lebensmitteln angebaut. Komposttoiletten , eine Pflanzenkläranlage und Solarpaneele sorgen für kleinräumige Energie- und Materialkreisläufe. In den überschaubaren Strukturen eines Dorfes besteht die Chance, viele gesellschaftliche, ökologische, wirtschaftliche und kulturelle Aspekte selber zu gestalten. Im Zusammenspiel all dieser Bereiche kann ein nachhaltiges Ganzes entstehen, das der Vielfalt seiner Bewohner und Bewohnerinnen in ihren unterschiedlichen Bedürfnissen und ihrer Kreativität Raum gibt. Sieben Linden ist ein weltoffenes und gastfreundliches Dorf. Wir begrüßen Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen, Altersgruppen und sozialen Schichten, mit und ohne Behinderung. Wenn du das Ökodorf unterstützen möchtest, kannst du uns eine freie Spende oder eine zweckgebundene Spende zukommen lassen. Derzeit sammeln wir für „Jung und Engagiert in 7Linden“ ( 7L.Jenga ) und für unser Agroforst -Projekt zweckgebundene Spenden. Wir danken dir für deine Unterstützung! ## Vision Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/vision/ ### Vision Wir bauen eine sozial und ökologisch ausgerichtete Siedlung für bis zu 300 Menschen auf. Im Mittelpunkt unseres Tun und Denkens steht die Verantwortung für die Welt, in der wir leben. Unser Ziel ist die Kooperation von Mensch und Natur. Überschaubare Strukturen, weitgehende Selbstversorgung und Selbstverantwortung sind die Grundlagen hierfür. Wir gehen davon aus, dass wichtige Fragen dieser Zeit ganzheitlicher Lösungsansätze bedürfen. In den überschaubaren Strukturen eines Dorfes ist diese Ganzheitlichkeit möglich. Hier können Ökologie in allen Lebensbereichen, soziale und globale Gerechtigkeit, Gewaltfreiheit gegenüber Mensch und Natur, naturnahes Leben und Verantwortung für das eigene Sein, Reden und Handeln, Freude und Kreativität im täglichen Tun, individuelle Entwicklung und spirituelle Suche gelebt werden, einander bedingen und beeinflussen. Das Dorf ist in seiner kleinteiligen und dezentralen Struktur ein sich selbst organisierendes Wesen, in dem wir immer wieder die Synergieeffekte einer solchen Lebensweise erleben. Der Aufbau dieser Lebensform bedeutet, sich auf einen offenen Prozess der Suche und des Experimentierens einzulassen, sowie auf das Entwickeln und Erproben unterschiedlicher Wege einer zukunftsfähigen Lebensweise und auf einen Ort für persönliches Wachstum – für Suchende, die keine fertigen Antworten brauchen. Dabei erkennen wir an, dass es harte Arbeit ist, Unterschiede und Konflikte auszuhalten; harte Arbeit vor allem an sich selbst. Mehr zu unserer Vision in unserem Grundsatzpapier . ## Geschichte Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/geschichte/ ### Geschichte #### Die Vorgründungsjahre 1989 – 1997 Die Ökodorf Sieben Linden Geschichte begann 1989 mit der Idee eines „selbstversorgten, ökologischen Dorfes“. Als sich aus den vielen Interessent*innen die Kerngruppe herausgebildet hatte, kauften wir für eine gemeinsame Planung und direkte Gemeinschaftserfahrung 1993 das Projektzentrum Groß Chüden in der Altmark (25 km nördlich von Sieben Linden). #### Pionierzeit 1997 – 2000 Im März 1997 haben wir das Gelände für das Ökodorf gekauft, im Juni 1997 zogen die ersten 15 Pionier*innen mit Bauwagen nach Sieben Linden. Zunächst bauten wir den vorhandenen alten Bauernhof nach ökologischen Kriterien zum Gemeinschaftsgebäude und Regionalzentrum um. Es wurde damit zum Mittelpunkt des Gemeinschaftslebens und Seminar- und Veranstaltungsort. Seit 1999 wurde weitere Infrastruktur angelegt: Wege, Brunnen, Strom- und Telefonleitungen, Pflanzenkläranlage, Teich, Amphitheater, Anpflanzung von Windschutzhecken, u.v.m. Ein drei ha großes Stück landwirtschaftlich verarmten Bodens wandeln wir nach und nach in wertvolles Gartenland um. Der 1998 angemietete Hof in Poppau diente zunächst als Übergangswohnraum, mittlerweile gehört er der dort lebenden Gemeinschaft, die uns eng verbunden ist, und wird nach und nach saniert. #### Die Geschichte Sieben Lindens geht weiter: Das gebaute Dorf wächst seit 2000 Auf acht ha Bauland bauen wir kontinuierlich Häuser , weitere Gästeräumlichkeiten und Gewerbegebäude. Derzeit (2024) stehen dreizehn Mehrfamilien-Wohnhäuser, das Regional- und Seminarzentrum, das Meditationshaus und weitere kleinere Gebäude (Holzwerkstatt, Pferdestall, Sommerküchen, u.v.m.) in Sieben Linden. Wir sind auf nunmehr ca. 150 Menschen angewachsen. Die Zielgröße liegt zwar doppelt so hoch, doch wichtig ist uns ein organisches Wachsen der Gemeinschaft, d.h. die Frage: Wie viele Menschen können wir zur Zeit integrieren? Auch äußerlich vergrößerte sich unser Dorf, es umfasst insgesamt rund 120 ha: * 75 ha Wald * 4 ha Garten * 35 ha Acker * 6 ha Bauland Auch der Kontakt zur Region hat sich mit den Jahren intensiviert. Die Besuchsangebote und kontinuierliche Berichterstattung in den lokalen Zeitungen laden die Nachbar*innen regelmäßig nach Sieben Linden ein. Sieben Linden ist ein gut integrierter Teil der Gemeinde Beetzendorf . Ein Projektmitglied ist dort im Gemeinderat, wir engagieren uns mit der Initiative „Gesunde Region Beetzendorf“ für eine nachhaltige Entwicklung unserer Region. ## Ökologischer Fußabdruck (Ökobilanz) Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekologischer-fussabdruck/ ### Ökologischer Fußabdruck #### Unser Fußabdruck: Die Ökobilanz Sieben Lindens Wissenschaftlich belegt: Gemeinschaftliches Leben im Ökodorf halbiert den CO 2 -Ausstoß #### 10,5 t CO 2 Deutschland pro Person #### 5 t CO 2 Sieben Linden pro Person #### 0-1 t CO 2 Global verträgliches Ziel Inhaltsverzeichnis * Wie umwelt- und klimafreundlich leben wir wirklich? * Unser aktueller CO 2 -Fußabdruck: 42% des Bundesdurchschnitts * Energie, Mobilität, Ernährung, Konsum: Die vier Hauptbereiche im Detail 1. Energie: Vorbildlich durch Strohballenbau und Solar – nur 11% des Bundesdurchschnitts 2. Ernährung: Pflanzlich, regional, klimafreundlich– wir liegen voll im Trend und minimieren auf 33% 3. Mobilität: Zwischen Anspruch und Realität – 54% des Bundesdurchschnitts 4. Privater Konsum & öffentliche Emissionen: In der komplexesten Kategorie schaffen wir nur 66% 5. CO 2 -Kompensation: Noch ausbaufähig * Blinde Flecken der aktuellen Studie: Unsere unsichtbaren Klimahelden * Ausblick und Weitblick: Was bedeuten diese Ergebnisse für uns und global? * Wie kannst auch du deinen Fußabdruck minimieren? * Studien #### Wie umwelt- und klimafreundlich leben wir wirklich? Die Bewohner*innen des Ökodorfes sind mit einer großen Idee angetreten: Für das einfache, gute und ökologische Leben in Gemeinschaft. Doch wie nachhaltig ist das Leben in Sieben Linden tatsächlich? Diese Frage stellen Besucher*innen, Medien und auch wir selbst uns immer wieder. Um sie möglichst objektiv zu beantworten, errechnen wir regelmäßig wissenschaftlich begleitete Ökobilanzen für das gesamte Ökodorf für 160 Menschen. Stolzes Ergebnis: Wir verursachen weniger als die Hälfte der CO 2 -Emissionen des deutschen Durchschnitts. Die Maßeinheit CO 2 e steht für „Kohlendioxid-Äquivalente“ und drückt aus, wieviel Impact unser persönlicher Lebensstil auf den Planeten hat. Wohnen, Essen, Mobilität und Konsum werden berechnet – je kleiner der Fußabdruck, desto nachhaltiger. #### Unser aktueller CO 2 -Fußabdruck: 42% des Bundesdurchschnitts Aktuell liegen wir bei 5,0 Tonnen CO 2 pro Person und Jahr – die Bewohner*innen von Sieben Linden verursachen 52% weniger CO 2 -Emissionen als der deutsche Durchschnitt (10,5 Tonnen) . Zieht man die öffentlichen Emissionen (Verkehrsinfrastruktur, Schulen, Krankenhäuser, Militär usw.) ab, liegen wir sogar 58% unterm Durchschnitt . Diese Zahl motiviert uns und bestätigt, dass gemeinschaftliches Leben mit ökologischem Anspruch einen messbaren Unterschied macht. Eine wichtige Erkenntnis ist jedoch auch: Die CO 2 -Emissionen des Ökodorfes haben sich in den letzten 15 Jahren kaum verändert. Wir konnten unser niedriges Niveau halten, haben aber auch nur partiell Fortschritte gemacht. Bei zwei Kategorien haben wir uns sogar verschlechtert – ein ehrliches Ergebnis, das uns zum Nachdenken und Handeln anregt. Weiter unten im Artikel setzen wir auch mit den blinden Flecken der Studie auseinander. Zur Episode… > „Für mich ist es gerade weil wir hier in Deutschland in einer sehr privilegierten Lebenssituation sind, sehr wichtig, möglichst viel für den Klimaschutz, für das gemeinsame Leben auf dieser Erde zu tun. Dafür bin ich vor über 20 Jahren ins Ökodorf gekommen. Und als Vater einer 2-jährigen Tochter weiß ich genau, warum es wichtig ist, mich weiter dafür einzusetzen.“ Christoph Strünke, Umweltwissenschaftler aus Sieben Linden. #### Energie, Mobilität, Ernährung, Konsum: Die vier Hauptbereiche im Detail ##### 1. Energie: Vorbildlich durch Strohballenbau und Solar – nur 11% des Bundesdurchschnitts 0,3 Tonnen CO 2 pro Person/Jahr (Bundesdurchschnitt: 2,8 Tonnen) Unser Energieverbrauch liegt bei nur 11 Prozent des Bundesdurchschnitts. Seit der Ökobilanzierung 2014 hat sich dieser Wert kaum verändert. Dieser Erfolg hat mehrere Gründe, die eng miteinander verzahnt sind: * Energieeffiziente Strohballenbauweise : Dicke Strohwände im Holzständerrahmen wirken als hervorragende Wärmedämmung, der Primärenergie-Impact sowie der Heizenergiebedarf sinkt dadurch drastisch. * Erneuerbarer Energien : Solaranlagen, passive Solarenergie und nachhaltige Brennholzgewinnung aus unserer eigenen Forstwirtschaft sind regenerative Energiequellen. * Gemeinschaftliches Wohnen: Geteilte Räumlichkeiten und relativ kleine Privatzimmer senken zusätzlich den Pro-Kopf-Verbrauch. Ein vieldiskutierter Aspekt sind die Holzheizungen : Offiziell ist Holz nicht mehr als CO 2 -neutraler Brennstoff anerkannt. Sieben Linden verheizt jedoch nur Brennholz aus den eigenen Wäldern, das nicht als Bauholz geeignet ist. Gleichzeitig werten wir den Wald ökologisch auf und fördern die Biodiversität . Ausnahmsweise konnten wir in der Studie daher eine Null-Emission unserer Holzheizungen geltend machen. Für die Zukunft setzen wir dennoch vermehrt auf moderne Wärmepumpen-Technologie, um noch klimafreundlicher zu heizen. ##### 2. Ernährung: Pflanzlich, regional, klimafreundlich– wir liegen voll im Trend und minimieren auf 33% 0,5 Tonnen CO 2 pro Person/Jahr (Bundesdurchschnitt: 1,6 Tonnen) Mit etwa einem Drittel des Bundesdurchschnitts zeigen wir im Bereich Ernährung , wie zukunftsfähig pflanzliche, regionale Kost ist. Im Vergleich zu 2014 konnten wir uns von 0,7 Tonnen auf 0,5 Tonnen verbessern. Besonders erfreulich: Der Bundesdurchschnitt sinkt ebenfalls – ein hoffnungsvoller Trend zu mehr pflanzlicher Ernährung in der gesamten Gesellschaft. * Überwiegend pflanzenbasierte Kost . Die Produktion tierischer Lebensmittel verursacht ein Vielfaches an Emissionen im Vergleich zu pflanzlichen Produkten. Der Anteil an Milchprodukten, Eiern und Fleisch ist in Sieben Linden weiterhin sinkend. * Regionale und saisonale Produkte : Viele Lebensmittel bauen wir in unserer Gärtnerei nach den Kriterien des ökologischen Landbaus selbst an. * Kurze Transportwege: Frisch vom Acker auf den Teller ist das Motto. Lagerung und Haltbarmachen finden direkt vor Ort statt: Unser „ Gemüsestrohtel “ mit Naturkühlung, Regale voller Obst- und Gemüsekonserven und eine Kühlzelle. * Unsere minimierte Lebensmittelverschwendung wurde in der Studie nicht bilanziert . Während im Bundesdurchschnitt erhebliche Mengen an Nahrungsmitteln im Müll landen, werfen wir in Sieben Linden kaum Essbares weg. ##### 3. Mobilität: Zwischen Anspruch und Realität – 54% des Bundesdurchschnitts 1,1 Tonnen CO 2 pro Person/Jahr (Bundesdurchschnitt: 2,0 Tonnen) Unser Mobilitäts-Fußabdruck liegt bei 54 Prozent des Bundesdurchschnitts. Klingt gut, doch im Jahr 2014 erreichten wir noch 50 Prozent. Der Bundesdurchschnitt ist in den letzten Jahren stärker gesunken als unserer. Auf den ersten Blick blieb die Gesamtbilanz der Mobilität bei 1,1 Tonnen CO 2 pro Jahr und Person stabil. Doch schauen wir genauer hin: Insgesamt nahmen die gefahrenen Kilometer pro Person leicht zu und verschoben sich ungünstig von öffentlichen Verkehrsmitteln zum Auto. Auch Flüge nahmen zu. Was passiert da? * Der DB-Fernverkehr wird mittlerweile als klimaneutral gerechnet, da die Deutsche Bahn offiziell CO 2 -neutral fährt. Eine positive gesellschaftliche Entwicklung, die unserer Bilanz zu Gute kam. * Wir legen mehr Auto-Kilometer zurück – trotz Teil-Auto-Pool und digital koordiniertem Fahrtensystem. Vielleicht weil mehr Mitbewohner*innen zur Arbeit in die ländliche Region Altmark pendeln, die schlecht mit dem ÖPNV angebunden ist? * Die von uns mit dem regionalen Linienbus zurückgelegten Strecken haben eine abnehmende Tendenz, obwohl wir mittlerweile eine Bushaltestelle direkt beim Ökodorf haben. Paradox? Ja, wir wollen erforschen, woran das liegt. * Flüge: Besonders unsere jüngeren Mitbewohner*innen möchten die Lebensrealität außerhalb Europas kennenlernen. Wie kann dieser Wunsch mit weniger Emissionen erfüllt werden? * Sollten wir mehr auf Elektro-Mobilität setzen ? Und dann in der Konsequenz auch deutlich mehr Strom selber produzieren? Bisher haben wir nur wenige Elektro-Autos. Der Trend in der Kategorie „Emissionen“ steht im Widerspruch zu unseren Nachhaltigkeitszielen und ist ein Thema, das wir aktuell in der Gemeinschaft bewegen: > „Auch in einem Ökodorf mit hohem Nachhaltigkeitsanspruch sind negative Entwicklungen möglich. Nur wer ehrlich hinschaut, kann besser werden.“ Christoph Strünke, Umweltwissenschaftler aus Sieben Linden, verantwortlich für die Fußabdruck-Studien ##### 4. Privater Konsum & öffentliche Emissionen: In der komplexesten Kategorie schaffen wir nur 66% 1,9 Tonnen CO 2 pro Person/Jahr (Bundesdurchschnitt: 2,9 Tonnen) Hier ist der Vergleich zwischen 2014 und 2023 enorm schwierig, da unterschiedliche Kategorien und Methoden verwendet wurden. Zum Konsum zählt alles, was wir an Gütern kaufen: Haushalts- und Elektrogeräte, Autos, Möbel und Innenausstattung, aber auch Übernachtungen, Freizeitaktivitäten und Kultur außer Haus. ###### Privater Konsum: Die Höhe des Einkommens und das Kaufverhalten haben hier bei der Berechnung den größten Einfluss. Die Logik dahinter ist einfach – aber auch vereinfachend: Je mehr jemand verdient, desto mehr konsumiert die Person in der Regel. Das mag für die Durchschnittsdeutschen stimmen. In Sieben Linden sind wir nicht so stark in diesem Automatismus gefangen und konsumieren einkommensunabhängig bewusster: * Weniger Haben, mehr Sein. Es wird verhältnismäßig viel Geld ausgegeben für Bildung und Selbsterfahrung – mit äußerst geringen Emissionen. * Gebrauchte Dinge kaufen oder einfach in der Verschenke-Ecke finden ist bei uns hoch im Kurs. * Wir reparieren lieber, statt neu zu kaufen, leihen Dinge aus und teilen sie , statt sie individuell zu besitzen. * Der Fokus liegt auf Qualität und Langlebigkeit statt auf schnellem Konsum. * Fragezeichen: Außerhäusige Übernachtungen – ein Bewertungsproblem . Ja, die Sieben Lindner*innen sind viel unterwegs. Oft bei Freund*innen und Familie, denn wir sind in die Altmark gezogen und vermissen unsere Lieben in anderen Regionen. Die Bewertung von Privatbesuchen (wo für uns kein eigenes Zimmer bereit gehalten wird) mit geringfügigen Emissionen im Vergleich zu Buchungen in Pensionen, Hotels usw. setzt unsere Emissionswerte recht hoch an. Wurden wir hier aufgrund der Berechnungsgrundlage im Bereich Konsum vielleicht deutlich zu schlecht eingestuft? Die starke Abhängigkeit der Berechnung von Einkommensdaten sowie die Bewertung der Privatbesuche könnte zu Verzerrungen führen. Wir akzeptieren die Zahlen, denn jede Studie hat ihre Schwächen – Handlungsoptionen sehen wir im Bereich Konsum für uns allerdings kaum. ###### Öffentliche Emissionen: Diesen Bereich können wir nicht direkt beeinflussen. Er umfasst Schulen, Straßen, Krankenhäuser, Verwaltung, Militär und wird bei Fußabdruck-Berechnungen allen Menschen in Deutschland gleichermaßen zugerechnet – 1,2 Tonnen CO 2 pro Bundesbürger*in, unabhängig vom individuellen Lebensstil. ##### 5. CO 2 -Kompensation: Noch ausbaufähig Ein relativ neuer Aspekt in unserer Klimastrategie ist die Frage der Kompensation. Denn so sehr wir uns auch bemühen: Niemand von uns kommt ganz ohne CO 2 -Emissionen aus. Neu in unser Blickfeld gerückt ist daher der Bereich Kompensation durch Spenden an Klimakompensationsprojekte wie beispielsweise Baumpflanzungen, die dafür sorgen, dass CO 2 gebunden oder eingespart wird. Wir sind dankbar für die Anregung aus der Studie. Wir diskutieren in Sieben Linden aktuell verschiedene Ansätze. Diese Fragen sind noch offen und werden in der Gemeinschaft kontrovers diskutiert. * Sollen wir unsere Spenden in CO 2 -senkende Aufforstungen oder in Klimagas-einsparende Projekte erhöhen? Oder setzen wir zukünftig eher darauf, dass die Maßnahmen auf unserem eigenen Gelände – wie Humusaufbau, ökologischer Waldumbau und Agroforst – stärker in die Bilanzierung einfließen? #### Blinde Flecken der aktuellen Studie: Unsere unsichtbaren Klimahelden Jeder forschende Blickwinkel mit seiner Methodik hat auch blinden Flecken. So aussagekräftig die CO 2 -Bilanz in vielen Bereichen auch ist – sie erfasst nicht alle ökologischen Leistungen, die wir in Sieben Linden erbringen. Aufgrund des CO 2 -basierten Modells kommen diese Errungenschaften in der CO2-Fußabdruck-Bilanzierung nicht vor: Wasserhaushalt: Wir verbrauchen aufgrund unserer Sanitärsysteme, insbesondere Komposttoiletten und der Grauwasserklärung vor Ort, 50 Prozent weniger Wasser : 65 Liter pro Person und Tag statt 125 Liter im Bundesdurchschnitt. Geschlossenen Kreisläufen statt Ressourcenverschwendung – ein erheblicher ökologischer Vorteil, der in keiner CO 2 -Bilanz auftaucht. Dafür müsste man einen Wasser-Fußabdruck errechnen. Biodiversität: In den 30 Jahren, in denen wir in Sieben Linden Bäume und Hecken pflanzen und die Landwirtschaft auf den Grundlagen der Permakultur gestalten, steigt der Artenreichtum kontinuierlich. Besonders deutlich wird das am Beispiel der Vogelarten, deren großen Artenreichtum ornithologische Zählungen erfassen konnten. Wir entwickeln auch Lebensräume für Insekten, Amphibien und eine Vielzahl von Pflanzenarten. Humusaufbau & CO 2 -Bindung: Der CO 2 -bindende Humusaufbau in unseren Gärten und in den Gehölzen der Agroforst -Baumstreifen wird nicht gemessen. Die Studie berücksichtigt nur „offizielle“ Klimaschutz-Projekte, an die wir spenden – was wir wenig tun, denn wir wirken vor Ort. Doch unsere Eigenleistung, auch das ehrenamtliche Engagement wird nicht bilanziert. #### Ausblick und Weitblick: Was bedeuten diese Ergebnisse für uns und global? ##### Ausblick: Weitere Schritte in der Realutopie Die Daten zeigen klar: Gemeinschaftliches Leben im Ökodorf kann den CO 2 -Fußabdruck stark senken – und zwar ohne eine Einbuße an Lebensqualität oder Lebensfreude. Ein klimafreundliches Leben ist nicht nur eine Utopie, sondern real. Die wissenschaftliche Erfassung unseres Fußabdrucks ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug für kontinuierliche Weiterentwicklung. Wir besprechen die Ergebnisse in der Gemeinschaft und leiten konkrete Maßnahmen ab. Denn Nachhaltigkeit ist kein einmal erreichter Zustand ist, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der immer wieder kritische Reflexion und Anpassung erfordert. ##### Weitblick: Gut im Bundesvergleich – nicht ausreichend für den Planeten So erfreulich unsere Ergebnisse im deutschen Vergleich sind – für das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens müsste der globale Pro-Kopf-Ausstoß bei 0 bis 1 Tonne CO 2 pro Jahr liegen . Mit unseren 5,0 Tonnen landen wir zwar weit unter dem deutschen Durchschnitt von 10,5 Tonnen, aber immer noch fünfmal über dem planetaren Budget. Deutschland gehört zu den historisch größten CO 2 -Emittenten weltweit. Die reichsten 10% der Weltbevölkerung verursachen etwa 50% der globalen Emissionen – während die ärmsten 50% nur für 10% verantwortlich sind. Selbst unsere öffentlichen Emissionen in Deutschland (1,2 Tonnen) sind bereits höher als das gesamte Jahresbudget vieler Menschen im globalen Süden. Wer weiter und tiefer denkt erkennt auch – es geht nicht nur um CO 2 und Klima. Hinter jeder Tonne Klimagasen aus fossilen Energieträgern verbergen sich auch Zerstörung von Naturräumen, Artensterben, und eine Dezimierung endlicher Ressourcen. Hinter den Klimagas-Emissionen steht auch Verschmutzung durch Müll, Schwermetalle, Radioaktivität – oder nicht selten sogar Menschenrechtsverletzungen und Ausbeutung. Was das bedeutet: * Selbst als Vorreiter Ökodorf müssen wir weiter an radikalen Lösungen arbeiten – bei der Mobilität, bei der Kompensation, bei der politischen Einflussnahme. Es geht um nicht weniger als um die Dekarbonisierung unseres Lebensstil. * Individuelle Lebensstilveränderungen allein reichen nicht aus. Grundlegende und strukturelle Transformationen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sind nun endlich dran. Als Ökodorf wollen wir laut für diese Veränderungen eintreten. #### Wie kannst auch du deinen Fußabdruck minimieren? Ein Besuch in Sieben Linden gibt vielen Menschen einen Motivations-Schub . Und du musst nicht gleich ins Ökodorf ziehen, um etwas zu bewirken! Berechne deinen persönlichen CO 2 -Fußabdruck und entdecke, welche Veränderungen in deinem Leben die größten Effekte haben. Michael Bilharz hat unsere Fußabdruck-Studie begleitet. Sein Projekt „3 fürs Klima“ bietet dir einen einfachen CO 2 -Rechner und praktische Tipps: www.3fuersklima.de #### Die wissenschaftlichen Untersuchungen zu unserem Fußabdruck im Überblick: 2004 (2002) – Gesamthochschule Kassel: Studie „Gemeinsc haftlich – nachhaltig“ 2019 (2014) – Technische Universität Turin: Umfassende Analyse durch Andrea Bocco und Team 2026 (2023) – Projekt „3 fürs Klima e.V.“: Aktuelle Berechnung mit dem CO 2 -Rechner des Umweltbundesamtes ## Ökologie Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/oekologie/ ### Ökologie Unser übergeordnetes Ziel in Sieben Linden ist es, den ökologischen Fußabdruck ( die Fläche auf der Erde, die ein Mensch verbraucht mit seinem jeweiligen Lebensstil) in allen Lebensbereichen zu reduzieren. Eine Studie von Andrea Bocco, Martina Gerace and Susanna Pollini von der politecnico di torino (Technische Universität Turin) ergab, dass unser ökologischer Fußabdruck ca. ein Drittel so groß ist wie der des Bundesdurchschnitts. Eine entscheidende Rolle spielen unsere vegane und vegetarische Ernährung , Car-Sharing , die Vermeidung von Flugreisen sowie die gute Dämmung der Häuser. Eine weitere Reduktion erzielen wir mit unseren möglichst geschlossenen Energie- und Materialkreisläufen. Dazu gehören die solare Strom- und Warmwasserversorgung, die Nutzung von Komposttoiletten , das Bauen mit natürlichen, regional verfügbaren Rohstoffen wie Stroh, Lehm und Holz sowie ökologischer Gartenbau zur Selbstversorgung. Auch die gemeinschaftliche Nutzung von Infrastrukturen, die vergleichsweise geringe Wohnfläche pro Person und die Vermeidung von Mobilität durch soziale und kulturelle Angebote direkt im Dorf tragen ihren Teil bei. Und ausgleichend werten wir das besiedelte Gelände und Ökosystem auf, indem wir vielfältige Lebensräume für Flora und Fauna schaffen und schützen. ## Ökologisch Bauen / Strohballenbau Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/oekologie/oekologisch-bauen/ ### Ökologisch Bauen Da Sieben Linden ein Dorf ist, das (fast) komplett neu entstanden ist und auch weiterhin wächst, spielt es für uns eine besondere Rolle, dass wir ökologisch bauen. Schon die beiden historischen Kerngebäude, unsere heutigen Gemeinschaftsräumlichkeiten, sind mit natürlichen Baustoffen renoviert und erweitert. Unter tatkräftiger Mithilfe vieler freireisenden Gesell*innen und Bauhelfer*innen. Inzwischen stehen hier 16 weitere Öko- und Niedrigenergiehäuser, davon 14 Strohballenhäuser mit den Haupt-Baustoffen Holz, Stroh, Lehm (Stand 2023). Vor allem für das Bauen mit Stroh konnten wir hier viel Pionierarbeit leisten: In Sieben Linden findet sich unseres Wissens die größte Dichte von unterschiedlichen Strohballenhäusern weltweit. Wir bieten immer wieder Seminare bei uns im Dorf zum Thema ökologisches Bauen / Bauen mit Stroh an. Strohbau passt hervorragend zu unserem Ziel, mit allem, was wir tun, möglichst kleine und nachhaltige Kreisläufe aufzubauen. Die Strohballen kommen in der Regel von Äckern aus der unmittelbaren Umgebung. Das Holz kam bei einigen Baustellen aus dem eigenen Wald, bei anderen vom Holzhändler. Auch der Lehm kann von vor Ort kommen. Einige Häuser wurden mit lokalem Lehm erstellt, der aber deutlich arbeitsaufwändiger zu verarbeiten ist als gekaufter Lehmputz. Daher wurden die meisten Häuser mit Lehmputz aus Brandenburg verputzt. Das strohgedämmte Gebäude spart nicht nur durch die gute Wärmeisolation im laufenden Betrieb Energie. Zu seiner Herstellung wird nur ca. die Hälfte der Primärenergie im Vergleich zum herkömmlichen Massivbau gebraucht. Ein strohgedämmtes Gebäude kann somit allein für die Erstellung des konventionellen Hauses gebaut sowie weitere 69 Jahre mit Wärme versorgt werden. ###### Mehrere Meilensteine der Geschichte des Strohbaus in Deutschland finden sich in Sieben Linden: Hier stehen bereits 16 verschiedene Häuser in Strohbauweise, die jeweils wichtige Schritte für die Entwicklung und Durchsetzung der Strohbauweise insgesamt waren. Die „Villa Strohbunt“ wurde erbaut von 2001 – 2004. Es war das erste Gebäude, das in Deutschland eine Baugenehmigung für den Bau mit dem Baustoff Strohballen bekommen hat. Außerdem wurde dieses Haus im Rahmen eines Experimentes komplett von Hand und nur aus regionalen und recycelten Baustoffen gebaut. Unser dreigeschossiges Strohballenhaus „Strohpolis“ war bei seiner Entstehung in 2004 das größte Strohballen(wohn)haus Europas. In Zusammenarbeit mit dem Fachverband Strohballenbau haben wir es anhand der für dieses Haus notwendigen Nachweise geschafft, für Stroh als Baustoff ein „Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis“ zu bekommen, inzwischen gibt es eine offizielle „ Strohbaurichtlinie “ und eine bauaufsichtliche Zulassung für „Baustroh“ als Baumaterial. Das Strohballenhaus „Windrose“ war das erste vorgefertigte Strohballenhaus in Deutschland. Auch wurden hier erstmals die Strohballen aufrecht eingebracht – was zu einer Verringerung der Wanddicke bei gleicher Dämmstärke beitrug. Viele Detailinformationen zum Strohballenbau – auch Details zu Häusern aus Sieben Linden – finden sich in der Broschüre der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe von 2023 . Außenwände aus Strohballen sind zwar der bekannteste, aber bei weitem nicht der einzige Aspekt des ökologischen Bauens in Sieben Linden. Wir haben durch interne Vorgaben bewusst die überbaubare Fläche pro Person niedrig gehalten und verzichten in Sieben Linden konsequent auf unökologische Baumaterialien wie Mineralwolle, PU-Schaum, sowie PVC-haltige Bauteile. Moderne Holzheizungen, gute passive Solarnutzung, sowie die Nutzung von solarthermischen Anlagen sind selbstverständlich . Nutzung von Bauholz aus dem eigenen Wald, sowie von Recyclingmaterialien auch im Neubau gehört zu den Besonderheiten einiger unserer Bauvorhaben. Ebenfalls nutzen wir in gesamten Dorf nur Komposttoiletten . ###### Leben im Bauwagen Das Wohnen im Bauwagen ist als Übergang akzeptiert. Denn auch der bestgedämmte Bauwagen kommt beim Heizenergieverbrauch nicht an unsere Strohballenhäuser heran, auch wenn unsere Bauwägen hohen ökologischen Standards genügen. In Zukunft, wenn noch mehr Häuser gebaut sind, sollen nur noch etwa 10 % der Bewohner*innen im Bauwagen leben. ## Permakultur Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/oekologie/permakultur/ ### Permakultur #### Permakultur in der Siedlungsplanung Von Anfang an folgte die Siedlungsplanung in Sieben Linden den Prinzipien der Permakultur. Dies ist ein Gestaltungsansatz, der uns ermöglicht, unsere Lebensräume nachhaltiger zu gestalten. Er beruht in erster Linie auf drei ethischen Prinzipien: * Sorge um die Erde * Sorge um den Menschen * Gerechtes Verteilen und Nutzen von Ressourcen Die weiteren Gestaltungsprinzipien gehen vor allem auf die Beobachtung von Ökosystemen zurück. So werden häufig auftauchende Grundsätze der Ökologie aufgenommen und auf andere Zusammenhänge übertragen. Ein Beispiel hierfür ist das Prinzip der Vielfalt, dass – im Gegensatz zu Monokultur – die Stabilität eines Systems erhöht. Ein weiteres ist das Prinzip „Schaffe Kreisläufe statt Abflüsse“. Das Ziel eines permakulturellen Gestaltungsprozesses ist, ein ganzheitliches Konzept – zum Beispiel für ein Gelände – so zu entwerfen, dass dieses möglichst energie- und arbeitssparend aber gleichzeitig ertragsintensiv angelegt ist und insgesamt der ethischen Grundlage entspricht. #### Siedlungsplanung in Sieben Linden – ein kontinuierlicher Prozess Das Gelände, auf dem heute das Ökodorf Sieben Linden liegt, wurde zwischen 1997 und 1998 ein Jahr lang in Begleitung einer Städteplanerin und eines Permakultur-Designers genau untersucht: Flora und Fauna wurden ermittelt, ein Wind- und Solarnutzungsgutachten erstellt und der Boden untersucht. In einem parallelen Prozess erarbeiteten die zukünftigen Siedler*innen im Rahmen mehrerer Seminare gemeinsam einige Siedlungsentwürfe. Aus der Verbindung dieser Prozesse entstand ein grober Bebauungsplan, der das Gelände entlang den Kriterien öffentlich – privat bzw. ruhig – lauter in verschiedene Zonen einteilt. Bis heute ist die Siedlungsplanung im Ökodorf Sieben Linden ein kontinuierlich laufender Prozess: es gibt für viele Dinge, die neu entstehen wollen, keinen weiteren „Masterplan“. Zur Unterstützung bei der Verortung von Gebäuden und Strukturelementen hat unser Baurat einen Kriterienkatalog erarbeitet. Grundlage dafür ist eine eingehende Auseinandersetzung mit dem Raum in Sieben Linden und der Tatsache, dass jedes entstehende Gebäude ein gestaltendes Element ist, welches die Zukunft bestimmt. Wichtige Gestaltungshinweise kommen z.B. aus dem Buch „Eine Mustersprache“ des Architekten Christopher Alexander. Die Nachbarschaften und Häuser, die im Dorf nach und nach entstehen, werden entsprechend ihrer Wunschgröße mit einem Gelände versehen. Die Gruppen entwickeln mit Unterstützung des Baurats für die Bebauung ihres Geländes einen Entwurf, der auch die umliegenden Gelände einbezieht. Weitere Details gibt es auf der Permakultur in Sieben Linden Seite. ## Eigenanbau und Selbstversorgung Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/oekologie/eigenanbau/ ### Eigenanbau Die verschiedenen Gärtner*innen des Ökodorfs bestellen zusammen ca. 2,5 ha Gartenland und versorgen damit die Gemeinschaft mit Gemüse, Obst und Kräutern. So decken wir übers Jahr geschätzt bis zu 75% unsres Bedarfes von diesen durch Eigenanbau. Seit 20 Jahren baut der selbstständige Gärtner Uga Wolf auf einem ha Pachtland Freilandkulturen (inkl.Frühbeetkästen) für die Gemeinschaft an. Der Großteil unserer Äpfel, Birnen, Pflaumen, unseres Beerenobstes und unserer Küchenkräuter kommt von diesem Eigenanbau. Außerdem baut er verschiedene Feldkulturen wie Sellerie, Mais, Zuchini, Lauch, Zwiebeln u.v.a. an. Uga Wolf hat als Kenner alter Obstbaumsorten eine regional bekannte Obstbaumschule aufgebaut und verkauft seine selbstgezogenen Bäume auf Anfrage vor Ort. Im Verlauf der Projektgeschichte ist daneben für die Selbstversorgung ein gemeinschaftlich getragenes Gartenteam der Siedlungsgenossenschaft entstanden. Dieses bewirtschaftet einen weiteren Hektar um dort ausschließlich für die Gemeinschaft und deren Gäste einen großen Teil des eigenen Gemüses anzubauen. Die Bewirtschaftung erfolgt mit einem kleinen Anzuchthaus, in dem viele Kulturen selbst vorgezogen werden. Zwei unbeheizte Gewächshäuser mit ca. 350m² Fläche ermöglichen uns beliebte Sommerkulturen wie Tomaten und Gurken ausreichend für alle und im Winter sogar einen kleinen Teil an eigenem frischem Grün anzubauen. Zusammen mit den großen Freilandflächen werden in dieser Gärtnerei allein ca. 40-50 Kulturen übers Jahr angebaut – eine Vielfalt die in vielen Wirtschaftsgärtnereien kaum noch möglich ist. Weitere Menschen aus der Gemeinschaft beteiligen sich auf kleineren Parzellen an der Ausweitung der Selbstversorgung in Sieben Linden. Der Anbau orientiert sich in Sieben Linden an verschiedensten Richtungen: * biologisch-dynamisch nach Rudolf Steiner und mit dem Traktor, * organisch-biologisch und mit Pferden wo möglich, ansonsten mit Einachser und Traktor, * sowie bio-vegan (also rein pflanzlich) und von Hand. Gemeinsam ist allen Gärtner*innen das lebhafte Interesse am eigenen Anbau, der in allen Ausrichtungen mit viel Hingabe und Handarbeit verbunden ist. ##### Landwirtschaft Neben dem Garten besitzen wir auch Ackerflächen, diese werden bisher von einem benachbarten Biobauern bewirtschaftet. Eine eigene Bewirtschaftung wird grundsätzlich von der Gemeinschaft gewünscht, ist derzeitig jedoch noch nicht möglich geworden. ##### Kräuter aus Eigenanbau Ein kleiner Kräutergarten in der Nähe der Gemeinschaftsküche sowie die Kräuterbeete im Gemüsegarten und bei Uga Wolf versorgen uns mit einer breiten Palette von frischen Küchen- Tee- und Heilkräutern. Auch Wildkräuter wachsen in unseren Biotopen und werden für den Eigengebrauch und den Wildkräuterversand Wilde 7 eigens angebaut. ##### Obst Im Laufe der Jahre haben wir einen Wildobstgarten und eine kleine Streuobstwiese angelegt. Glücklicherweise sind im nahen Umkreis von nur wenigen Kilometern noch viele alte Obstbaumalleen erhalten, so dass wir hier einen Großteil frischer Früchte sammeln können, die wir dann direkt essen, einkochen oder zu Marmeladen, Kuchen und anderen fruchtigen Dingen verarbeiten. Die Lohnmosterei in Poppau kann vor Ort unsere gesammelten Früchte auch zu leckeren Säften veredeln. ## Wald und Forstwirtschaft Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/oekologie/wald/ ### Wald Wir bewirtschaften etwa 70 Hektar Wald. Hierfür haben wir im November 2020 ein neues Waldkonzept beschlossen. Inspiriert wurde das Waldkonzept vom Ansatz des „Prozess-Schutzes“. Wir wollen weniger gestaltend eingreifen als vielmehr den Raum für natürliche Prozessentwicklung im Wald ermöglichen. Ziel der Waldentwicklung ist die natürliche Waldgesellschaft, die sich auch ohne Bewirtschaftung an einem Standort einstellen würde und unter sich wandelnden Klimabedingungen einer dynamischen Entwicklung unterlegen sein kann. Die natürliche Waldgesellschaft ist langfristig die risikoärmste und produktivste Erscheinungsform des Waldes. Die natürliche Waldgesellschaft ist nicht als statisches Waldbild aufzufassen, dass in einem bestimmten Zeitraum erreicht werden sollte. Sie dient vielmehr als Konzept, an dessen Annäherung natürliche Prozesse manchmal spontan, meist aber sehr langsam ablaufen dürfen – der Weg ist das Ziel. Abgeleitet ist es aus der Beobachtung von Sukzessionsabläufen in Naturwäldern, die lange Zeit keine forstliche Bewirtschaftung erfahren haben. Im siedlungsnahen Bereich stehen die Aspekte „menschliche Nutzung“, „Projektflächen für Artenschutz“ und „Brandschutz“ stärker im Vordergrund, hier werden verschiedene Projekte realisiert, Der Großteil des Zuwachses in den Wäldern wird genutzt, um Brennholz zum Heizen in Sieben Linden zu erzeugen. Durch das Aufarbeiten von stärkeren Bäumen zu Bauholz für vier unserer Häuser konnten wir eine nennenswerte Menge an CO 2 langfristig binden. Wir arbeiten ohne große Erntemaschinen und Fällen die Bäume motomanuell. Für das Rücken des Holzes im Bestand arbeiten wir gerne mit Rückepferden, um Bodenverdichtung zu vermeiden. Der Großteil des Waldes besteht aus Kiefern-Reinbeständen. Mit der Waldarbeit sind mehrere Menschen saisonal beschäftigt, darunter auch Mitarbeitsgäste mit entsprechender Vorbildung und zwei junge Menschen die in Sieben Linden ein Freiwilliges Ökologisches Jahr durchlaufen. Eine große Bereicherung sind auch immer wieder die Menschen, welche eine Mitarbeitswoche im Wald mitmachen. Vormittags streichen auch immer wieder die Kinder des Waldkindergartens durch den Wald. ## Agroforst Quelle: https://siebenlinden.org/de/agroforst/ ### Agroforst Agroforst ist ein zukunftsweisender neuer Ansatz in der Landwirtschaft, der die biologische Vielfalt stärkt und CO 2 bindet. Agroforst hat viele verschiedene Varianten, von denen einige in Sieben Linden umgesetzt werden. Allen ist gemeinsam, dass sie das Mikroklima auf dem entsprechenden Gelände verändern, Erosion vermeiden und die Humusbildung und die ökologische Vielfalt dort verbessern. In unserem Gemüsegarten haben wir viele Baum- und Heckenreihen zwischen den Gemüsepflanzungen gepflanzt. Der gesamte Garten wird von einer Hecke umfasst. Ein „Waldrandgarten“ im Norden unseres Geländes integriert in noch größerer Dichte Gehölzpflanzungen und Gemüseanbau. Kleine Pilotflächen zum „Dynamischen Agroforst“ auf unserem Gelände bieten besonders viel Vielfalt auf kleinster Fläche. Sie sind Demonstrationsflächen für diese innovative Herangehensweise. Eine Streuobstwiese, in der neben Obstbäumen auch noch Sträucher und Stauden integriert sind, veränderte eine Brachfläche neben unserer Bushaltestelle. Von einfachem Grasland, das bereits auch vielen Arten Rückzugsraum bot, zu einem vielfältigen Biotop, in dem durch die Gehölzpflanzungen noch deutlich mehr CO 2 gespeichert wird. #### Agroforst Nordacker-Projektfläche Unser größtes Projekt im Bereich Agfoforst findet auf unserer großen Ackerfläche statt: 17 Hektar Acker gehören uns. Ein befreundeter Bio-Landwirt hat sie in den letzten Jahren bewirtschaftet. Diese Fläche hat mit starken Erosionsproblemen zu kämpfen, und trotz der Bewirtschaftung nach Bio-Standards ist ein großer Getreideacker natürlich kein Hort der Vielfalt. So haben wir uns zum Ziel gesetzt, hieraus eine Modellfläche für Agroforst in Kombination mit moderner, auch mit Maschinen arbeitender Landwirtschaft zu machen. Wir haben bereits Streifen im Gesamtumfang von fast einem halben Hektar Ackerland aus der großflächigen Nutzung herausgenommen und dort Baumstreifen gepflanzt. Um eine wirkliche Vielfalt herzustellen, wurden die auch noch durch weitere Gehölzpflanzungen und Staudenpflanzungen begleitet. Jeweils 25 Bäume bilden einen Baumstreifen. Das sind insgesamt 60 heimische Obstbäume (Apfel, Pflaume, Birne, Walnuss) und 40 weitere Bäume (u.a. Holzbirne, Salweide, Eberesche). Daneben sind die verschiedenen Streifen nach unterschiedlichen Prinzipien gepflanzt. Manche im klassischen „Alley-Cropping“, d.h. einfach nur die Bäume, und etwas Fläche drumherum entwickelt sich frei, da wir sie nicht „beackern“. Auf einem anderen Streifen haben wir die Prinzipien des „Dynamischen Agroforst“ angewandt. Die Baumpflanzungen wurden jeweils nach dem Prinzip des Dynamischen Agroforstes mit Pflanzungen von Begleitbäumen und -sträuchern, sowie Stauden begleitet. Der nächste Streifen, der entstehen soll, bepflanzen wir mit schnellwachsenden Bäumen. In 10 Jahren wollen wir die für die Brennholzversorgung nutzen. Hier experimentieren wir mit der Frage, ob solche Baumstreifen als „Kurzumtriebsplantagen“ zwei Ziele kombinieren könnten: eine sinnvolle Ergänzung unserer Landwirtschaft durch die Verbesserung von Kleinklima und Bodenqualität und gleichzeitig ein Beitrag für unsere Brennholzversorgung – so dass der Wald „unberührter“ bleiben kann. Die Baumstreifen stehen in einem Abstand von 30 m. So können landwirtschaftliche Geräte des pachtenden Bio-Landwirts weiterhin den Boden bestellen, beispielsweise für Getreidekulturen. Obst und Nüsse aus den Streifen können bereits in wenigen Jahren geerntet werden und stärken die regionale Versorgung. Kompensiere deinen CO 2 -Fußabdruck gerne über eine Spende an das Projekt, bzw. unterstütze es weil du es einfach toll findest! In dem Projekt „Baumstreifen“ können Menschen auch ihren CO 2 -Fußabdruck kompensieren. Der BUND hat diesen Ansatz in seinem Projekt „Klimabonus“ ausgewählt. Unter diesem Link kannst du hier über den BUND unsere Baumstreifen unterstützen und eigene CO 2 -Emissionen kompensieren. ##### Agroforst Seminare und Mitarbeit Wir bieten Seminare und Mitarbeitswochen zum Thema Agroforst an. Schau dich gerne auf unserer Seminarseite um und sei dabei! ## Artenvielfalt Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/oekologie/artenvielfalt/ ### Artenvielfalt Artenvielfalt im Ökodorf – der Versuch einer Bilanzierung nach 20 Jahren Der weltweite Verlust der Artenvielfalt stellt eine der größten Bedrohungen und Herausforderungen für die Menschheit dar. Es gibt das Ziel diese Entwicklung weltweit bis 2020 zu stoppen oder sogar umzukehren. Dabei ist absehbar, dass die internationale Staatengemeinschaft dieses Ziel verfehlen wird. Es geht dabei nicht nur um die großflächigen Verluste solch bedeutender Lebensräume und der darin vorkommenden Arten wie in den tropischen Regenwälder. Auch in Deutschland, direkt vor unserer Haustür, schreitet der Verlust der Artenvielfalt immer noch stetig voran. Bei uns ist es vor allem die intensive Land- und Forstwirtschaft die maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hat. Hinzu kommen die stetigen Verluste durch die Versiegelung von Flächen durch verschiedenste Baumaßnahmen und die Zerschneidung der Landschaft durch Autobahnen und andere Verkehrswege sowie intensiv genutzte, ausgeräumte Agrarwüsten. Dadurch wird die Vernetzung von Lebensräumen unterbunden, es gibt keinen Biotopverbund mehr, einzelne Populationen können sich untereinander nicht mehr austauschen, was im schlimmsten Fall zum vollständigen Erlöschen der Vorkommen führt. Um diese Effekte zu verhindern gerät der Aufbau einer „Grünen Infrastruktur“ jetzt zunehmend in das Bewusstsein der Umweltpolitik. Zahlreiche Erkenntnisse aus der ökologischen Forschung sind ein erschreckender Beleg für diese Entwicklung in Deutschland, wie z.B.: * Die Menge an Insekten in der Landschaft hat wahrscheinlich in den letzten Jahrzehnten um bis 80 % abgenommen. Damit fehlt u.a. eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele insektenfressende Arten. * Durch den Rückgang der Bienen und anderer für die Bestäubung wichtiger Insekten drohen erhebliche Probleme in der Nahrungsmittelproduktion. * Ehemals häufige Arten der Kulturlandschaft wie Kiebitz und Rebhuhn zeigen dramatische Bestandeinbrüche und stehen kurz vor dem Aussterben. Selbst Vogelarten, wie die Feldlerche, vor wenigen Jahren noch der häufigste Singvogel in der Altmark, sind inzwischen auf der Vorwarnliste der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten gelandet. Daraus wird deutlich, dass auch wir als Ökodorf eine besondere Verantwortung bei der Bewirtschaftung und Entwicklung unserer Flächen besitzen. Neben einer Minimierung des Flächenverbrauchs durch Versiegelung haben wir insbesondere eine besondere Verantwortung beim Umgang mit unseren Acker- und Waldflächen sowie Freiflächen im Dorf. Vieles hat sich in den letzten 20 Jahren hier auf unserem Gelände deutlich verbessert: * Die Anlage von Gärten und Freianlagen hat zu einer deutlich höheren Struktur- und damit auch Artenvielfalt, gerade auch bei Vögeln beigetragen. * Die neuen Gewässer sind hervorragende Lebensräume für viele Amphibien geworden, darunter auch bundesweit stark gefährdete Arten wie Laubfrosch und Kammmolch. * Viele Waldbestände sind durch die Umbaumaßnahmen bereits naturnäher und strukturreicher geworden. * Wir haben uns bewusst dafür entschieden im Wald eine gewisse Anzahl alter, dicker Bäume, vor allem Eichen, nicht zu nutzen, sondern als Biotopbäume bis zum natürlichen Zerfall zu erhalten. Aber es gibt auch noch viel zu tun: * Erste Schritte zu einer ökologischen Entwicklung der in unserem Besitz befindlichen Ackerflächen sind durch Verpachtung an einen Öko-Betrieb eingeleitet worden. * Aber wir haben für diese Flächen noch kein Entwicklungskonzept, das auch Aspekte des Biotopverbundes und –entwicklung, z.B. in Form artenreicher Rand- und Gehölzstreifen berücksichtigt. * Das derzeit laufende Bodenordnungsverfahren bietet Chancen für eine auch an ökologischen Zielen orientierte Neuordnung der Flächenstrukturen in unserer Gemarkung. Wir müssen aber gerade feststellen, dass die personellen Kapazitäten fehlen sich hier sehr viel aktiver einzubringen. * Zugleich müssen wir sehr viele Abwehrkämpfe führen: seien es die nicht fachgerecht ausgeführten Verstümmelungen der Gehölze an den Feldwegen oder mögliche Gefahren, die sich aus der Erdgasförderung ergeben. Dies bindet auch eine erhebliche Menge personeller Ressourcen. * Für unsere Waldflächen fangen wir gerade noch einmal an ein Entwicklungskonzept zu erarbeiten, das unsere Ansprüche an den Wald als Ökodorf an Holznutzung, vor allem für Brennholz, aber auch als Erholungs- und Erlebnisraum mit ökologischen und ökonomischen Belangen in Übereinstimmung bringen soll. Dabei tauchen dann u.a. folgende Fragen auf: * Mit welcher Technik wollen wir im Wald arbeiten? * Was darf unser Holz aus dem eigenen Wald kosten? * Wie sieht eine passende Waldnutzungsstrategie für das Ökodorf aus, die die Probleme der herkömmlichen Forstwirtschaft in der Altmark mit ihren gleichaltrigen Kiefern-Monokulturen vermeidet? * Wieviele Flächen wollen wir für artenreiche Waldränder und Wegeseitenräume zur Verfügung stellen? * Wie viel Bäume wollen wir alt werden lassen und aus der Nutzung nehmen? * Macht es Sinn noch einmal grundsätzlich über die Art und Weise der Wärmeerzeugung im Ökodorf nachzudenken? Sind z.B. Holzhackschnitzel für ein Blockheizkraftwerk eine Alternative? Und darüber hinaus, welche nachhaltigen Landnutzungsstrategien können wir hier modellhaft im Ökodorf entwickeln damit sie als übertragbare Alternativen auch andernorts in Deutschland zum Tragen kommen können? ## Heizen Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/oekologie/heizen/ ### Heizen Der Energiebedarf zum Heizen ist durch Beschränkung der beheizbaren Wohnfläche auf ca. 33 m² pro Bewohner*in, die gute Dämmung der Niedrigenergiehäuser, nach Süden ausgerichtete Wohnräume mit großen Fenstern, die Nutzung von Sonnenkollektoren und zum Teil durch Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung im Vergleich zum Bundesdurchschnitt um ein Drittel reduziert. Wenn die Wärme der Sonne nicht mehr ausreicht, wird mit Holz geheizt. Das Brennholz kommt zum großen Teil aus dem eigenen Wald. Die Heizwärme- und Warmwasserversorgung erfolgt bisher ausschließlich und sehr zufriedenstellend über Stückholzvergaseröfen und -kessel in Kombination mit Sonnenkollektoren und Heizwasserspeichern. Die Gesamtfläche der Sonnenkollektoren für Warmwasser und Heizung beträgt ca. 2 m² pro Bewohner*in. In Sieben Linden werden zurzeit ca. 2,7 m³ Nadelholz (ca. 4000 kWh Heizwärme) und ca. 600 kWh Warmwasserwärme pro Jahr und Mensch verbraucht. In den Wohnhäusern werden ca. 1,5 m³ Nadelholz (ca. 2500 kWh Heizwärme pro Jahr pro Mensch) verheizt. Das 2011 fertig gestellte Sonnenhaus Libelle reduziert den Holzverbrauch auf 0,6 m³ pro Jahr und Mensch durch dickere Dämmung, Dreifachisolierverglasung, 6 m² Sonnenkollektoren pro Bewohner*in und einen großen Heizwasserspeicher. ## Strom Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/oekologie/strom/ ### Strom Der Stromverbrauch in Sieben Linden von ca. 400 kWh in den Haushalten pro Bewohner*in und Jahr beträgt im Vergleich zum Bundesdurchschnitt nur etwa ein Viertel, weil keine Elektroheizer, -herde oder Warmwasserbereiter verwendet werden. Die Waschmaschinen sind mit Warmwasserzulauf bzw. Vorschaltgerät ausgerüstet, um auch hier die uneffektive Verwendung von Elektrizität zur Erzeugung von Wärme zu reduzieren. Gekocht wird mit Gas. Mit derzeit ca. 2,7 m² Photovoltaikanlage pro Bewohner*in am Netz produziert Sieben Linden im Jahr 45% des Stroms, den es im Jahr verbraucht. Der erzeugte Strom wird direkt bei den nächstgelegenen Verbraucher*innen im Dorf verbraucht (31% vom Verbrauch), die Überschüsse werden in das öffentliche Netz gespeist. Nachts und an trüben Tagen und vor allem im Winter fließt Strom aus dem Netz zu uns. Die Gesamtfläche der Photovoltaikanlagen im Ökodorf beträgt 392 m² mit einer Leistung von 47 kWp. Es gibt immer wieder Überlegungen über einen Windgenerator, Wärme-Kraft-Koppelung und Stromspeicherstationen. ## Wasserkreislauf Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/oekologie/wasserkreislauf/ ### Wasserkreislauf Hier ist’s oft trocken! In unserer Region Altmark sind die Niederschlagsmengen mit etwa 500 bis 600 Millimetern pro Jahr vergleichsweise gering – seit 2018 liegen wir konstant unter 500 mm jährlich. Die Böden in Sieben Linden sind überwiegend sandig und nährstoffarm – sie können nur wenig Wasser halten Das hat zur Folge, dass die Vegetation phasenweise nicht ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt wird. Alles hängt vom Wasser ab! Daher haben wir auf Wasserkreisläufe und den Wasserhaushalt ein besonderes Augenmerk. ##### Sinkende Niederschläge, fallender Grundwasserspiegel Das gesamte Regenwasser auf unserem Gelände verdunstet vor Ort oder versickert im Erdboden. Wir haben keinen oberirdischen Wasserabfluss. Das Regenwasser von den Dächern wird in Versickerungsmulden in Hausnähe geleitet oder fließt in unseren Feuerlöschteich. Der Erdboden ist der beste Regenwasserspeicher und -filter. Bis 2013 haben wir uns mit Trink- und Bewässerungswasser aus Brunnen versorgt. Seitdem nutzen wir Grundwasser nur noch zur Bewässerung – in Jahren mit normal ausreichenden Niederschlägen etwa gleich viel wie Trinkwasser. Der Grundwasserstand in Sieben Linden liegt etwa 12 Meter unter der Erdoberfläche und ist seit 1997 um 1 Meter gefallen. Im Altmarkkreis Salzwedel wird bei einem Drittel der Grundwasser-Messstellen ein fallender Grundwasserspiegel festgestellt. ##### Wie wird das weitergehen? Ohne Regen keine Gewässer, keine Bodenfeuchtigkeit, kein Grundwasser, keine Bäume, keine Pflanzen, keine Lebensmittel und keine Wasserversorgung. Im ersten Dürrejahr 2018 fiel in Sieben Linden ein Drittel weniger Regen als in den Jahren zuvor, und unsere Gärtner:innen benötigten das Dreifache an Bewässerungswasser, um das Gemüse ausreichend zu versorgen. Pro Quadratmeter Anbaufläche haben wir in diesem Trockensommer genau die Wassermenge dem Grundwasser entnommen, die der Boden (pro Quadratmeter) weniger an Niederschlag erhalten hat. Viele Bäume haben bereits Anzeichen von Trockenstress. Die heimische Buche hat einen Bedarf von mindestens 500 mm Niederschlag pro Jahr – hier stoßen wir auch in den Sieben Linden-Wäldern an Grenzen, die sich fatal auswirken könnten. Lesenswert ist die Grundwasserstudie des BUND (2025). ##### Trinkwasser, Brunnen und Wasserwerk In der behördlichen Genehmigung unserer Brunnenwassernutzung stand von Anfang an, dass Sieben Linden an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen wird, sobald diese Maßnahme ökonomisch vertretbar sein würde. Wir hätten das wohl verhindern können, wenn wir gleich bei der Gründung politisch für die Selbstversorgung auch mit Trinkwasser eingesetzt hätten. 2013 war es dann soweit: Der Wasserverband schloss uns an die neue, im Bau befindliche Hauptwasserleitung in seinem Versorgungsgebiet an, die nahe am Ökodorf vorbeiführt. Einige Mitbewohner:innen versuchten die Maßnahme auf die Schnelle zu verhindern. Andere befürworteten den Anschluss, weil das Wasser vom Wasserverband aus Trinkwasserschutzgebieten nur ein Zehntel an Nitrat enthält gegenüber unserem Brunnenwasser. Der relativ hohe Nitratgehalt ist wohl ein eindeutiger Indikator für den Einfluss der umliegenden konventionellen Landwirtschaft auf unser Grundwasser. Außerdem erhöht der Anschluss die Versorgungssicherheit auch in Trockenzeiten. ##### Wasser sparen – vor allem durch die Trockentrenntoiletten Wir verbrauchen nur halb soviel Wasser wie der Durchschnittsbundesbürger. Vor allem durch den konsequenten Einsatz von Trockentrenntoiletten haben wir unseren Trinkwasser-verbrauch auf ungefähr die Hälfte des Bundesdurchschnitts (125 Liter) reduziert. In Sieben Linden nutzen wir durchschnittlich 60 bis 70 Liter Trinkwasser pro Tag und Person. ##### Der Kreislauf schließt sich: Abwasserklärung auf unserem Gelände Die Funktionsweise unserer Komposttoiletten trennt die Feststoffe (Fäkalien)vom Urin ab – daher der Name Trockentrenntoiletten. Die Fäkalien gelangen also erst gar nicht in unser Abwasser, sondern werden eimerweise zur „Kackekompostierungsanlage“ gebracht – der Nährstoffkreislauf bleibt Handarbeit 😉 Deshalb ist unser Abwasser aus Urinabscheidern, Waschmaschinen, Badewannen, Wasch- und Spülbecken wenig belastet. Dies hat den vorteilhaften Effekt, dass die Vorklärung des Grauwassers in den Rottebehältern um zwei Drittel geringer ausfallen kann als in Normal-Haushalten mit Wasserklosetts. Die nachfolgenden Pflanzenklärbeete können in Sieben Linden um die Hälfte minimiert werden gegenüber Abwässern, die mit Fäkalien verunreinigt sind. ##### Vorklärung in Rottebehältern Alle Abwässer fließen in zwei Rottebehälter östlich vom alten Weiher. Das Abwasser strömt dort durch Strohlagen: Das Stroh filtert Feststoffe und bindet einen Teil des Stickstoffs und Phosphats aus dem Urin. Innerhalb des Rottebehälters verrottet, d.h. kompostiert das Ganze. Alle 4 Jahre versetzen wir die Rotte in den Garten, wo sie weiter kompostiert. So bleiben wertvoller Phosphor und Stickstoff auf dem Gelände. ##### Biologische Klärung in Pflanzenklärbeeten Das so vorgeklärte Abwasser wird schließlich in die Pflanzenklärbeete am Rande des Gartens gepumpt. Wie in einem natürlichen, mit Schilf bewachsenen Fluss- oder Seeufer bauen aeroben Bakterien vor allem die gelösten Kohlenwasserstoffe ab. Durch das Schilfrohr gelangt Luftsauerstoff für die Bakterien tiefer in den Boden. Das, was rauskommt ist: Klarwasser! Es enthält aber immer noch Stickstoff, Phosphat und Kolibakterien. Über Hormone und andere Rückstände wissen wir nichts. ##### Versickerung Deshalb muss das Klarwasser möglichst großflächig verteilt werden, damit Pflanzen und der Boden die Reststoffe weiter aufnehmen, bevor es ins Grundwasser durchsickert. An mehreren Stellen in Sieben Linden wird das Klarwasser zur Bewässerung genutzt; im Gemüsebau nur zur Wurzelraumbewässerung. Das meiste versickert im Neuwald, im Nordwald und auf einer neu angelegten Agroforstfläche, wo die Gehölze das Wasser dankbar aufnehmen. ## Komposttoiletten Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/oekologie/kompost-toiletten/ ### Komposttoiletten Wir haben uns entschieden, in Sieben Linden keine Wassertoiletten zu installieren. Unsere Nutzung von Komposttoiletten trägt dazu bei, dass bei uns ca. die Hälfte des Wasserverbrauches im Vergleich zum Bundesdurchschnitt verbraucht werden. Dadurch ist unser Abwasser erheblich weniger verschmutzt. Deshalb benötigen wir eine deutlich kleinere Pflanzenkläranlage als dies mit Wassertoiletten der Fall wäre. Für verschiedene Zwecke nutzen wir verschiedene Varianten von Komposttoiletten. Wir sind intensiv im Austausch mit anderen Komposttoiletten-Erfahrenen, um zum einen für die Nutzer*innen den Komfort zu erhöhen, und andererseits die Wertstoffe in den Fäkalien gut weiter verwenden zu können. Derzeit nutzen wir den Kompost aus Fäkalien nur für Hecken- und Baumpflanzungen, und den Urin mit seinen wertvollen Rohstoffen (Phosphate werden immer knapper!) nur in Einzelfällen. Wir sind überzeugt davon, dass die Nutzung der Nährstoffe in unseren Fäkalien noch verbessert werden kann und sind derzeit am recherchieren, wie wir unsere „Nährstoffkreisläufe“ sinnvoll schließen können. Unser Ingenieur Werner Dyck hat zu unserem augenblicklichen Stand und den möglichen Perspektiven ein ausführliches Dokument erstellt. Die Fäkalien kommen auf unsere genehmigte Kompostanlage, wo der Kreislauf geschlossen wird und aus den Fäkalien wieder wertvolle Nährstoffreiche Erde wird. Diese wird für Baum- und Strauchpflanzungen verwendet. Auch für diesen Prozess suchen wir schon nach Alternativen. Denn auch beim Kompostierungsprozess werden klimaschädliche Gase frei. Ebenso kommt die Anlagengröße bald an ihren Grenzen und reicht noch nicht aus für eine geplante Dorfgröße von 300 Menschen. Aktuell experimentieren wir mit einer kleinen Biogasanlage, in der aus den Fäkalien statt Komposterde Biogas und Flüssigdünger entstehen. Das Biogas kann wiederum zum Kochen verwendet werden und das zugekaufte Propangas teilweise ersetzen. Was zurzeit noch ein Experiment ist, könnte in Zukunft eine Lösung für anfallende Küchenabfälle und Fäkalien werden. ## Mobilität Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/oekologie/mobilitaet-2/ ### Mobilität Wir streben nach einer Verringerung unseres ökologischen Fußabdrucks auch im Bereich „Mobilität“. Ziel ist, ein Dorf aufzubauen, in dem das Leben stattfindet und wenig ausgependelt werden muss. Für unsere Reisen nutzen wir vorrangig Busse und Bahnen, Flugreisen sind selten. Zur Zeit (2017) haben wir zehn PKWs und eine Pritsche in unserem gemeinschaftlichen Carsharing-System. Auch e-bikes können ausgeliehen werden. Wir bitten unsere Gäste, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Das ist gut machbar, da wir an sieben Tagen pro Woche durch eine „landesbedeutsame Buslinie“, die alle zwei Stunden fährt, mit den nächsten Bahnhöfen verbunden sind. Für den ländlichen Raum eine sehr gute Anbindung! Dennoch: Die Studie “ Gemeinschaftliche Lebens- und Wirtschaftsweisen und ihre Umweltrelevanz ” belegt, dass aufgrund der hohen Mobilität mit Pkw, Bus und Bahn Sieben Linden in diesem Bereich noch am wenigsten ökologisch nachhaltig ausgeprägt ist. Wir sind zwar ökologischer unterwegs, aber durch viele Vernetzungsaktivitäten und auch die Tatsache, dass die meisten von uns Familie und Freund*innen in anderen Teilen Deutschlands haben, sehr viel am Reisen. Zwar ist unser Fußabdruck im Bereich Mobilität immer noch kleiner als der Bundesdurchschnitt und auch deutlich kleiner als der Durchschnitt der Menschen, die im ländlichen Raum wohnen, aber trotzdem nicht vorbildlich. Der Endenergieverbrauch im Personenverkehr beträgt ca. 4800 kWh = ca. 400 l Kraftstoff pro Bewohner*in und Jahr, wobei es deutliche Unterschiede in der Nutzung zwischen den einzelnen Bewohner*innen gibt. Drei unserer Fahrzeuge fahren mit Gas, alle anderen mit Kraftstoffen auf Erdölbasis. Dem Ersatz von fossilen Kraftstoffen durch Pflanzenöl stehen wir sehr kritisch gegenüber, wegen des hohen Flächenverbrauchs und den intensiven Monokulturen. Der zunehmende Anbau von „Energiepflanzen“ wie Palmöl in Monokultur in Asien, Afrika und Lateinamerika hat dort fatale Folgen für die Umwelt und die Landbevölkerung. ## Ökonomie Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/oekonomie/ ### Ökonomie Zu unserer Vision eines nachhaltigen Lebensstils gehört auch eine nachhaltige Ökonomie. Wir bauen eine solidarische und ökologische Ökonomie auf. Unsere Dorfökonomie hat manche Aspekte einer gemeinsamen Ökonomie, aber lässt doch sehr viel individuellen Spielraum. So haben wir uns dafür entschieden, die wesentlichsten Grundlagen unseres Projektes, Land und Infrastruktur des Ökodorfes gemeinschaftlich als Genossenschaft zu besitzen. Jede*r, der oder die in Sieben Linden langfristig wohnt, ist aufgefordert, mindestens 11 Anteile an der Genossenschaft zu zeichnen, dass sind 11.275 Euro. Für diejenigen, die dies nicht können, haben wir uns solidarische Lösungswege überlegt. Für unsere individuelle Lebensfinanzierung und die Frage, was wer wo arbeitet , sind wir selbst verantwortlich. Dabei wird angestrebt, dass jede*r den für sie bzw. ihn passenden Platz im Ganzen findet. So werden Neigungen zum Beruf gemacht oder neue berufliche Herausforderungen angenommen. Wir unterstützen Existenzgründungen und Selbständigkeiten im Dorf durch Coaching und bei Bedarf auch durch Privatkredite. Ein wesentlicher Pfeiler unserer Ökonomie ist die Konzentration auf lokale Kreisläufe. Wir lassen möglichst viel Geld im eigenen Dorf und stärken so unsere interne Ökonomie. Das Geld, das dabei in das Ökodorf hineinfließt, zirkuliert mehrmals, bevor es das Dorf wieder verlässt. Indem wir die Sieben Lindener*innen bezahlen, die unser Brennholz und unser Gemüse produzieren, die Handwerker*innen, die unsere Häuser bauen, die Yoga- und Tanzlehrenden, die Aufstrichproduzierenden, und vieles mehr, sichern wir vielen Sieben Lindener*innen eine ökonomische Basis und stärken unsere ganzheitliche „Selbstversorgung“ im Dorf. Oft wird gefragt: Seid Ihr eine Kommune? Unter Kommune versteht man im allgemeinen ein Projekt, bei der alles Einkommen in eine Kasse fließt. Das sind wir nicht, aber wir fühlen uns der Kommunenbewegung sehr nahe, weil es uns auch um ein solidarisches Miteinander und finanziellen Ausgleich in der Gemeinschaft geht. ## Genossenschaften: Kosten und Struktur Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/oekonomie/genossenschaften/ ### Genossenschaften #### Land und Infrastruktur – die Siedlungsgenossenschaft Die Basis des gemeinsamen Projektes Ökodorf steht auf gleichberechtigten und rechtlich abgesicherten Füßen. Zwei Genossenschaften regeln die Belange rund um Siedlung und Wohnen. Als Mitglied der Siedlungsgenossenschaft Ökodorf e.G. (SiGe) finanziert jede*r Bewohner*in mit einen Anteil von mind. 11.275 Euro das gesamte Land (100 ha) und die Infrastruktur. Die SiGe übernimmt im Dorf viele Gemeindepflichten. Die laufenden Betriebskosten bezahlen wir mit einer monatlichen Nutzungsgebühr von ca. 170 Euro. Hier geht’s zur Satzung der Siedlungsgenossenschaft . #### Finanzierung der Häuser – die Wohnungsgenossenschaft Aktuell (2017) stehen elf Wohnhäuser sowie das Regiohaus und Seminarzentrum „Sonneneck“, gebaut in Niedrigenergie- bis Passivhausstandard, in Sieben Linden. Diese werden bewohnt von den jeweiligen Nachbarschaften oder Wohngruppen. Die Wohnungsgenossenschaft Sieben Linden e.G. (WoGe) bietet den rechtlichen und finanziellen Rahmen für einen Teil der Bauvorhaben. Jede*r zukünftige Bewohner*in dieser Häuser bringt den finanziellen Pflichtanteil und Eigenleistungsstunden in die WoGe ein. Der ausstehende Kapitalbedarf wird entweder durch Mehreinlagen der Bewohner*innen oder durch die WoGe gedeckt, die dafür investierende Mitglieder einwirbt oder/und Bankdarlehen aufnimmt. Nach dem Einzug zahlen die Bewohner*innen je nach eingebrachtem finanziellen Eigenanteil mehr oder weniger Miete. Alle Bewohner*innen haben sich mit Eigenleistungsstunden in den Bau der Häuser einzubringen. #### Investierende Mitglieder der Genossenschaften Wir nehmen für beide Genossenschaften Anteile von investierenden Mitgliedern an. Wenn diese Anteile als „Solidarische Anteile“ gezeichnet werden, können sie als Pflichtanteile für Menschen zählen, die nicht die nötigen Pflichtanteile aufbringen können. Dieses gemeinsame Grund- und Immobilieneigentum ist uns eine wichtige Basis. Wir sind zwar keine Kommune im eigentlichen Sinn, aber ein gleichberechtigtes, von finanziellen Mitteln unabhängiges Miteinander, ist uns für unser Zusammenleben wichtig. Daher suchen wir nach Solidarischen Anteilen, die es Menschen mit weniger Kapital möglich machen, ebenfalls Genossenschaftsmitglieder zu werden, auch wenn sie das Geld für die Pflichtanteile nicht besitzen. Auch Sieben Lindener*innen mit mehr Kapital unterstützen diejenigen mit weniger Kapital darin, ihre Genossenschaftsanteile zu finanzieren. ## Solidarstrukturen Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/oekonomie/solidarstrukturen/ ### Solidarstrukturen In Sieben Linden haben wir verschiedene Solidarstrukturen. In einer gemeinsamen Haushaltskasse , in der fast alle Sieben Lindener*innen sind, werden Nahrung, Putz- und Waschmittel solidarisch getragen. D.h. in die Haushaltskasse wird von allen etwas eingezahlt, die Entnahme der Lebensmittel erfolgt nach Bedarf aus den Vorräten. Jahrzehntelang haben wir nach einem festen Schema eingezahlt – seit 2023 sind wir auf das „Bieterrundenprinzip“ umgestiegen. Das heißt, wir schauen einmal pro Jahr auf die benötigte Summe für die Lebensmittel und fragen dann, wer wieviel dazu beitragen kann. Bis jetzt haben wir es stets geschafft, mit den freiwilligen Beiträgen alle Kosten zu decken! Manche, die deutlich mehr Geld haben als andere, zahlen 400 Euro pro Monat ein, andere nur 80 Euro. Und es funktioniert! Es erzeugt ein Gefühl der Fülle, jederzeit aus einem gut gefüllten Lebensmittellager nehmen zu können. Außerdem erleichtert es das Gemeinschaftsleben deutlich, dass nicht gerechnet werden muss, wer wie oft in den Gemeinschaftsräumen und wer wie oft zuhause isst. Bei den Nebenkosten und der Nutzungsgebühr für unsere Gemeinschaftseinrichtungen zahlen die Kinder von Sieben Lindener*innen nichts. Stattdessen werden sie von der Gemeinschaft aller Erwachsenen getragen. ##### Solidarität bei Genossenschaftsanteilen Die Pflichtanteile für die Genossenschaften, die jede*r einzahlen muss, wenn er oder sie hier leben möchte, (11.275 Euro bei der Siedlungsgenossenschaft, sowie weitere 12.000 Euro bei der Wohnungsgenossenschaft) scheinen vielen Menschen eine Kapitalhürde zu sein, die finanziell Schwache ausschließt. Auch dafür haben wir Solidarstrukturen. Unser Ansinnen damit ist, die Verantwortung für die materielle Seite des Projektes auf alle Projektmitglieder zu verteilen. Und nur Menschen aufzunehmen, die bereit sind, sich dieser materiellen Verantwortung zu stellen. Wenn Menschen sich annähern, die dieses Kapital nicht besitzen, aber trotzdem in die Gemeinschaft passen und sich für das Projekt engagieren, können diese Pflichtanteile durch Solidaritätsanteile oder durch Privatkredite finanziert werden. Auch für Existenzgründungen, Verwirklichung von Lebensträumen, gegenseitige Unterstützung, etc. werden immer wieder kreative Lösungen von Ausgleich und Unterstützung zwischen den Sieben Lindener Bewohner*innen gefunden. Eine Verschenkeecke mit Büchern, Kleidung, Spielsachen, Küchensachen, etc., Tausch- und Schenk-Aktionen bereichern das Leben aller Sieben Lindener*innen. ## Vereine (Freundeskreis Ökodorf e.V.) Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/oekonomie/vereine/ ### Vereine Es gibt zwei Vereine in Sieben Linden, die einen wichtigen Teil zur Ökodorf-Struktur beitragen. Der Freundeskreis Ökodorf e.V. für die Bildungsarbeit und der Naturwaren Sieben Linden e.V. für die Lebensmittelversorgung. #### Der Freundeskreis Ökodorf e.V. Der bundesweit arbeitende, als gemeinnützig anerkannte Verein “Freundeskreis Ökodorf e.V.” ist die Organisation aller Ökodorf-Freund*innen und Unterstützer*innen. Seine satzungsgemäßen Ziele sind die Bildungsarbeit, Umweltschutz, Kultur, Jugend- und Altenhilfe und Hilfe für Behinderte. Alle Aktivitäten sind eingebettet in das Ökodorf Sieben Linden. Der Verein organisiert insbesondere Bildungsveranstaltungen für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Sieben Linden, die Öffentlichkeitsarbeit des Dorfes und auch Kulturveranstaltungen, Mitarbeitsmöglichkeiten und spezielle Angebote für Jugendliche, und er engagiert sich für eine behindertengerechte Infrastruktur in Sieben Linden. Der Verein gibt etwa alle zwei Monate einen Online- Newsletter mit Informationen und Neuigkeiten über Sieben Linden heraus und richtet mit viel ehrenamtlicher Unterstützung das monatliche Sonntagscafé aus. Das Sommercamp ist das große jährliche Treffen der vielen Ökodorf-Freund*innen. Für Vereinsmitglieder gelten ermäßigte Preise für Übernachtungen bei den Bildungsveranstaltungen. Mitglied im Verein “Freundeskreis Ökodorf e.V.” kann jede*r werden, die oder der die Ziele des Ökodorfes unterstützen möchte. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 80 Euro (60 Euro ermäßigt) pro Jahr. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind: Hier geht es zur Satzung des Freundeskreis Ökodorf e.V. #### Der Naturwaren Sieben Linden e.V. – Foodcoop und Bioladen Der Naturwaren Sieben Linden e.V. versorgt seine Mitglieder mit Naturprodukten, die nach klaren Kriterien ausgewählt werden: * Bio-Qualität: Alle Produkte stammen aus ökologischem Landbau oder Eigenanbau. * Regionalität: Etliche Waren kommen aus der ländlichen Region Altmark. * Fairer Handel: Gerechtere Handelsstrukturen (Fair Trade) werden aktiv unterstützt. * Gentechnikfreiheit: Alle Produkte sind gentechnikfrei. ##### Ein Verein, der Gemeinschaft lebt Eine Vereinsmitgliedschaft können alle Interessierten erwerben, so steht es auch in der Vereinssatzung. Wer nur einmal vorbeischaut, erwirbt beim Betreten des Ladens automatisch eine „Tagesmitgliedschaft“. Der Naturwaren Sieben Linden e.V. ist mit zur Zeit 6 Teilzeit-Stellen auch Arbeitgeber im Ökodorf – selbstverwaltet, transparent und werteorientiert. Öffnungszeiten: Montag: geschlossen Dienstag-Samstag: 13:30 – 15:00 Uhr zum Sonntagscafé: 14:30 – 16:30 Uhr Kontakt: Naturwaren Sieben Linden e.V. Sieben Linden 1 38489 Beetzendorf Telefon : 039000/905920 e-Mail : naturwaren (ätt) siebenlinden.org ## Arbeit in Sieben Linden Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/oekonomie/arbeit-in-sieben-linden/ ### Arbeit in Sieben Linden Die Arbeit in Sieben Linden steht in einem Sinnzusammenhang durch das gemeinsame Projekt Ökodorf-Aufbau. Sie wird selbstverwaltet, selbstorganisiert und teamorientiert gestaltet. Man kann sich seine Arbeit „wieder selbst einteilen“. In den jeweiligen Arbeitsbereichen müssen sich die Menschen natürlich untereinander abstimmen. In gelegentlichen Gemeinschaftsaktionen wird die Kraft der vielen Hände spürbar. ##### Die Wertschöpfung im Dorf belassen Grundsätzlich ist jede*r von uns für ihre oder seine Finanzierung selbst verantwortlich. Mit dem Angebot zahlreicher Verdienstmöglichkeiten als Angestellte*r oder Selbständige*r wird sowohl die Arbeitskraft wie auch die daraus resultierende Wertschöpfung im Dorf konzentriert. Arbeitgeber*innen sind die Siedlungsgenossenschaft (Wald- und Gartenarbeit), die Wohungsgenossenschaft (Verwaltung), der Freundeskreis Ökodorf e.V. (Seminarbetrieb), der Naturwaren e.V. (Lebensmittelladen), der „Freie Schule Altmark e.V.“ (Waldkindergarten), der Rohkostversand „Raw Living“ und einige andere Betriebe. Zahlreiche Selbständige stellen ihre Arbeit im und außerhalb vom Dorf zur Verfügung (Seminarleiter*innen, Handwerker*innen, Berater *innen etc.). Immer wieder sind auch intern Stellen zu besetzen. Jedoch garantieren wir nicht jedem eine Stelle im Dorf. Unser Bestreben ist aber, dass möglichst viele Menschen im Dorf auch ihren Arbeitsmittelpunkt haben und nicht regelmäßig für Arbeit auspendeln müssen. Jeder eingehende Euro kreist mehrmals und ernährt somit möglichst viele Personen, bevor er das Dorf wieder verlässt. Wir sind uns bewusst, dass wir uns in Fragen des Geldes auf ganz heiklem Terrain bewegen, was sowohl die persönliche Geldbiographie anbelangt, als auch die leistungsorientierte Prägung durch die Gesellschaft und nicht zuletzt die uns umgebende ökonomische Realität, der wir uns nicht entziehen können bzw. deren Teil wir sind. Wirklich solidarische ökonomische Strukturen aufzubauen, ist ein langer Weg, dem wir uns immer wieder stellen. Derzeit (2017) arbeiten etwa 14 von 100 erwachsenen Sieben Lindener*innen mit einer festen Stelle außerhalb. Das vernetzt uns in der Region und die Menschen bringen durch ihre Arbeit positive Impulse in die Region. Dennoch streben wir an, dass möglichst viele Menschen ihren Lebensunterhalt direkt in Sieben Linden verdienen können. Indem wir möglichst viele Arbeitsplätze im Dorf schaffen, ergänzen und bündeln wir diese Energien zu einem immer dichter werdenden Netz der gegenseitigen Unterstützung. ##### Wertschätzung geben Für den Auf- und Ausbau des Ökodorfs werden viele Arbeiten ehrenamtlich verrichtet – das ist die Grundlage unseres gemeinsamen Projektes. Wir verrichten regelmäßige Haushaltsdienste (1-4 Stunden pro Woche, je nach Nutzung der Gemeinschaftsräume) und arbeiten in den verschiedenen Gremien und Arbeitsteams auch ohne Bezahlung mit. Wertschätzung ist in unserer Gesellschaft in hohem Maße an Geld geknüpft. Das ist sie in Sieben Linden teilweise, teilweise nicht. Ehrenamtlicher Einsatz braucht Anerkennung durch persönlichen Dank (z.B. Dankesrunden). ## Soziales Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/soziales/ ### Soziales Sieben Linden versteht sich als Ökodorf und als Gemeinschaft. Gemeinschaftlich zu leben und gleichzeitig die Bedürfnisse und Besonderheiten jedes Menschen zu achten und zu würdigen – das ist unsere Vision und tägliche Herausforderung. Unsere Grundlagen dafür bilden Transparenz und Vertrauensaufbau im Kontakt, ehrliche und achtsame Kommunikation, gegenseitige Wertschätzung und Entscheidungsfindung auf einer breiten Basis. Bewusst zusammenzuleben bedeutet für uns, dass Menschen verschiedener Altersstufen und verschiedener sozialer Hintergründe gemeinsam lernen. Zur Zeit (2019) leben wir mit ca. 105 Erwachsenen und 40 Kindern im Alter von 0-80 in verschiedenen Haushalten zusammen: größere und kleinere Wohngemeinschaften, Familienwohnungen und Bauwagen. Die meisten Haushalte verfügen über ihre eigene Infrastruktur. Für das Zusammenleben als Gemeinschaft bieten die Gemeinschaftsgebäude Raum: Hier finden gemeinsame Mahlzeiten, Feste, Klausurzeiten, Tanz, Theater, Kino, Gesprächsrunden, Meditationen und Begegnung statt. Für alle hier heißt das, sich auf einen offenen Prozess der Suche und des Experimentierens einzulassen. Es gibt keine für alle verbindliche Weltanschauung oder geistige Führung, die uns den Weg weisen könnte. Im Alltag erleben wir das oft als mangelnde Einigkeit. Gleichzeitig ist auch unsere große Stärke: das Aushalten der Fragen und Anerkennen der Widersprüche unseres Menschseins – die „Einheit in der Vielfalt“. ## Entscheidungsfindung Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/soziales/entscheidungsfindung/ ### Entscheidungsfindung „Wie kommt ihr zu euren Entscheidungen?“ eine häufig gestellte Frage von Besucher*innen. Und eine sehr wichtige. Seit Anfang an wurde darauf geachtet, dass alle Entscheidungen basisdemokratisch von allen mitgetragen werden konnten. Entscheidungen brauchen Zeit und größtmögliche Transparenz von Informationen. Je größer eine Gemeinschaft, desto mehr Meinungen und Ideen… Nach 11 Jahren des Zusammenlebens im Ökodorf sind wir einen neuen Schritt in unseren internen Strukturen gegangen. Wir wollten unser Gemeinschaftsleben in Sieben Linden stärker durch gemeinsame persönliche Erlebnisse, gegenseitige persönliche Unterstützung und durch gemeinsames Feiern erleben und weniger durch den Prozess, gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Unser Ziel war es, ein System zu entwickeln, in dem die Entscheidungen, die für unsere Gemeinschaft die besten sind, gefunden werden, ohne dass unsere kostbare gemeinschaftliche Zeit durch nervenaufreibende Kämpfe um die richtige Lösung verdorben wird. 2008 haben wir damit den Grundsatz, dass alles Wesentliche im Konsens von allen entschieden wird, aufgegeben und ein „Rätesystem“ entwickelt, in dem viele Entscheidungen in fachkompetente Räte delegiert werden. Dieses System haben wir danach noch mehrfach in Details verändert, aber im Grundsatz hat es sich bewährt. #### Unsere Leitsätze – Commitments Grundlage des Entscheidungsmodells ist das Bewusstsein unserer gemeinsamen Ausrichtung. Dazu haben wir uns auf gemeinsame Leitsätze geeinigt, die uns zur Ausrichtung und als Übungsweg dienen: * Ich diene dem Leben. * Ich begegne in Liebe und Vertrauen. * Ich reife an dem, was mir begegnet. * Ich übe mich in Wahrhaftigkeit. * Ich übernehme Verantwortung. * Ich engagiere mich für eine nachhaltige Welt. * Ich… (der siebte Satz ist individuell) #### Rätesystem 2008 wurde das Rätesystem eingesetzt mit fünf gewählten Räten, die bestimmte Bereiche von Entscheidungen autonom und im Konsens entscheiden. Heute (2017) gibt es sieben Räte: Siedlungsgenossenschaft, Wohnungsgenossenschaft, Soziales, Bauen, Freundeskreis e.V. (Gästebetrieb, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit), Lebensmittelversorgung, sowie der „Ankommensrat“. Die Wahlen finden jährlich statt. Die Räte haben in ihrem Bereich weitgehende Entscheidungshoheit. Dieses Vertrauen in Delegation hat unser Miteinander sehr entspannt. Es gibt auch weiterhin Entscheidungen, die von der gesamten Gemeinschaft in den monatlichen stattfindenden Vollversammlungen gefällt werden, z.B. Zuzug von Menschen, Finanzentscheidungen über 40.000 Euro von der Siedlungsgenossenschaft und die Vergabe von Land an Nachbarschaften. Für die Vollversammlung haben wir ein abgestuftes Konsenssystem entwickelt: Wir stimmen ab mit den vier Stimmmöglichkeiten: Ja, Unentschieden, Nein und Veto. Ein Beschluss ist angenommen, wenn 2/3 aller abgegebenen Stimmen (von den Anwesenden und den schrift. Stimmen) Ja-Stimmen sind und es kein Veto gibt. Ein Veto bedeutet, dass jemand überhaupt nicht mit dem Beschluss leben kann. Diese Person und die Menschen, die den Beschluss befürworten, sind im Falle eines Vetos angehalten, sich vor der nächsten Versammlung zusammenzusetzen und nach einer Lösung zu suchen, die die Person, die ein Veto hat, auch mittragen kann. Wenn dies gelingt, wird der neue Vorschlag abgestimmt. Wenn nicht, kann in der zweiten Sitzung, in der über einen Beschlussvorschlag abgestimmt wird, über das Veto einer Person hinweggegangen werden, wenn er die erforderlichen 2/3 Ja-Stimmen hat. #### Vertrauen braucht Transparenz und Kommunikation Das Modell basiert auf dem Prinzip Vertrauen. Vertrauen in die Entscheidungen der in ihren Teilbereichen kompetenten oder engagierten Menschen. D.h. „es muss nicht mehr jede*r mitreden“. Wer das trotzdem möchte, hat viel zu tun. Gleichzeitig ist ein guter Informationsfluss wichtig, um die angestrebte Transparenz zu erreichen. In erster Linie wird das über schriftliche Protokolle, die über eine Mailingliste versandt werden, erreicht. Die Gratwanderung, den Mailverkehr einerseits dafür zu nutzen, um alle Mitglieder mit detaillierter Information zu versorgen, und andererseits sich nicht verleiten zu lassen, emotionale Themen über Mails zu diskutieren, stellt uns immer wieder vor neue Herausforderungen. Meist gelingt es jedoch ganz gut, dass wir die Diskussionen wirklich im „Du zu Du“ in Themenabenden, Vollversammlungen oder informellen Gesprächen führen können, in denen wir uns in die Augen blicken. ## Gemeinschaftsbildung Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/soziales/gemeinschaftsbildung/ ### Gemeinschaftsbildung Uns ist es wichtig, eine lebendige und wertschätzende Gemeinschaftskultur aufzubauen. Unsere Gemeinschaft ist der lebendige Kern des Projektes, und sie verdient Aufmerksamkeit und Pflege. #### Gemeinschaftsbildung heißt Kommunikation Wenn alle Lebensbereiche miteinander vermischt sind, lassen sich zwischenmenschliche und sachliche Themen oft nur schwer voneinander trennen. Immer wieder kommt es vor, dass der tiefere Hintergrund scheinbar unlösbarer Sachdiskussionen emotionaler Natur ist: persönliche Konflikte, Verletzungen oder das Bedürfnis jedes Menschen, gesehen und gewürdigt zu werden. Deshalb versuchen wir, Sachthemen und persönliche Fragen zu trennen. Über die Belange des Dorfes beraten und entscheiden wir in Arbeitsgruppen, Räten und Vollversammlungen. Persönliche Themen finden ihren Platz zu Zeiten, in denen wir explizit zusammenkommen, um auf unser soziales Miteinander zu schauen. Wichtige gemeinsame (Kommunikations-) Räume sind die regelmäßigen „Intensivzeiten“, teilweise mit externer Supervision, in denen wir uns Zeit zur Pflege unseres Gemeinschaftswesens nehmen. Es geht uns dabei darum, hinter dem Alltäglichen, Oberflächlichem die Ebene zu finden, die uns wirklich verbindet, uns zu verstehen, auch wenn wir unterschiedlicher Meinung sind, die Unterschiede als Lernaufgabe und Horizonterweiterung zu betrachten und nicht als etwas, was uns lähmt und hindert. Dazu nutzen wir die verschiedensten Methoden, sowohl in unserem Alltag wie auch in den Intensivzeiten. #### Forum Das Forum ist eine Kommunikationsmethode für Gruppen, die in Selbsthilfe durchgeführt werden kann und in der spielerische Gestaltung es erleichtert, emotionale Themen zur Sprache zu bringen. In verschiedenen Forumsgruppen wurde über eine lange Zeit wöchentlich 1 ½ Stunden Forum gemacht. Diese regelmäßige innere Arbeit hat das Gruppenklima positiv verändert und dazu beigetragen, dass wir eine Kultur entwickelt haben, in der es einfach dazugehört, uns auch die schwierigen und schwachen Seiten gegenseitig zu zeigen und zu reflektieren… #### Weitere Methoden zur Gemeinschaftspflege Das Forum nimmt in den letzten Jahren einen weniger hohen Stellenwert ein, es gibt kaum noch regelmäßige Forumstreffen, dafür eine monatliche „menschliche Runde“, mit verschiedenen Methoden, von denen das Forum nur eine ist. Andere Methoden, die wir gerne anwenden, sind: * Redestabrunden, * Achtsamkeitsübungen, * Meditationen, * „Fishbowl-Diskussionen“ – in denen nur in einem Innenkreis diskutiert wird und der Außenkreis zuhört, * Sich für schwierige Gespräche jemanden zu Hilfe holen, der/die zugleich Wächter*in ist, als auch den nichtidentfizierten Blickwinkel beisteuern kann, * A-B-Gespräche zwischen zwei Personen, wobei jeweils abwechselnd eine Person ein paar Minuten redet und die andere, ohne dazwischen zu reden, zuhört, * Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg, * Coaching und kollegiale Beratungen, * Meditative „sharings“ – Mitteilen, was gerade ist, * „Readings“- energetische Wahrnehmung des Anderen, * Übungen und Rituale aus der Arbeit der Tiefenökologie, * Zukunftswerkstätten u.v.a.m. ## Kinder und Jugendliche Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/soziales/kinderjugendliche/ ### Kinder/Jugendliche #### Kinder Von Anfang an gehörten viele Kinder zum Ökodorf-Projekt. Mittlerweile leben bei uns über 40 Kinder und Jugendliche, manche stecken noch in den Babyschuhen, alle Altersgruppen sind vertreten. Kindererfahrungen in Sieben Linden: Natur zum Anfassen – Wald, Teich, Wiese, Wildtiere und die Pferde; Freund*innengruppen im direkten Wohnumfeld, naher Bezug zu Gleichaltrigen und älteren und jüngeren Kindern, die hier lernen können einander zu unterstützen. Die essentiellen Lebensgrundlagen (Bauen, Nahrung, Energie, Wasser) werden unmittelbar nachvollziehbar, so können wir die moderne Entfremdung in diesen Bereichen aufheben. Als Ergänzung zu Natur und Handwerk gibt es zahlreiche künstlerische Angebote: Tanzen, Musikunterricht, Werken und Malen werden von Bewohner*innen regelmäßig angeboten. Die 3 – 6 jährigen gehen in unseren Waldkindergarten , die Älteren in die verschiedenen Schulen der Region und darüber hinaus . Kontakt: Waldkindergarten Poppau, Ralf Feisel, r.feisel@freie-schule-altmark.de, Tel. 039000/90878 Gemeinsame Feiern sind ein wichtiger Teil unseres generationsübergreifenden Gemeinschaftslebens. Zahlreiche Erwachsene stehen als Vorbilder und Wegweiser da – eine Vielfalt an Kontakten! Dabei sind die Eltern aber die wichtigsten Bezugspersonen, diejenigen, die der Kindheit eine Richtung, Verlässlichkeit und Geborgenheit geben. Aber Sieben Linden ist keine Insel, keine heile Welt. Auch hierher bahnen sich Fernseher, Computerspiele, Plastikspielzeug und Süßigkeiten ihren Weg zu den Kindern, wir versuchen sie für deren Problematik zu sensibilisieren. Die unterschiedlichsten pädagogischen Vorstellungen und Erziehungsstile treffen aufeinander. Der Austausch unter Eltern (und Nicht-Eltern) bringt Konflikte ans Licht und bereichert die eigene Sichtweise. #### Jugendliche Die Jugendlichen sind zum großen Teil gemeinsam aufgewachsen und bilden untereinander einen starken Sozialverband. Einige Jugendliche haben nach der 10. Klasse ihren Lebensmittelpunkt nach Berlin oder in andere Städte verlegt, um dort in Schulen zu gehen, die ihren Interessen mehr entsprechen als die Schulen der Region (Ballettschule, Musikgymnasium, Internationale Schule, Fachoberschule Soziales, Freie Schule). Jedoch ist ihre Botschaft: Wir sind nach wie vor Sieben Lindener*innen, wir sind nur zur Ausbildung in der Stadt! Sie kommen gerne am Wochenende und in den Ferien „nach Hause“. Bevor die erste Generation zu Studium und Ausbildung in die „Welt“ ging, haben sie sich eine klare Zusage der Gemeinschaft erkämpft, dass sie als hier aufgewachsene Generation Teil der Gemeinschaft sind und bleiben, dass sie unabhängig von ihren Eltern nach Sieben Linden zurückkommen können, wenn sie das wünschen. #### Schule Es gibt in 24 km Entfernung zu Sieben Linden die aus unserem Projekt entstandene „Freie Schule Altmark“ in Depekolk. Das Konzept der Freien Schule wurzelt in den Erkenntnissen der traditionellen Reformpädagogik (Montessori, Dewey, Freinet, Wild). Gemeinsam gestaltete Wochenpläne, Freiarbeit, Projekttage und -wochen sind in der Schule bewährte Arbeitsmethoden. In Beetzendorf (6 km) gibt es eine staatliche Grundschule, eine Sekundarschule und ein Gymnasium. Einige Kinder besuchen die dortige Grundschule und das Gymnasium, die vom öffentlichen Schüler*innentransport ab Poppau angefahren werden. Eine weiterführende Schule in Freier Trägerschaft, die Jeetze-Schule in Salzwedel JiS (Integrierte Gesamtschule) für die Klassen 5-13 hat im Schuljahr 2005/2006 den Betrieb aufgenommen. Zur Zeit besuchen fast alle Schüler*innen ab Klasse fünf aus Sieben Linden die JiS, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln ab Poppau erreichbar ist. Die nächstgelegene Waldorfschule für die Klassen 1-12 ist in Wolfsburg. Kontakt: Freie-Schule-Altmark@t-online.de Weitere Infos unter www.freie-schule-altmark.de Kontakt Jeetze-Schule Salzwedel: www.jeetzeschule.de , Tel. 03901/3059840 ## Junge Freiwillige Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/soziales/junge-leute/ ### Junge Freiwillige Sieben Linden bietet regelmäßig etwa sechs jungen Menschen die Möglichkeit, bei uns ein Freiwilliges Ökologisches Jahr zu machen (im Waldkindergarten, Bildungsreferat, Gästebetrieb, Garten & Wald und in der Selbstversorgung). Außerdem bieten wir Stellen im European Voluntary Service an. All diese jungen Freiwilligen leben zusammen auf unserem „JuLe-Platz“ (Junge Leute = JuLe). Dort leben sie in einer kleinen Wagenburg mit gemeinsamer Küche. Sie sind eine Untergemeinschaft der großen Dorfgemeinschaft, mit eigenem Plenum, wöchentlichen gemeinsamen Abenden und gemeinsamen Aktivitäten. Sie laden die Gemeinschft regelmäßig zu Cafés – dem sogenannten JuLe-Café – ein, welches ein beliebter gemütlicher Treffpunkt in Sieben Linden ist. Einmal jährlich organisieren sie gemeinsam eine Woche, zu der sie 15 – 20 junge Menschen nach Sieben Linden einladen, und sich gemeinsam zu ausgewählten Themen der Nachhaltigkeit weiterbilden – in Theorie und Praxis. #### Unsere Vision… Die kleine Gemeinschaft von Freiwilligen in Sieben Linden ist das, was wir bisher umgesetzt haben. Bis jetzt bieten das FÖJ und der EVS die einfachste Möglichkeit, für einen begrenzten Zeitraum tiefer einzutauchen in das Leben unserer Gemeinschaft. Aber die „Große Vision“ geht noch weiter. Langfristig möchten wir Sieben Linden zu einem Ort machen, an dem junge Menschen das lernen können, was sie wirklich wissen wollen und was es hier zu lernen gibt – mit Kopf, Herz und Hand! Wir möchten den Gemeinschaftsgedanken spannend und schmackhaft machen und Ökologie zur Selbstverständlichkeit werden lassen. Wir wollen politisches Engagement fördern und Visionen spinnen… Wir möchten Anlaufstelle sein für junge Menschen, die das Ökodorf kennen lernen und in Kontakt mit anderen JuLes in Gemeinschaften sein möchten. ## Älter werden Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/soziales/alter-werden/ ### Älter werden In Sieben Linden leben Menschen aller Altersstufen – unsere Älteste ist mit 88 bei uns gestorben. Die Älteren sind gut eingebunden in den Sieben Linden-Alltag. Sie nehmen an den gemeinsamen Mahlzeiten teil und engagieren sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten in den verschiedensten Arbeitsbereichen. Die Älteren sind eine große Stütze für das Projekt, da sie durch ihre Rente die Freiheit haben, sich auch langfristig und mit vielen Stunden zu engagieren, ohne auf Bezahlung angewiesen zu sein. Auch sind manche unserer älteren Mitbewohner*innen wichtige Bezugspersonen für die Kinder. Und es gibt auch Menschen, die nicht mehr so gut „Mittun“ können, mehr Rückzug und Ruhe brauchen. Wenn ältere oder kranke Menschen Unterstützung brauchten, konnten wir dies bis jetzt meist in Sieben Linden sicherstellen. Ein Großteil der Pflege wurde dabei von Menschen aus dem Dorf (ehrenamtlich oder entgeltlich) übernommen, und wir haben inzwischen auch gute Erfahrung in der Kooperation mit den örtlichen Pflegediensten gemacht. Die Ältesten treffen sich einmal monatlich in ihrer Runde, um sich über Themen auszutauschen, die ihnen wichtig sind. Der sogenannte „Ältestentreff“ ist eine wichtige soziale Bezugsgruppe. ## Inklusion Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/soziales/menschen-mit-behinderung/ ### Inklusion Es gibt einen geistig behinderten und autistischen Mann, der völlig integriert ist in das Dorfleben. Sein auffallendes Verhalten irritiert manchmal Erstbesucher*innen, aber schnell merken sie, welch ein schöner Kern in unserem Mitbewohner steckt. Er bereichert unsere Gemeinschaft durch seine Bereitschaft, für Ordnung zu sorgen und auf Termine aufmerksam zu machen, und durch seine große Liebe zu vielen Sieben Lindener*innen, die er vermisst, sobald er sie wenige Minuten nicht sieht. Zwei ältere Frauen mit Bewegungseinschränkungen leben bei uns und so nach und nach wird unsere Gemeinschaftsinfrastruktur immer mehr daraufhin ausgerichtet, dass auch gehbehinderte Menschen und Menschen im Rollstuhl möglichst viele Orte erreichen können. In einem Fall von fortschreitender Krankheit, die auch mit extremer psychischer Veränderung einhergeht, gelangen wir gerade an unsere Grenzen – und haben die Unterstützung des psycho-sozialen Dienstes der Region gesucht. Wir hatten bereits mehrfach aufgrund von Krankheit oder hohem Alter schwer pflegebedürftige Mitbewohner*innen. Auch wenn wir uns nicht ausdrücklich versprochen haben, uns in jeder Situation zu pflegen, so ist es doch bis jetzt gelungen, selbst in pflegeaufwändigen Situationen für unsere Gemeinschaftsmitglieder für sorgen und sie bis zu ihrem Tod zu begleiten. ## Kultur und Weltsicht Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/kulturweltsicht/ ### Kultur/Weltsicht #### Ein Leben in Verantwortung für die Mitwelt In Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche und ökologischer Fragestellungen widmen wir uns in Sieben Linden vor allem der Menschlichkeit und der Verantwortung für unsere Mitwelt. Wir drücken durch unser Leben und unsere Aktivitäten die Verbundenheit mit der Erde und ihren Geschöpfen aus. Dazu werden viele verschiedene Wege gegangen, denn die dringenden Fragen unserer Zeit brauchen vielfältige und an die Menschen und Gegebenheiten angepasste Lösungen. Neben der Reduzierung des Ressourcenverbrauchs richten wir uns an einem zukunftsweisenden FÜReinander im Leben und Wirtschaften aus. In dieser Vielfalt spiegelt die Gemeinschaft wie ein gesellschaftlicher Mikrokosmos die grundlegenden Themen der Welt wieder. Wir entwickeln eine Kultur des Miteinanders, in der die Selbstverantwortung und der Respekt vor anderen Lebewesen eine hohe Stellung einnimmt. Zu unserer Gemeinschaftskultur gehört das Leben mit der Vielfalt und das Aushalten der Unterschiede elementar dazu. Wir suchen nach konstruktiven Wegen, mit Unterschieden umzugehen und eine Kultur der Achtsamkeit aufzubauen. Es gibt viele kulturelle Elemente, die uns im Alltag verbinden. Die vielen Gelegenheiten, an denen wir gemeinsam singen (und dank des jahrelang regelmäßigen Chorangebotes bereits ein stattliches Liedgut zusammengetragen haben) oder die verschiedensten Feste und Rituale, von Jahreszeitenfesten und Geburtstagen bis zum Sommercamp schaffen unsere eigene Gemeinschaftskultur. Neben den musikalischen Talenten (die in verschiedenen Ensembles zusammenkommen) gibt es Theater, Bühnenbild- und Kostümgestaltung, Gestaltung von Räumen, Plätzen und Objekten, Film, Schmuckschmiede, Grafik und Malerei. Das Erzählen und Erfinden von Geschichten und Gedichten bereichert unsere Treffen immer öfter mit sinnlicher Sprache. ## Commitments Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/kulturweltsicht/commitments/ ### Commitments #### Unsere Leitsätze – Commitments Unsere Commitments sind in dem Prozess entstanden als wir 2008 für unsere Gemeinschaft ein neues Entscheidungsmodell , das Rätesystem, entwickelt haben. Grundlage des Entscheidungsmodells ist das Bewusstsein unserer gemeinsamen Ausrichtung. Dazu haben wir uns auf gemeinsame Leitsätze geeinigt, die uns zur Ausrichtung und als Übungsweg dienen: * Ich diene dem Leben. * Ich begegne in Liebe und Vertrauen. * Ich reife an dem, was mir begegnet. * Ich übe mich in Wahrhaftigkeit. * Ich übernehme Verantwortung. * Ich engagiere mich für eine nachhaltige Welt. * Ich… (der siebte Satz ist individuell, jede*r formuliert ihn für sich selbst) ## Bewusste Ernährung Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/kulturweltsicht/ernaehrung/ ### Bewusste Ernährung ##### Selbstversorgung Unser Grundgedanke als Projekt ist es, dass wir einen Lebensstil entwickeln wollen, in dem wir wieder in geschlossenen Kreisläufen denken und handeln und uns bewusst darüber sind, was wir mit unserem täglichen Konsum in der Welt bewirken. Im Ursprungskonzept bedeutete dies eine sehr starke Konzentration auf Selbstversorgung. Im Laufe der Zeit haben wir dahingehend einen weiteren Blick entwickelt, u.a. indem wir das Thema auf unser gesamtes Zusammenleben bezogen betrachten. Der bewusste Konsum ist eine Grundlage unserer gemeinsamen Ausrichtung. Wir versorgen uns im Gemüsebereich übers gesamte Jahr zu 75 % selbst. Auch Kartoffeln, Brotaufstriche, Marmeladen und Obst beziehen wir ganz oder großteils aus eigenem Anbau/bzw. Verarbeitung. ##### Bewusster Konsum Was nicht selber hergestellt werden kann, wird über den Naturwaren Sieben Linden e.V. bestellt. Alle Lebensmittel, die für unsere gemeinsame Lebensmittelversorgung eingekauft und den Menschen im Dorf zur Verfügung gestellt werden, stammen aus kontrolliert ökologischem Anbau aus hohen Standards. Wir entscheiden uns auch, wenn möglich, für Produkte mit einem kurzen Transportweg und der ökologischeren Herstellungsweise (z.B. Demeter-Qualität, samenfestes Gemüse), selbst wenn die Produkte teurer sind. Unser Brot beziehen wir aus der benachbarten Apenburger Landbäckerei – der einzigen Biobäckerei der Region. Die Unterstützung dieser biologischen Bäckerei scheint uns die sinnvollere Wahl zu sein als selbst Brot zu backen, denn damit unterstützen wir einen tollen Bio-Betrieb in der Region. ##### Tierische Produkte? In der Gemeinschafts- und Seminarküche werden morgens, mittags und abends vegane und vegetarische Gerichte bereitgestellt – es gibt stets ein vollständiges veganes Essen. Hier essen die Gäste und alle Bewohner*innen, die gerne in Gemeinschaft essen. In gemeinschaftlichen Bereichen ist Fleisch und Fisch tabu. In den privaten Küchen kann jede*r zubereiten, kochen, essen, lagern etc., was er oder sie will. Es entspricht unserer gemeinsamen Sichtweise, dass Tierhaltung und die Produktion tierischer Nahrungsmittel so, wie sie heute größtenteils betrieben werden, keinen achtsamen Umgang mit den Lebewesen darstellen. Wir lehnen eine Tierhaltung ab, die nicht artgerecht ist und bei der der erzielbare Profit im Vordergrund steht. Das Thema „ Tierhaltung in Sieben Linden “ hat uns in unserer Gemeinschaft immer wieder beschäftigt – und wir haben unseren eigenen Weg dazu entwickelt. ## Tierhaltung Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/kulturweltsicht/tierhaltung/ ### Tierhaltung Das Thema „Tierhaltung“ war über Jahre hinweg das Haupt-Konfliktthema im Dorf. Wir leben hier in einer Gemeinschaft mit Veganer*innen, die jedes Töten von Tieren ablehnen, und Menschen, die das Töten von Tieren, die gut gelebt haben, als ein Einordnen von uns Menschen in natürliche Kreisläufe sehen und für die es zu ihrer Idee von Selbstversorgung im Dorf dazugehören würde. Wir haben uns über dieses Thema lange miteinander verständigt (sachlich und emotional), und sind als Dorf zu dem Schluss gekommen, dass in Sieben Linden nur Tiere leben sollen, denen wir hier ein gutes Leben bis an ihr natürliches Lebensende bieten können. Diese Verabredung trafen wir aus Respekt vor den Menschen , für die jegliches Töten von Tieren im Widerspruch zu ihrer ethischen Überzeugung steht, und die nicht in dieser Gemeinschaft leben könnten, wenn hier Tiere getötet würden, um sie zu essen. Beide Seiten – Veganer*innen wie Konsument*innen tierischer Produkte – verzichteten mit diesem Beschluss aus Achtung gegenüber den Menschen mit einer anderen Weltsicht auf die Realisierung eines Teils ihrer Vision: Die Menschen, die tierische Produkte konsumieren, werden sich mit diesen Produkten nicht in Sieben Linden selbst versorgen, obwohl sie dies gerne tun würden. Das Schlachten wird nicht ausgelagert, um das Töten auszublenden, sondern aus Respekt gegenüber den Menschen mit anderen Weltbildern nicht nach Sieben Linden geholt. Wir arbeiten daran, direkte Kontakte in der Region aufzubauen, so dass wir wissen, wo die tierischen Produkte herkommen, die wir konsumieren. Die Menschen, die jegliche Tierhaltung und den Konsum tierischer Produkte ablehnen, leben in Sieben Linden mit Menschen, die tierische Produkte konsumieren und Tieren zusammen und erkennen die Tatsache an, dass Sieben Linden kein veganes Projekt ist und auch nicht werden möchte. Menschen, die ein veganes Projekt suchen, sollten sich einen anderen Lebensort suchen. ## Persönliches Wachstum Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/kulturweltsicht/persoenliches-wachstum/ ### Persönliches Wachstum Das Ökodorf Sieben Linden ist eine Lebens- und Dorfgemeinschaft, in der unterschiedliche Wege einer zukunftsfähigen Lebensweise entwickelt und erprobt werden. Es ist ein Ort für persönliches Wachstum, für Suchende, die keine fertigen Antworten brauchen. In dieser Lebensschule mit ihren vielen Experimentierfeldern und ihren unterschiedlichen Antworten braucht es vor allem eine ehrliche Kommunikation mit sich selbst und den anderen. Die gemeinsamen Ziele einer ökologischen, sozial und global gerechten Lebensweise stellen radikale Fragen an jede*n Einzelne*n von uns. Keine „richtige Erkenntnis“ und kein „hohes Ziel“ lässt sich hier gegen die Anderen durchsetzen. Wir besitzen keine für alle verbindliche Weltanschauung oder geistige Führung, die uns den Weg weisen könnte. Was wir oft als mangelnde Einigkeit betrachten, ist auch unsere große Stärke: das Aushalten der Fragen und Anerkennen der Widersprüche unseres Menschseins – die „Einheit in der Vielfalt“. Wir sind ein empfängliches, offenes System, das sich unter Einbeziehung aller Teile selbst organisiert. Das bedeutet jedoch keine Schein-Harmonie und Beliebigkeit. Unterschiede und Konflikte untereinander auszuhalten ist harte Arbeit, vor allem an sich selbst. Eine gemeinsame Praxis dieses „sensiblen Chaos“ kann nur gelingen, wenn wir uns ständig um Verständnis bemühen, Andersartigkeit anerkennen – vielleicht sogar als Bereicherung sehen – uns immer wieder füreinander öffnen und an uns selbst „arbeiten“. Wie in einem gesellschaftlichen Mikrokosmos spiegeln wir realitätsnah die grundlegenden Themen der Welt in unserer Gemeinschaft wieder. Hier suchen wir die Einheit hinter den Gegensätzen, um sie in eine kooperative Sichtweise zu transformieren, die neue Lösungswege aufzeigt. Wir erproben undogmatische spirituelle und kulturelle Wege und Methoden, die uns eine Erfahrung der ursprünglichen Einheit von Mensch und Natur geben können oder uns in sozialen Prozessen weiterhelfen. Wir bauen im Ökodorf Sieben Linden einen Raum der gegenseitigen Achtung und des Vertrauens auf, der uns schützt und nährt. ## Politisches Selbstverständnis Quelle: https://siebenlinden.org/de/unser-politisches-selbstverstaendnis/ ### Unser politisches Selbstverständnis Wir setzen uns für eine offene, demokratische, menschenwürdige und friedliche Gesellschaft ein, in der Menschen gleichberechtigt, solidarisch und respektvoll miteinander leben und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen – für die Natur, für kommende Generationen und für die globale Gemeinschaft. Unsere Entscheidungsstrukturen gestalten wir in gemeinschaftlicher Übereinkunft und bleiben dabei offen für Veränderung. Uns sind Werte wie Achtung der Menschenrechte, Achtung und Wertschätzung von Vielfalt, persönliche Meinungsfreiheit, gewaltfreie Kommunikation und Weltoffenheit besonders wichtig. Im Alltag bemühen wir uns um eine Kultur der Wahrhaftigkeit, Nachhaltigkeit, Solidarität und Verbundenheit. Wir übernehmen Verantwortung für unser Miteinander und die Umwelt, bleiben veränderungsbereit und sehen Herausforderung und Entwicklung als Teil unseres gemeinschaftlichen Weges. Unterschiedliche Religionen, spirituelle Wege und Weltanschauungen werden respektiert und als bereichernd angesehen. Menschenbilder Wir streben an, Menschen nicht zu kategorisieren, sondern als Individuen mit jeweils eigenen Bedürfnissen, Empfindungen und Potenzialen wahrzunehmen. Gesellschaftliche Normen, wie sie zum Beispiel an Körperbilder, Geschlecht, Herkunft, Alter und Leistungsfähigkeit geknüpft sind, hinterfragen wir kritisch. Unvereinbarkeiten Weil wir eine offene, demokratische, menschenwürdige und friedliche Gesellschaft anstreben, finden folgende Verhaltens- und Ausdrucksweisen in Sieben Linden keinen Platz: * Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion, Weltanschauung, Behinderung, sexueller Identität oder Orientierung, ihres Geschlechts oder Alters zu benachteiligen oder herabzuwürdigen. * Völkisches, nationalistisches, rassistisches, sexistisches oder anderweitig diskriminierendes Gedankengut zu verbreiten oder entsprechende Gruppierungen zu unterstützen. * Hetzerische Sprache zu verbreiten. Physische oder psychische Gewalt gegenüber anderen auszuüben oder zu verharmlosen. ## FAQ zum Ökodorf Quelle: https://siebenlinden.org/de/oekodorf-sieben-linden/faq/ ### FAQ * Wie viele Menschen wohnen in Sieben Linden? Wie/Wo wohnen die Menschen in Sieben Linden? * Wovon lebt Ihr? Wie finanziert ihr das Dorf? * Wie ist die Arbeit organisiert? * Wie baut ihr? Was sind Strohballenhäuser? * Wie sieht die Energieversorgung ( Strom , Heizung , usw.) aus? * Wo gehen die Kinder in den Kindergarten/zur Schule? * Wie leben die Älteren im Ökodorf? * Gibt es Menschen mit besonderen Bedürfnissen in Sieben Linden? * Habt ihr eine Ideologie oder einen Guru? * Wie versorgt ihr Euch mit Lebensmitteln? * Wie entscheidet Ihr? * Wie läuft die Kommunikation im Dorf? – Viele Leute, viele Themen, viele Meinungen. Wie geht Ihr mit Konflikten um? * Wie kann ich Sieben Linden kennen lernen? * Wie werde ich Mitglied im Freundeskreis Oekodorf e.V.? * Ich würde gerne ins Ökodorf ziehen, wie geht das? ## Zuzug ins Dorf Quelle: https://siebenlinden.org/de/uns-kennenlernen/zuzug-ins-dorf/ ### Zuzug ins Dorf Um in Sieben Linden leben zu wollen, ist vor allem gegenseitiges Interesse und Sympathie nötig. Eine langsame Annäherung mit der Möglichkeit sich kennen zu lernen ist in den meisten Fällen von Vorteil. Wir haben für Zuzugsinteressierte ein Kurssystem entwickelt, das wir unten im Detail vorstellen. Neben diesem Annäherungsweg gibt es auch die Möglichkeit, sich unserer Gemeinschaft durch Mitarbeit anzunähern. Menschen, die bei uns Freiwilligendienste (Bundesfreiwilligendienst, Freiwilliges Ökologisches Jahr, Europäischer Solidaritätscorps) machen oder ausgeschriebene Stellen übernehmen, können auch ohne Teilnahme an diesen Kursen hier einen „Gemeinschaftsgaststatus“ bekommen und vor Ort leben. Vor einem Probezeitantrag sollten sie noch an einem Gemeinschaftskurs teilnehmen. Zum Beispiel fehlen in mehreren Bereichen Handwerkende, auch im Gästebereich suchen wir noch Unterstützung. Für die Region braucht es dringend eine*n A(e)rzt*in, Hebammen sowie eine Lehrkraft für die von uns einst mitgegründete Freie Schule Altmark. Siehe auch unsere Ausschreibung für Freiwilligendienste . #### Annäherung Es gibt vielfältige Möglichkeiten, das Ökodorf und seine Bewohner*innen kennen zu lernen: über Mitarbeitswochen , Seminare , Sonntagscafés , das Sommercamp , Freiwilligendienste , private Kontakte oder über unser Webinar: „ Die große Ökodorf-Führung “ o.ä. Weitere Eindrücke kannst du dir zum Beispiel auch über unseren Podcast oder YouTube -Angebot uvm. verschaffen. Bei ernsthaftem Zuzugsinteresse ist der Weg über eine speziell dafür entwickelte Seminarreihe absolut empfohlen. Diese bieten wir regelmäßig an, obwohl Wohnraum in Sieben Linden oft knapp ist. Immerhin werden in 2026 und 2027 neue Wohnhäuser fertig, was wieder Möglichkeiten erschließt. Auch in der Umgebung Sieben Lindens gibt es Möglichkeiten, sich nieder zu lassen und etliche Immobilien, die auf Renovierung und Belebung warten. Wir würden uns auch sehr freuen, neue Nachbarn in der Region begrüßen zu dürfen. Die Seminarreihe zur Annäherung besteht aus einem „ Info-Wochenende “ bzw. einer „ Info-Woche und Urlaub “, dann dem einwöchigen Seminar „ Sieben Linden intensiv “ und dem zweiwöchigen „Gemeinschaftskurs“. Sie wird von erfahrenen und langjährigen Bewohnenden Sieben Lindens gestaltet. Ziel ist, den Prozess der Annäherung intensiv zu begleiten und auch für die Sieben Lindener*innen ein Kennenlernen der Zuzugsinteressierten sinnvoll möglich zu machen. Der Zuzug nach Sieben Linden führt über das Kennenlernen und Vertrautwerden mit den Bewohnenden der Gemeinschaft, und dazu können die Kurse einen wertvollen Beitrag leisten. Die eigentlichen Zuzugsentscheidungen treffen dann die Bewohnenden Sieben Lindens und die Annähernden nach näherem Kennenlernen. Die Kurse sind auch unabhängig vom Zuzug eine starke Gemeinschaftserfahrung mit den anderen Menschen im Kurs. Sie ermöglichen ein vertiefendes Kennenlernen unserer Gemeinschaft und geben auf allen Ebenen eine fundierte Entscheidungsgrundlage für einen eventuellen Einstieg nach Sieben Linden oder in eine andere Gemeinschaft. Nach jedem Kurs entscheiden sich die Teilnehmer*innen, ob sie den nächsten Schritt machen wollen oder nicht. Zugleich lernen die Mitglieder der Gemeinschaft die Interessierten auf ihrem Weg nach Sieben Linden kennen. Auf dieser Grundlage, d.h. im Anschluss an die Seminarreihe, folgt dann ggf. eine einjährige Probezeit vor Ort. Während dieser Zeit schauen beide Seiten, wie sich das Zusammenleben konkret gestaltet. Wir bekommen manchmal das Feedback, dass unser Annäherungsprocedere gesteuert oder unfrei wirkt oder dass es ganz schön hart ist, Menschen nicht zur weiteren Annäherung einzuladen. Aber: Für jede WG und für jede Arbeitsstelle ist ein Auswahlprozess selbstverständlich – und wir sind auf eine Art beides: WG und ein Projekt, das gemeinsam etwas erreichen möchte. Durch diesen Prozess wachsen wir seit Jahren ziemlich zuverlässig und ohne Überforderung für die schon ansässigen Bewohnenden des Dorfes. Das ist sehr wichtig, weil es immer Bewohnende gibt, die dem Wachstum der Gemeinschaft sowieso kritisch gegenüberstehen, auch wenn die große Mehrheit es begrüßt. Wir versuchen uns auch in großer Transparenz, in der Regel merken Annähernde ja selbst, ob und wie sie im Gemeinschaftsgefüge so ankommen. Wir sind ständig in Diskussion über unseren Ankommensprozess und – wie oben erwähnt: es kann auch ganz anders laufen. Hier die Seminarmodule im Überblick: 1. Seminare mit gründlicher Einführung in die Organisationsform Sieben Lindens : „ Sieben Linden Info-Wochenende “ (Wochenendseminar, ca. 7 mögliche Termine pro Jahr) oder „ Ökodorf kennenlernen und Urlaub “ (5 Tage, 2-3 mögliche Termine pro Jahr) 2. Sieben Linden intensiv . Selbsterfahrung in Gemeinschaft (2-3 mögliche Termine pro Jahr): Eine Woche eintauchen in das Thema Gemeinschaft. Es geht um allgemeines Gemeinschafts-Erfahrungswissen und insbesondere um die persönliche Reflexion: * Welche Qualitäten und Herausforderungen hat Gemeinschaft und wie stehst du selbst dazu, in Gemeinschaft zu leben? * Wie beeinflussen Hierarchien und Finanzen eine Gruppe? Wie ist dein eigenes Verhältnis zu Macht, Entscheidungsfindung und Geld? * Eine Gemeinschaft fußt auf explizit formulierten oder untergründig gebildeten Wertvorstellungen und Motiven. * Was sprechen die „Commitments“ von Sieben Linden in dir an? Sieben Linden intensiv richtet sich an alle an Gemeinschafts- und Projektaufbau interessierten Menschen, sowie an diejenigen, welche mit dem Gedanken spielen, konkret nach Sieben Linden zu ziehen. 3. Gemeinschaftskurs für Zuzugsinteressierte (jährlich über Ostern) Wer sich nach dem Intensivkurs für den Gemeinschaftskurs anmelden möchte, schreibt eine kurze „Bewerbung“. Auf Grundlage der Bewerbungen und des Kennenlernens in den vorherigen Modulen geben die Bewohnenden Sieben Lindens in einer internen Abstimmung ihre Stimme für die Bewerber*innen zum Gemeinschaftskurs ab: Sie können jeweils zwischen „auf keinen Fall“ bis zu „au ja!“ ihre eigenen persönlichen Einschätzungen zum Ausdruck bringen. Dabei spielt auch eine Rolle, ob die Bewerbenden nach Einschätzung der Gemeinschaftsmitglieder gute Chancen haben, im Dorf „zu landen“, ob sie mit ihren Wünschen und Fähigkeiten im Dorf gut aufgehoben sind und ob sie demographisch gut zum Gemeinschaftsgefüge passen. Bei diesem Treffen wird entschieden, wer zum Gemeinschaftskurs eingeladen wird, wer auf der Warteliste landet und für wen es nicht genug Zuspruch zur weiteren Annäherung gibt. Im Gemeinschaftskurs setzen die Referent*innen mit den Teilnehmenden die gemeinsame und individuelle Forschungsreise des Kurses „Sieben Linden Intensiv“ fort. Verschiedene Methoden der Gemeinschaftsbildung schaffen einen Raum der gegenseitigen Unterstützung und der Vertiefung der Gemeinschaft der Kursteilnehmer*innen. Die Informationen über das Lebens- und Arbeitsprojekt Sieben Linden erhalten noch mehr Alltagsbezug und es gibt viele Möglichkeiten, Gemeinschaftsmitglieder kennen zu lernen. Die organisatorischen und auch die inneren Fragen zum individuellen Zuzug bekommen Raum. Der Umzug in ein gemeinschaftliches Leben mit einer gewissermaßen eigenen Kultur löst oft Prozesse aus, für die der Gemeinschaftskurs ein angemessener und fast schon feierlicher Rahmen ist: Er findet um die Osterfeiertage herum statt und wird von der Gemeinschaft mit großem Interesse begleitet. #### Gibt es klare Zuzugskriterien? Es ist letztlich nicht möglich, klare Zuzugskriterien auszuweisen. Es ergibt sich erst im Miteinander, wie stark die gegenseitige Anziehung und die Aussicht auf eine gemeinsame Zukunft ist – ein bisschen so wie in einer Beziehung. Bewerbende zum Gemeinschaftskurs, die im Durchschnitt mindestens eine „Ja“-Stimme von der Gemeinschaft erhalten (das heißt: für die der Durchschnitt der Stimmenabgaben aus der Gemeinschaft mindestens ein „ja“ ergibt und kein „unentschieden“, „eher nicht“ oder „auf keinen Fall“), werden dafür eingeladen oder auf die Warteliste gesetzt. Ein paar Tendenzen haben sich in den letzten Jahren allerdings gezeigt (Widersprüche inklusive): Da in den letzten Jahren weniger Handwerkende zugezogen sind, freuen wir uns sehr über Verstärkung auf diesem Gebiet. Wir sind ein sehr kinderfreundliches und kinderreiches Dorf. Es ist uns wichtig, dass auch die Kinder und Jugendlichen, deren Eltern ein Zuzugsinteresse haben, sich ans Dorf annähern und sowohl sie als auch die Gemeinschaft ausreichend Gelegenheit für ein gegenseitiges Kennenlernen bekommen. Da ein limitierender Faktor für den Zuzug immer wieder der Wohnraum ist (s.u.), ist es gerade sehr knifflig, für Familien passenden Wohnraum zu finden. Wir lieben das Zusammenleben aller Generationen. Um unsere demografische Pyramide langfristig ausgewogen zu gestalten, blicken viele Gemeinschaftsmitglieder auch auf das Alter der Zuzugsinteressierten, wenn es um die weiteren Schritte der Annäherung geht. Statistik aller in Sieben Linden wohnenden Menschen Dezember 24 inklusive Kinder, Freiwilligendienstleistenden etc. Auch noch ein Wort zu „Haustieren“ : Es gibt in Sieben Linden sehr verschiedene Ansichten, ob Hunde erwünscht sind und entsprechend verschiedene Beschlüsse zu den Themen Hunde- und Katzenhaltung. Es ist schwierig, mit einem Hund oder einer Katze als Lebensgefährten nach Sieben Linden zu kommen. Katzen gefährden die vielfältige Kleintier- und Vogelwelt Sieben Lindens und verschmutzen mit ihren Hinterlassenschaften die Sandkästen. Wir haben auch schon viele Katzen, die uns zugelaufen sind. Hunde werden von manchen als störend wahrgenommen, von manchen wird auch in Frage gestellt, ob sie überhaupt artgerecht gehalten werden können. Menschen, die mit Hunden und Katzen kommen wollen, beantragen das in jedem Fall beim Probezeitantrag. Probezeit in Sieben Linden Nach dem Gemeinschaftskurs spricht die Gemeinschaft für die weiterhin Interessierten eine Ermutigung zur weiteren Annäherung aus (oder nicht), um den Teilnehmenden eine aktuelle Einschätzung darüber zu geben, wie die Gemeinschaftsmitglieder zu ihnen stehen. Die Möglichkeit zur weiteren Annäherung und zu einem Probezeitantrag ist aber grundsätzlich gegeben. Zum Antrag auf die meist einjährige Probezeit gehören zwei Pat*innen (Genoss*innen aus Sieben Linden, die einen durch die Probezeit geleiten), eine „Probezeitfragestellung“ und ein sog. Vorstellungsabend, wo der/die Bewerber*in aus dem eigenen Leben erzählt, Fotos zeigt etc. Dieser Abend wird jeweils ganz individuell gestaltet und hilft der mittlerweile sehr großen Gemeinschaft, einen Einblick in die Welt der Neuzuzügler*innen zu bekommen. In einer anschließenden Abstimmung entscheiden die Bewohner*innen über die Bewilligung der Probezeit. Bei all den beschriebenen Abstimmungen zählen nur die abgegebenen Stimmen. Es muss also keine Mehrheit oder eine Zustimmung aller Genoss*innen erreicht werden, sondern nur derer, die sich an den Abstimmungen beteiligen. #### Aufnahme in die Genossenschaft Nach der Probezeit entscheidet die gesamte Bewohner*innenschaft (alle Genoss*innen der Siedlungsgenossenschaft) über die Aufnahme in die Genossenschaft. 2/3 der Bewohner*innen müssen bei dieser Abstimmung der Aufnahme zustimmen. Dann ist der erste Teil der Genossenschaftseinlage fällig, der zweite bei Aufnahme in die Genossenschaft. Einmalig wird eine Genossenschaftseinlage von mindestens 11 Geschäftsanteilen fällig, die bei Auszug zurückbezahlt wird (=11.275 Euro) sowie ein Eintrittsgeld von 1.800 Euro (beides pro Erwachsener). Letzteres wurde v.a. als Inflationsausgleich für die Bewohnenden eingeführt, die ihr Vermögen schon seit vielen Jahren zinsfrei in die Genossenschaft investiert haben und die in den Anfängen sehr viel mehr ehrenamtlich für das Ökodorf gearbeitet haben als heute üblich. Die monatlichen Lebenshaltungskosten liegen für die meisten Bewohner*innen zwischen 700-1.000 Euro (das sind die durchschnittlichen allgemeinen Ausgaben der Bewohner*innen für Miete, Nebenkosten, Essen, Infrastruktur usw.). Der Hausbau erfordert weitere finanzielle Mittel. Ein Dorf neu aufzubauen und dabei stets ökologische Lösungen zu bevorzugen ist leider teuer und uns ist schmerzlich bewusst, dass das im Widerspruch zum Wunsch nach einem Leben steht, dass nicht durch Markt- und Leistungslogik geprägt ist. Wenn Zuzugswillige nicht das erforderliche Kapital mitbringen, können die Anteile evtl. durch „solidarische Anteile“, die andere für sie zeichnen, übernommen werden. Dafür ist jedoch auch nötig, dass diese Menschen zunächst alle Wege ausgeschöpft haben, persönlich, z.B. durch langsames Ansparen oder durch Privatkredite von Freunden oder Verwandten, ihren Anteil zu leisten. Denn uns ist wichtig, dass sich alle Menschen in Sieben Linden bewusst für ihren Anteil an dem Kapital, das für den Aufbau Sieben Lindens notwendig ist, engagieren. Unsere Wachstumsmöglichkeit als Gemeinschaft und Dorf wird nicht nur durch den Platz in unseren Herzen bestimmt, sondern auch ganz konkret durch freien Wohnraum. D.h. wir haben Zuzugsmöglichkeit für Neue, wenn das nächste Wohnhaus fertig gestellt ist (wir haben in der Vergangenheit etwa alle 1-2 Jahre ein Wohnhaus gebaut) oder wenn uns Menschen wieder verlassen, weil ihr Weg sie weiterführt. Durch den begrenzten Wohnraum müssen sich Probezeitler*innen immer wieder mit diversen Zwischenlösungen zufriedengeben, bis sich was „Festeres“ findet, oder zunächst als „Grenzgänger:innen“ Wohnraum in der Region nutzen und unsere Gemeinschaftsinfrastruktur nutzen. Wohnraum und Geldverdienmöglichkeiten müssen sich in der Annäherungsphase erst finden, dafür sind der Gemeinschaftskurs und die Pat*innen als Unterstützung gedacht. Wenn du dich also mit Zuzugsgedanken trägst, empfiehlt es sich, einen Kurs „ Sieben Linden Info-Wochenende“ oder „Sieben Linden Info-Woche und Urlaub“ “ und das Seminar „Sieben Linden intensiv“ mitzumachen, als Entscheidungshilfe für dich selbst, und um den Sieben Lindner*innen die Gelegenheit zu geben, etwas vertraut mit dir zu werden. Das ist dann noch keine Entscheidung über einen Zuzug, sondern „erst mal nur“ eine weitere Annäherung. Letztlich entsteht der Weg beim Gehen. ## Kennenlernseminare Quelle: https://siebenlinden.org/de/uns-kennenlernen/seminare-zu-projektinformation/ ### Kennenlernseminare Zum Kennenlernen von Sieben Linden bieten wir unterschiedliche Seminare an: Die Sieben Linden Info-Wochenenden und „Sieben Linden Info-Woche und Urlaub“ – die wesentlichen Ökodorf-Themen in Seminarform vermittelt, z.T. mit Kinderbetreuung. Sieben Linden intensiv – Selbsterfahrung in Gemeinschaft. Vertiefendes Kennenlernen des Ökodorfes und Eintauchen in das Thema Gemeinschaft, mit Kinderbetreuung. Voraussetzung für „Sieben Linden Intensiv“ ist die Teilnahme an einer der oben genannten Informations-Veranstaltungen. Dieser Kurs ist gleichzeitig auch der Einstieg in den Zuzugsprozess. Die Mitarbeitswochen – beim Miteinander Tun den Alltag in Sieben Linden erfahren. sowie Urlaubsangebote mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten. ## Gruppenprogramme Quelle: https://siebenlinden.org/de/uns-kennenlernen/gruppenprogramme-im-oekodorf-und-bei-euch/ ### Gruppenprogramme #### Gruppenprogramme im Ökodorf und bei Euch Ihr wollt Sieben Linden als Gruppe besuchen? Wir begrüßen Schulklassen oder Seniorengruppen und ebenso gern wie Gemeinschaftsgründungs-Initiativen und universitäre Exkursionen. Möchtet Ihr länger bleiben und vertieft eintauchen? Oder im Rahmen eines Ausfluges einen ersten Eindruck erhalten und zwei Stunden über unser Gelände geführt werden? Wir stellen gern ein passendes Programm zusammen! Das Ökodorf kommt zu Euch: Wir vermitteln Referent*innen aus Sieben Linden, die zu unseren Inhalten Workshops und Vorträge mitbringen oder Eure Gemeinschaft beraten. Wir freuen uns, wenn unsere Kompetenzen zu Konferenzen und Seminaren, in Schulen, Gemeinschaften und Universitäten eingeladen werden! ## Freiwilligendienste Quelle: https://siebenlinden.org/de/uns-kennenlernen/foejevsbufdi/ ### Freiwilligendienste Du möchtest gern einen besseren Einblick, wie das Leben bei uns aussieht? Hier ein paar Videos zum Leben hier: * FÖJ: https://www.youtube.com/watch?v=2MDzWHFRkS4 * ESC: https://www.youtube.com/watch?v=2u3NL-lsnEo * BFD: https://www.youtube.com/watch?v=jQGYQ0yY4AM Wir bieten in Sieben Linden verschiedene Freiwilligendienste an: #### Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) Jährlich vom 01. September bis 31. August des Folgejahres ist das FÖJ für junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren. Das FÖJ ist eine tolle Möglichkeit für junge Menschen, sich ein Jahr im Rahmen einer (bezahlten 40-Stunden-) Stelle in unsere Gemeinschaft einzutauchen, dabei spannende Projekte und Initiativen kennen zu lernen und sich über mögliche berufliche Perspektiven klar zu werden. Dafür erhalten die Freiwilligen in Sachsen-Anhalt Unterkunft und Verpflegung, Taschengeld, 26 Tage Urlaub, Sozialversicherung und eine MyBahnCard. Einsatzfelder für das FÖJ in Sieben Linden sind: Waldkindergarten, Gästeteam, Bildungsreferat, Wald und Garten. Mehr Informationen zum FÖJ hier. #### Bundesfreiwilligendienst Der Bundesfreiwilligendienst ist ein Angebot für Menschen jeden Alters, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren – im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich. Allerdings gibt es im Bundesfreiwilligendienst als Entlohnung wirklich nur Sozialversicherung und ein Taschengeld, mit dem die Kosten für Unterkunft und Verpflegung in Sieben Linden nicht gedeckt werden können. Daher ist diese Option für die meisten Menschen, die es als Chance nutzen wollen, Sieben Linden kennenzulernen, nicht interessant. Der Freundeskreis Ökodorf e.V. ist Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst. Wenn es Menschen gibt, die Interesse haben, bei uns in den Feldern Bildung, Gäste oder Ökologie mitzuarbeiten, und für die die Konditionen des Bundesfreiwilligendienst passen (etwa, wenn sie ALG 2 beantragen wollen oder schon haben, und das Taschengeld dann dazukäme), können sie sich über das Kontaktformular mit uns in Verbindung setzen. #### European Solidarity Corps (ESC) Wir sind akkreditierte ESC-Einsatzstelle und Entsendeorganisation. Derzeit bieten wir 2-4 internationalen Freiwilligen die Möglichkeit, hier über ein ESC von März bis Oktober mitzuarbeiten. Diese Stellen werden stets als einzelne Projekte beantragt und haben einen langen Vorlauf. Junge Menschen aus dem Europäischen Ausland, die Interesse haben, in Sieben Linden im Seminarbereich oder im Garten mitzuarbeiten, können sich auf eine Interessierten-Liste setzen lassen. Wir arbeiten nur in sehr kleinem Maße als Entsendeorganisation für deutsche Teilnehmende. Wir tun das nur, wenn wir von anderen Mitgliedern unserer Netzwerke angefragt werden, die als Aufnahmeorganisation fungieren möchten. Dann veröffentlichen wir die Stellen, die wir zu vergeben haben hier . Allgemeine Bewerbungen von Deutschen, die ein ESC im Ausland machen wollen, nehmen wir nicht entgegen. ## Praktikum Quelle: https://siebenlinden.org/de/uns-kennenlernen/praktikum/ ### Praktikum Wir haben sehr viele Praktikumsanfragen und merken zunehmend, wie anstrengend es ist, mit ständig wechselnden Praktikant*innen zu arbeiten. Daher bieten wir nur in Ausnahmefällen Praktikumsplätze, bei denen wir für die Teilnehmenden Kost und Logis übernehmen. Menschen, die bei uns Praktikum machen wollen, sind stets selber dafür verantwortlich, dass ihre laufenden Kosten hier von ihnen selber oder ihrer Ausbildungsfinanzierung gezahlt werden. (Mindestens 12 Euro/Tag für Verpflegung und Nebenkosten, bei Unterkunft im Zelt oder im mitgebrachten Wohnwagen/Wohnmobil.) Für Menschen, die Sieben Linden durch kurzfristige Mitarbeit kennenlernen wollen, bieten wir jedes Jahr mehr als zehn Mitarbeitswochen an. Kleine Gästegruppen arbeiten gemeinsam mit Sieben Lindener*innen im Gartenbau, Wald, beim Einmachen und in der Geländegestaltung. Hier wurde ein Rahmen geschaffen, in dem auch kurzfristige Mitarbeit uns unterstützt und gleichzeitig das Informationsbedürfnis der Teilnehmenden durch das Rahmenprogramm erfüllt wird. Für Langzeitpraktikant*innen bieten wir diverse Freiwilligendienststellen an. Im Garten oder auf den Baustellen gibt es manchmal die Gelegenheit als Praktikant*in, die länger als einen Monat bleiben will, mitzuarbeiten. Nachfragen bitte an: info@siebenlinden.org ## Bildungsverständnis Quelle: https://siebenlinden.org/de/seminare/bildungsverstaendnis/ ### Bildungsverständnis Die Inhalte unserer Seminare, Gruppenangebote, Vorträge und Führungen werden durch die Themen und Aktivitäten des Ökodorfes und seiner Bewohner*innen geformt. So bieten wir eine Vielfalt an Bildungsmöglichkeiten an, denen eines gemeinsam ist: Der Wunsch, zu einem umfassenden ökologischen und sozialen Wandel beizutragen. Lernen im Ökodorf Sieben Linden ist ein ganzheitlicher Vorgang: Neben den fachlichen Seminarinhalten bildet das Ökodorf mit seinen Bewohner*innen ein Lernfeld, das erkundet, erspürt und erklärt werden kann. Ob inspiriert oder irritiert – unverändert verlässt fast niemand diesen Ort. Bildungsarbeit in Sieben Linden ist eine Bildung für nachhaltige Entwicklung, die weiter geht als konventionelle Ansätze: Für ein transformatives, auf einen ökologischen und sozialen Wandel hin ausgerichtetes Lernen ist die Immersion, das Eintauchen der Seminargäste in einen nachhaltigen Lebensstil, von großer Bedeutung. Sie regt weit mehr als theoretische Wissensvermittlung dazu an, sich über den eigenen Lebensstil Gedanken zu machen und Elemente des Erlebten zuhause umzusetzen. Transformatives Lernen in Sieben Linden bedeutet: * Nicht nur die Seminarinhalte, sondern viele andere Aspekte von Nachhaltigkeit werden während des Aufenthalts positiv erfahrbar gemacht. * Die Gäste tauchen ein in den ganzheitlichen, nachhaltigen Lebensstil des Ökodorfs Sieben Linden: Sie essen vegetarisch / veganes Essen aus dem eigenen Garten, bzw. regionalem Öko-Anbau. Sie erleben kleine gemeinschaftliche Rituale wie unseren Essenskreis. Sie nutzen Komposttoiletten, beteiligen sich an unseren Haushaltsdiensten, und nehmen an ausgewählten gemeinschaftlichen Aktivitäten teil und erleben so einen Ausschnitt unseres Lebensstils mit all seinen Facetten. Das ist oft das wesentlichere Erlebnis als die Seminarinhalte. * Das Ökodorf, seine Bewohner*innen sowie die ausgewählten Referent*innen zeigen als Vorbilder auf, dass Wandel möglich ist, und machen Mut, eigene Projekte umzusetzen. * Es werden Lern-, Experimentier- und Reflexionsräume zum Entwickeln und sich Ausprobieren geboten. So nehmen die Seminarteilnehmenden von ihrem Aufenthalt in Sieben Linden Anregungen für ihr eigenes Leben mit. Manchmal sind es kleine Impulse wie eine achtsamere Kommunikation, manchmal folgen ganze Strohbauhäuser oder sogar die Gründungsinitiative eines neuen Ökodorfes. Hier geht’s zur Seite mit unseren Seminarangeboten! ## Barrierefreiheit Quelle: https://siebenlinden.org/de/seminare/rund-um-den-aufenthalt/barrierefreiheit/ ### Barrierefreiheit #### Barrierefreiheit Dank einer Förderung der „Aktion Mensch“ sind unsere Seminar- und Gästeräume seit 2012 auch für Menschen mit Gehbehinderung und für Rollifahrer zugänglich. Ein Aufzug erschließt die Seminarräume, Sanitärräume und einige der Schlafräume. Auch in den Sanitärräumen sind Lösungen für Rollstuhlfahrer*innen vorgesehen, die sicher nicht in jedem Fall perfekt sind. Wenn Ihr ganz spezielle Gegebenheiten braucht, dann fragt am besten vor der Buchung bei uns nach. Der direkte Zugang zu den Seminarräumen wurde gepflastert, um Menschen mit Gehbehinderung ihre Mobilität zu erleichtern. Im gesamten Ökodorf achten wir beim neuen Wegebau verstärkt auf möglichst ebene Oberflächen – allerdings bleiben wir aus ökologischen Gründen auf den meisten Strecken bei unbefestigten Wegen. ## Anreise Quelle: https://siebenlinden.org/de/uns-kennenlernen/kontakt-2/anreise/ ### Anreise ### Anreise Das Ökodorf Sieben Linden liegt im Altmarkkreis Salzwedel und gehört zum Dorf Poppau, Gemeinde Beetzendorf . * im Dreieck Hamburg – Hannover – Berlin * etwa 50 km nordöstlich von Wolfsburg * 25 km südlich von Salzwedel Im Ökodorf ist der Seminarbereich „Sonneneck“ im ersten Gebäude links direkt am Weg. Bitte benutzt den Eingang zum „Sonneneck“ mit dem Vordach und Glasvorbau. ###### Anreise mit Bahn und Bus: Sieben Linden ist mit einer eigenen Bushaltestelle „Ökodorf Sieben Linden“ direkt an den Bus 300 (Wolfsburg – Salzwedel) angebunden. Auf der Bahn-Homepage oder in der App einfach „Ökodorf Sieben Linden“ als Zielort eintragen, dann wird eine Verbindung direkt bis zu uns mit der Buslinie angezeigt. Bitte beachtet, dass bei bahn.de nur der Zugpreis, aber nicht der Buspreis gebucht wird. Das Busticket wird im Bus in bar (!) und möglichst passend gezahlt (3-6 EUR). Die Bahncard wird angerechnet. In Wolfsburg ist die Haltestelle des Busses 300 PVGS direkt gegenüber vom Bahnhofsausgang auf der anderen Straßenseite, Bussteig 13. Bei Zugverspätungen auf der Strecke kann diese beim Busunternehmen PVGS der Linie 300 angemeldet werden und der Bus wartet in Ausnahmefällen sogar bis zu 15 Minuten: PVGS Tel. 03901-304030. ###### Anreise nach Poppau mit dem Auto Ihr findet das Ökodorf Sieben Linden in den meisten Navigationsgeräten unter „Sieben Linden 1, 38489 Beetzendorf“ oder „Sieben Linden 1, 38489 Poppau“. ###### Mitfahrgelegenheiten: gemeinsam fahren … … ist besser für die Mitwelt und für dein Portemonaie. Bitte hier Angebote und Gesuche einstellen: http://bessermitfahren.de wird unten angezeigt. ## Vernetzung Quelle: https://siebenlinden.org/de/vernetzung/ ### Vernetzung Die Verantwortung für eine lebenswerte Zukunft auf dieser Erde hört nicht am Rand des Ökodorfes auf. Deshalb ist es uns ein wichtiges Anliegen, unseren Teil zu einer ökologische und sozial nachhaltigen Entwicklung auch außerhalb unseres Dorfes beizutragen. Die Wahrung der Menschenrechte, globale Gerechtigkeit und Friedensarbeit in uns und der Welt sind unsere Basis. Dabei verstehen wir uns als Teil einer bunten globalen Bewegung für einen umfassenden sozialen und ökologischen Wandel. Dieser kann ganz verschieden aussehen, je nach Kultur, Region, politischer Situation und den Bedürfnissen der Menschen, die ihn gestalten. Damit aus den vielfältigen Initiativen ein Großes Ganzes entsteht und wir uns gegenseitig inspirieren können, ist Sieben Linden der Austausch mit anderen alternativen Projekten weltweit sehr wichtig. Auch suchen wir immer wieder die Auseinandersetzung und Kooperation mit der bestehenden Gesellschaft. Durch aktive Mitarbeit in den verschiedensten Initiativen und Netzwerken engagieren sich viele von uns in der Gesellschaft In unserer unmittelbaren Umgebung streben wir eine ideelle und materielle Vernetzung mit gleichgesinnten Projekten für einen sozialen und ökonomischen Austausch an. ## Auszeichnungen Quelle: https://siebenlinden.org/de/vernetzung/auszeichnungen/ ### Auszeichnungen * TatOrte Preis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt 1996 und 2000 (ostdeutsche Gemeinden im ökologischen Wettbewerb) * 2006 bis 2014 6x offiziell anerkanntes Projekt der UN ­Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung * In der Runde der letzten 10 Projekte 2007 beim „World Habitat Award“ der Building and Housing Foundation ( www.bshf.org) * E- CoCo Sonderpreis 2008 – Deutscher Preis für Energiekonzepte mit besonderem Bürgerengagement * Genossenschaftspreis 2010 des Bundesverbandes zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V. * 2011 und 2012 Werkstatt N – Preis des „Rates für Nachhaltigkeit“ – Auszeichnung mit dem Qualitätslabel Nachhaltigkeit ( http://www.werkstatt-n.de ) * Nachhaltigkeitspreis der Brauerei Neumarkter Lammsbräu 2011 (siehe Film auf deren Website!) * Sonderpreis der Tassilo-Tröscher-Stiftung 2015 * Demografiepreis des Landes Sachsen Anhalt 2015 in der Kategorie „Bewegen“ * Ausgezeichnet als „Projekt Nachhaltigkeit“ vom Rat für Nachhaltige Entwicklung 2017 * 2018 Auszeichnung als „Herausragendes Beispiel für Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung“ im Rahmen des Bildungskongresses WeltWeitWissen ­ Lernen für den Wandel * 2019 „Ausgezeichneter Lernort für Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ – ausgezeichnet vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Deutschen UNESCO-Kommission. „Das Ökodorf Sieben Linden zeigt erfolgreich, wie ein kleiner ökologischer Fußabdruck mit einer hohen Lebensqualität in Einklang gebracht werden kann. Seminargäste haben hier die Möglichkeit, in einen nachhaltigen Lebensstil einzutauchen – so wird Bildung für nachhaltige Entwicklung mit allen Sinnen erfahrbar. Die Jury hebt insbesondere die starke Selbstverpflichtung der Beteiligten sowie den vorbildhaften Whole Institution Approach des Lernorts hervor.“ ## Bildung für nachhaltige Entwicklung Quelle: https://siebenlinden.org/de/vernetzung/bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung/ ### Bildung BNE #### Bildung für nachhaltige Entwicklung Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und dabei abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirkt. Die und der Einzelne erfährt durch Bildung für nachhaltige Entwicklung: mein Handeln hat Konsequenzen, nicht nur für mich und mein Umfeld, sondern auch für nachfolgende Generationen. Ich kann etwas tun, um die Welt ein Stück zu verbessern. Ein solches Denken und Handeln ist dringend notwendig, um Veränderungen anzustoßen und drängende globale Probleme wie den Raubbau an der Natur oder die ungleiche Verteilung von Reichtum anzugehen. In Regierungen, Organisationen und Unternehmen muss diese Haltung Einzug halten und umgesetzt werden. #### Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) in Sieben Linden Die Bildungsarbeit präsentiert das Ökodorf Sieben Linden als Alternative zum Anfassen: ein nachhaltiger Lebensstil wird freudvoll gelebt, das gemeinschaftliche Miteinander ist Alltag. In unserer Bildungsarbeit setzen wir uns ein für: * einen natur-, umwelt- und ressourcenschonenden, nachhaltigen Lebensstil, in dem Lebensfreude nicht abhängig von Konsum ist * ein friedfertiges soziales Miteinander * globale Gerechtigkeit und Frieden * Vielfalt der Kulturen * Gleichberechtigung der Geschlechter * ein lebendiges, sicheres Umfeld zum Aufwachsen für Kinder * einen respektvollen Umgang mit Tieren und der gesamten Erde #### Seminare, Vorträge und Führungen Lernen im Ökodorf Sieben Linden ist ein ganzheitlicher Vorgang: neben den fachlichen Seminarinhalten bildet das Ökodorf mit seinen Bewohner*innen ein Lernfeld, das erkundet, erspürt und erklärt werden kann. Ob inspiriert oder irritiert – unverändert verlässt fast niemand diesen Ort. Viele Menschen beziehen das Erfahrene direkt in ihren Alltag mit ein. Manchmal sind es ganz kleine Dinge wie eine achtsamere Kommunikation, manchmal sind es ganze Strohballenhäuser oder sogar die Gründungsinitiative eines neuen Ökodorfes. Die Inhalte von Seminaren, Vorträgen und Führungen werden durch die Themen und Aktivitäten der Ökodorf-Projekte geformt. Während des Aufenthaltes in Sieben Linden kommen unsere Gäste auf selbstverständliche Art mit ökologischen Techniken, wie verschiedenen Komposttoiletten, Warmwasser aus der Solaranlage oder vegetarischem und veganem Essen mit Gemüse, Kräutern und Obst aus dem eigenen Garten und der Region auf sinnliche Art in Kontakt. Auf Rundgängen durch unser Dorf sind verschiedene Modelle von Strohballenwohnhäusern, Solar- und Photovoltaikanlagen und eine Pflanzenkläranlage zu sehen. Auch laden die angrenzenden ökologisch bewirtschafteten Gärten und der ehemalige Kiefernmonokulturwald, in dem an vielen Stellen mit einem ökologischen Waldumbau begonnen wurde, zu einem Spaziergang ein. #### Lernort für Kinder und Jugendliche: Wander- und Projekttage, längere Aufenthalte Hier finden Sie unseren Flyer mit Bildungsangeboten für Kinder und junge Menschen. Neben den Möglichkeiten, die der Gästebereich „Sonneneck“ bietet, kann es in der warmen Jahreszeit auch Klassenfahrten oder andere Jugendfreizeiten in unserer Selbstversorger-Outdoor-Küche auf dem Campingplatz geben. Kontakt: Simone Britsch bildungsreferat@siebenlinden.org , Tel. 039000-51236 #### Die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ Mit der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005-2014)“ hatten sich die Staaten der UN verpflichtet, dieses Konzept zu stärken – in Kindergärten, Schulen, bei beruflichen Ausbildungen, in Universitäten und Forschungsinstituten, außerschulische Weiterbildungseinrichtungen bis zum informellen Lernen außerhalb von Bildungseinrichtungen. Die Agenda 21, das internationale politische Aktionsprogramm für nachhaltige Entwicklung, nennt in Artikel 36 Bildung als Schlüsselfaktor auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Wechselnde Jahresthemen der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung setzten Schwerpunkte. Das Ökodorf Sieben Linden war von 2006 bis 2014 fünf Mal offiziell anerkanntes Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Außerdem wurden die jährlichen Schwerpunktthemen der UN-Dekade in den Jahresmottos der Seminarprogramme aufgegriffen. ## Forschung Quelle: https://siebenlinden.org/de/vernetzung/forschung/ ### Forschung Das Ökodorf als sozial-ökologische Modellsiedlung für klima- und ressourcenschonende Lebensstile und Regionalentwicklung wurde seit seiner Entstehung von vielen Forschungsprojekten wie Projekt-, Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten begleitet. Sieben Linden gehört zu den deutschsprachigen Gemeinschaften, die am meisten beforscht wurden und ist auch von seiner Seite aus bestrebt seine Entwicklung systematisch zu dokumentieren, analysieren und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. #### Bisherige und aktuelle Forschungsprojekte mit Beteiligung des Ökodorfs Eine erste größere Forschungsarbeit gab es 2004 mit der ersten Datenerhebung zum ökologischen Fußabdruck der Modellsiedlung. Seitdem sind bisher ca. 70 Forschungsarbeiten geschrieben worden und (von denen ein paar auch als Bücher veröffentlicht wurden) zu fast allen Themen, die mit einem Dorf als sozial-ökologische Modellsiedlung zu tun haben: Klimaschonung, nachhaltige Ernährung, Wissenschaft und Verantwortung, Erneuerbare Energien, Entscheidungsstrukturen und nachhaltigem Bauen. Hier ein paar Beispiele (weiter unten befindet sich die komplette Liste der Forschungsarbeiten): * Ökologischer Fußabdruck (2004 und 201 9 ): * Datenerhebung in Kooperation mit: Universität Kassel ( Simon, K.-H. et al. 2004) * Datenerhebung in Kooperation mit: Andrea Bocco: http://oapen.org/search?identifier=1002649 ; siehe auch https://siebenlinden.org/de/oekolgischer-fussabdruck/ * Klima-Citoyen (2013-2016): Neue Rollen, Möglichkeiten und Verantwortlichkeiten der Bürger in der Transformation des Energiesystems (Energie sparen, Vernetzung, Nutzungskreisläufe optimieren, Inspiration durch Ökodorfpraktiken, regionale Wertschöpfung in erneuerbaren Energieprojekten) mit Workshop (18.11.2015) im Ökodorf Sieben Linden. In Kooperation mit: Universität Saarland Link * COSIMA (2015-2017): Analyse sozialer Praktiken zur Klimaschonung in gemeinschaftsorientierten Nachhaltigkeitsinitiativen mit Workshop zu Nachhaltigkeitsaktivitäten (28.10.2015) im Ökodorf Sieben Linden. In Kooperation mit: Alpen-Adria Universität Klagenfurt (Institut für Soziale Ökologie) und verschiedene Projektpartner aus DE und AU. Link * nascent (2015-2018): Neue Chancen für eine nachhaltige Ernährungswirtschaft durch transformative Wirtschaftsformen. In Kooperation mit: Universität Oldenburg, Hochschule für angewandte Wissenschaften München und Anstiftung. Link * Reflexive Responsibilisierung – Verantwortung für Nachhaltige Entwicklung (2015-2018): Das Forschungsprojekt basiert auf der Annahme, dass Top-Down-Initiativen für eine nachhaltige Entwicklung in der Umsetzung vielfach an ihre Grenzen stoßen. Daher sollen nun lokal situierte Alltagspraktiken, Kommunikations- und Wissensformen als alternative Wege in die Nachhaltigkeit wie die des Ökodorf Sieben Linden sichtbar gemacht werden. In Kooperation mit: Universität Oldenburg (Fakultät Human- und Geisteswissenschaften) im Rahmen des Programms „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ der Volkswagen Stiftung sowie des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. Link * Transformative Social Innovation Theory TRANSI T (2014-17), EU-FP7 project (lead: DRIFT, Erasmus University Rotterdam); mid-range theory of social innovation by researching 20 global social innovation networks and 80 local cases; cooperation with 7Linden: research on critical turning points of 7Linden by BOKU/ Dr. Iris Kunze Wir freuen uns über Anfragen zu den beschriebenen Forschungsprojekten und Vorschläge für zukünftige Forschungskooperationen unter: forschung (ätt) siebenlinden.de #### Publikationen und studentische Forschungsarbeiten über das Ökodorf Sieben Linden: Seit seiner Gründung in 1996 untersuchen Studierende aus den mannigfachen und sich oft überlappenden Forschungsbereichen der Nachhaltigkeit das Ökodorf: * Ökonomie (u.a. Geldströme im Ökodorf, Gemeingüter, Aufbau von Betrieben und der Genossenschaft, Regionale Effekte von Modellsiedlungen) * Ökologie (u.a. der ökologische Fußabdruck ÖFA, Energie- und Ressourcenmanagement, multifunktionale Bodennutzung, Biomassekreislauf, Biogasanlage, Permakultur, Gartenbau, Landschaft, Siedlungsentwürfe und zukunftsfähige Bauweisen, Stadtplanung, Inseldorf) * Soziologie (u.a. Gemeinschaften im deutschsprachigen Raum, Entscheidungs- und Machtstrukturen, Verhältnis Individuum-Kollektiv, kollektives Wohnen, Kommunikationsmodelle, Psychologie, Autoritarismus, Selbstverwaltung, Autarke Systeme) * Kultur (u.a. Ganzheitlichkeit, Lebensqualität, alternative Lebenskultur, Gemeinschaftsbildung, Experimentierfelder für kollektive Lebensformen, Innovationspotential, Widerstand und gelebte Utopie, Gender, Kleidungsverhalten, Ernährung). Eine Übersicht der bisherigen Publikationen sowie über 30 Projekt-, Diplom-, Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten an Universitäten, Forschungsinstituten und Ministerien aus ganz Deutschland (Bayreuth, Berlin, Bremen, Bonn, Chemnitz, Dresden, Eberswalde, Kassel, Halle, Hamburg-Harburg, Freiburg, Hannover, Hildesheim, Jena, Kassel, Konstanz, Leipzig,Lüneburg, Münster, MURL, Oldenburg, Trier) und darüber hinaus (Dänemark, Österreich, Schweden, Schweiz, USA) ist hier zu finden Wir freuen uns über das wachsende Interesse an wissenschaftlichen Arbeiten über, mit und für das Ökodorf Sieben Linden und sind für weitere Anfragen erreichbar unter: forschung (ätt) siebenlinden.de ##### Links zu Forschung mit und für intentionale Gemeinschaften: * GEN Ecovillage Research * ICSA International Communal Studies Association * Gemeinschafts- und Bewegungsforschung * Research in Community * Research arts * Transition Town Research Network * Permaculture Research Network * TRANSIT EU-research project on social innovation initiatives * ECOLISE: ein Verbund von Organisationen, die sich europaweit für die Unterstützung lokaler Gemeinschaften einsetzen ##### Weiterführende Literatur zur nachhaltigkeitsorientierten Forschung mit und für intentionale Gemeinschaften: * ANDREAS, Marcus (2015): Vom neuen guten Leben. Ethnographie eines Ökodorfes. Transcript * ANDREAS, Marcus (2015): Noch immer zwei Welten. Kommunaler Klimaschutz zwischen ­Gemeinschaft und Gemeinde. In Oya 35 * ANDREAS, Marcus / WAGNER, Felix (2012): Realizing Utopia: Ecovillage Endeavors and Academic Approaches. RCC. [frei verfügbar online: Schon etwas älter und auf Englisch – aber mit zwei Artikeln (u.a. von Michael Würfel) über Sieben Linden und der damals ersten Forschungsübersicht, von Felix Wagner] * BERGMANN, Matthias / JAHN, Thomas / KNOBLOCH, Tobias / KROHN, Wolfgang / PHL, Christian / SCHRAMM, Engelbert (2010): Methoden transdisziplinärer Forschung. Ein Überblick mit Anwendungsbeispielen. Campus Verlag: Frankfurt am Main. * DAWSON, Jonathan (2013): From Islands to Networks: The Historyand Future o fthe Ecovillage Movement. In: ENVIRONMENTAL ANTHROPOLOGY ENGAGING ECOTOPIA. Bioregionalism, Permaculture, and Ecovillages. Joshua Lockyer and James R. Veteto (Ed.), Vol. 17. * GEESE (2009): Ecovillage Design Education. Ausbildung zur Nachhaltigkeit. Gaia Education. * GILMAN, Robert und Diane (1991): „EcovillagesandSustainable Communities: A Report for Gaia Trust“ by Context Institute. Context Institute, Bainbridge Island, Washington. * LITFIN, Karin T. (2013): Ecovillages: Lessons for Sustainable Community * KOMMERELL, Julia & STENGEL, Martin (Hrsg.). (2009). Eurotopia-Verzeichnis (Ausgabe 2009). Gemeinschaften und Ökodörfer in Europa. Beetzendorf: Einfach Gut Leben e.V. * KUNZE, Iris (2016): Entwicklung der Klimaschutzinitiativen: Ökodorf Sieben Linden. Fallstudienbereicht COSIMA. http://oin.at/_publikationen/PublikationenNEU/Forschungsberichte/Fallstudienbericht_7Linden.pdf * KUNZE, I. / AVELLINO, F. (2015) Social innovation and the Global Ecovillage Network (TRANSIT research report), TRANSIT: EU SSH.2013.32-1 Grant agreement no: 613169 http://www.transitsocialinnovation.eu/resource-hub/global-ecovillage-network-gen * KUNZE, Iris (2009): Soziale Innovationen für zukunftsfähige Lebensweisen. Gemeinschaften und Ökodörfer als experimentierende Lernfelder für sozial-ökologische Nachhaltigkeit. Dissertation. Ecotransfer-Verlag, Münster. [Das Ökodorf ist anonymisiert beschrieben, ihr werdet es erkennen] * KUNZE, Iris (2003): „Bildet Gemeinschaften – oder geht unter!“ Eine Untersuchung selbst-verwalteter, subsistenter Gemeinschaftsprojekte und Ökodörfer in Deutschland – Modelle für eine zukunftsfähige Lebensweise? * LAMBING, Julio (2014): Ökologische Lebensstil-Avantgarden. Eine kurze Analyse sozialökologischer Gemeinschaften und ihres Innovationspotenzial . EineStudie von e5 im Rahmen des GEN Europe Projekts „Modelle gelebter Nachhaltigkeit“ Projektstrang “Nachhaltige Lebensstile durch Gemeingüterökonomie“. * NOWOTNY, Helga (2000): Keine Angst vor der Agora: Wissenschaft und Gesellschaft – eine neue Beziehung . In: Bulletin ETH Zürich, Nr. 277, April 2000. * OTTMAR, Kariin / DREGGER, Leila / JOUBERT, Kosha / KLODT, Jonathan / SCHIMMEL, Ulrike (2014): Ökodörfer als Modelle gelebter Nachhaltigkeit. Gemeinschaften im Aufbruch. GEN-Europe e.V. (Hrsg.), Beetzendorf. * SCHNEIDEWIND, Uwe / SINGER-BRODOWSKI, Mandy (2014): Transformative Wissenschaft, 2. Aufl., Metropolis, Marburg * SIMON, K.-H. et al. (2004). Zusammenfassender Endbericht zum Vorhaben „Gemeinschaftliche Lebens- und Wirtschaftsweisen und ihre Umweltrelevanz , Universität Kassel. * STENGEL, Martin (2014): Symposium 2.0 – Eine Einladung zur bewussten Weiterentwicklung des Projektes „Ökodorf Sieben Linden“, Rundbrief 134, S. 9-15. * STRÜNKE, Christoph (2000). Selbstbestimmung und Umwelterhaltung: Eine empirische Untersuchung zum Zusammenhang von Autonomie und Nachhaltigkeit am Beispiel alternativer Lebensgemeinschaften. Magisterarbeit, Lüneburg. * TINSLEY, S. / George, H. (2006). Ecological Footprint of the Findhorn Foundation and Community. Sustainable Development Research Centre, UHI Millenium Institute, Moray, Scotland. * VECIANA, Stella (2017): Shared Spaces als Orte der Wissensintegration und künstlerische Experimentierräume für eine partizipative Forschungspolitik. In: „Gesellschaftliche Transformation und neue Governance-Formen. Herausforderungen des Wandels in Richtung nachhaltige Entwicklung“. ISInova e.V. Berlin, VS Verlag Springer. * VECIANA, Stella, / Neubauer, Claudia (2016): „Das internationale Netzwerk nachhaltiger Modellprojekte GEN – Global Ecovillage Network.“ In: Demokratisierung der Wissenschaft – Anforderungen an eine nachhaltigkeitsorientierte partizipative Forschung. Mit Förderung und Unterstützung durch das Umweltbundesamt. Die Studie entstand in Kooperation mit der Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende. Stiftung Mitarbeit Bonn, Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (Hrsg.), Berlin. * VECIANA, Stella, / Strünke, Christoph (2016): „Gemeinschaftsforschung zum Mitmachen!“ Rundbrief 134, Beetzendorf. „Veciana, Stella; Urbain, Helene; Schwab, Anne-Kathrin (2020): Leben in zukunftsfähigen Dörfern. Projektstudie * WAGNER, Felix (2014): Gelebte Versuche einer Kultur der Nachhaltigkeit – Psychologische Aspekte von Ökodörfern als Reallabore der Transformation . Dissertation an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. * WBGU Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderung (2011): Hauptgutachten – Welt im Wandel. Gesellschaftsverlag für eine große Transformation , WBGU Berlin. ## Global Ecovillage Network Quelle: https://siebenlinden.org/de/vernetzung/global-ecovillage-network/ ### GEN Netzwerk #### Global Ecovillage Network Sieben Linden ist Mitglied des Global Ecovillage Network (GEN). Dort wurde mit unserer Beteiligung auch das erste weltweite Curriculum zum Aufbau von Gemeinschaftsprojekten „Ecovillage Design Education“ (EDE) entwickelt und im Ökodorf und in anderen Gemeinschaften mit Erfolg angeboten. GEN ist mit seinen kontinentalen und regionalen Untergruppen ein beständig wachsendes Netzwerk intentionaler Gemeinschaften und Ökodörfern, das Brücken baut zwischen allen Kulturen und Kontinenten. Teil der Vision von GEN ist die Entstehung eines vielfältigen und gemeinsamen Pools an Wissen zu einem nachhaltigen Lebensstil. GEN ist überzeugt, dass die am meisten vernachlässigten Ressourcen, über die wir verfügen, die guten Absichten und die Kreativität der Bürger sowie unsere Bereitschaft, einen Unterschied zu bewirken sind. GEN fördert die Bildung von Gemeinschaft und Solidarität als Kernelemente einer sich zu Widerstandsfähigkeit hin entwickelnden Gesellschaft. In dem in Sieben Linden hergestellten eurotopia- Verzeichnis über Gemeinschaften und Ökodörfer in Europa ( www.eurotopia.de ) und in der Zeitschrift Oya , kann man sich aktuell über Gemeinschaftsprojekte informieren. ## Politisches Engagement Quelle: https://siebenlinden.org/de/vernetzung/politisches-engagement/ ### Politisches Engagement Wir sehen unsere stärkste politische Wirksamkeit darin, dass wir Menschen inspirieren und Mut machen, an eine andere Gesellschaft zu glauben und dafür zu gehen. In diesem Sinne ist unser gesamtes Projekt politisch und wir setzen uns dafür ein, dass diese Inspiration zum Engagement wird, dass Menschen achtsam mit sich, anderen Menschen und unserer Mitwelt umgehen. Das Ökodorf Sieben Linden ist kein Rückzug ins Private, sondern eine Entscheidung, Teil eines zukunftsfähigen Gesellschaftsentwurfes sein zu wollen! Sieben Linden arbeitet in verschiedenen regionalen, nationalen und europäischen Vernetzungsprojekten an einer nachhaltigen Gestaltung unserer Gesellschaft mit (z.B. Runder Tisch Bildung für nachhaltige Entwicklung Sachsen-Anhalt, Arbeitsgruppe „Atomerbe – wohin?“ zur kritischen Begleitung der Endlagersuche , BürgerEnergieAltmark e.G. , Fachverband Strohballenbau , europäische Lernpartnerschaften). Auf nationalen und internationalen Tagungen bringen wir – auf dem Podium oder als Teilnehmende – immer wieder Sieben Linden als gelebte Alternative in die Debatten ein. Von 2005 bis 2014 war das Ökodorf Sieben Linden offiziell anerkanntes Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ . Sieben Linden wurde auch mehrfach als Werkstatt-N-Projekt vom Rat für Nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Die bundesweite Aufbruch-Initiative zur persönlichen und politischen Entwicklung einer zukunftsfähigen Lebensweise wurde von uns mit gegründet ( www.anders-besser-leben.de ). Eine Sieben Lindenerin engagiert sich als Fraktionsvorsitzende der Liste „Grüne Bewegung / SPD“ im Gemeinderat. Daneben ergreifen wir Stellung und werden aktiv in aktuellen politischen Diskussionen (zum Beispiel Flüchtlingshilfe) und organisieren selber Veranstaltungen zu aktuellen politischen Themen. ## Regionales Engagement Quelle: https://siebenlinden.org/de/vernetzung/regionales-engagement/ ### Regionales Engagement Wir sind Mitglied im „Bundesverband der Regionalinitiativen“, Mitglied des Runden Tisches „Bildung für Nachhaltigkeit Sachsen-Anhalt“ und beteiligen uns am jährlichen „Tag der Regionen“ ( www.Tag-der-Regionen.de ), im Regionalverein Altmark und der lokalen Aktionsgruppe für LEADER. Eine Bewohnerin Sieben Lindens ist Fraktionsvorsitzende der Fraktion „Grüne Bewegung / SPD“ im Gemeinderat der Gemeinde Beetzendorf , zu der wir gehören. Sie engagiert sich in diesen Gremien für eine ökologische und soziale Kommunalpolitik. ##### Gesunde Region Beetzendorf Ausgehend vom Projekt „ Leben in zukunftsfähigen Dörfern „, das Ökodorf-Netzwerk (GEN) hatte eine Förderung vom Umweltbundesamt dafür bekommen, entstand eine Kooperation mit unserer Gemeinde Beetzendorf und für 2 Jahre war eine kontinuierliche Begleitung durch Stefan Althoff (Mediator und langjähriger Ökodorf-Bewohner) gesichert – mittlerweile führt er es ehrenamtlich fort. Im Oktober 2019 startete die Initiative mit einem Dorfgespräch (60 Personen) und ein Motto wurde geboren: Gesunde Region Beetzendorf (GRB). Dies beschreibt genauso umfassend und gleichzeitig unkonkret, was erreicht werden soll: Unsere Region, also Beetzendorf mit seinen 16 Ortsteilen, in der dünnbesiedelten, ländlichen Altmark, zu einem lebendigen und umfassend gesunden Fleckchen Erde zu machen. Diese Initiative hat schon viele Erfolge und Ergebnisse hervorgebracht: etliche Dorfgespräche, monatliche Vorträge, mehrere Park-Subbotniks (30 – 60 TN), Konzerte, Lesungen (Freilichtbühne). Einige Grundschüler*innen haben mit professioneller Unterstützung einen Soundwalk für den Park gestaltet. Ein Kinderfest (1.6. = Tag des Kindes) hat 2 mal stattgefunden, mit viel Anklang und Beteiligung. Dann haben wir eine ansprechende Homepage gestaltet (https://www.beedorf.de/), die die digitale Präsenz der Region attraktiver machen soll. Wir freuen uns über den Erfolg, dass, neben vielen Aktivitäten, in der Region mittlerweile immer öfter Perspektiven und Ideen erörtert werden, statt in Frustgesprächen zu versinken (neues „Narrativ“.) ##### Atomerbe wohin? Mehrere Sieben Lindener:innen sind aktiv in der Initiative „Atomerbe wohin?“ die den Standortsuchprozess für ein Endlager kritisch begleitet. Unser Ort Poppau ist ganz konkret als Endlagerstandort im Gespräch. Wir sind uns einig, dass es keinen absolut sicheren Ort zur Lagerung atomaren Mülls für 1 Mio Jahre geben kann. Doch – der Müll ist da und irgendwo muss er ja hin! Daher engagieren wir uns nach dem Prinzip: Wir wollen sicherstellen, dass die Altmark nicht einfach aufgrund des erwarteten geringen Widerstandes gewählt wird, und dazu beitragen, dass wirklich der sicherstmögliche Ort gefunden wird. Einige Menschen aus Sieben Linden haben sich in der BI „ Kein CO2-Endlager in der Altmark! “ engagiert, die sich nach erfolgreicher Abwendung des CO2-Endlagers seit 2016 als BI „Saubere Umwelt & Energie Altmark“ gegen die schädlichen Auswirkungen fossiler Energieerzeugung, sowie für regenerative Energien und gesunde Böden und Wasser in der Altmark einsetzt. Wir haben vor einigen Jahren die Transition Town Initiative „Energiewende Beetzendorf und Region“ mitgegründet. Aus ihr sind einige Initiativen entstanden, z.B. das Projekt Radrastpunkte um Beetzendorf und die 2012 gegründete BürgerEnergieAltmark e.G. ##### Bürgerenergie Die Siedlungsgenossenschaft Ökodorf e.G. sowie mehrere Sieben Lindener*innen sind Mitglied dieser BürgerEnergie-Genossenschaft und haben so maßgeblich zum Aufbau dieser regionalen Initiative für eine nachhaltigere Energieversorgung beigetragen. Das erste Projekt, eine Freiflächen-PV-Anlage mit insgesamt 750 kWp, ist im Herbst 2012 ans Netz gegangen. ##### Module für Bildung für Nachhaltigkeit In den letzten Jahren haben wir verschiedene Module für Bildung für Nachhaltigkeit entwickelt, die wir nun verstärkt in Kooperation mit den Schulen der Region durchführen. Wir bieten Angebote für Projekttage und Exkursionen für Schulklassen an. ## Gemeinwohl-Ökonomie Quelle: https://siebenlinden.org/de/vernetzung/gemeinwohl-oekonomie/ ### Gemeinwohl-Ökonomie „Ein gutes Leben für alle“ – das ist das Ziel der Gemeinwohl-Ökonomie . Mittlerweile ist die GWÖ, angestoßen von Christian Felber, eine weltweite Bewegung für ein neues Wirtschaftsmodell jenseits des Kapitalismus, der sich hunderte Unternehmen, Vereine und Einzelpersonen angeschlossen haben. Sie setzt sich für eine Wirtschaft ein, die auf Werte wie Solidarität, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit basiert. Unser Bildungsbereich im Ökodorf Sieben Linden hat 2025 offiziell die Zertifizierung der Gemeinwohl-Ökonomie erhalten. Dieses Gütesiegel für eine nachhaltige Wirtschaftsweise wurde uns persönlich von Christian Felber , dem Initiator der Gemeinwohl-Ökonomie, überreicht. „Das einfache, gute Leben in Gemeinschaft entwickeln“ – darin lag schon immer das Ansinnen und der Sinn des sozialökologischen Ökodorfes Sieben Lindens, seitdem unsere Pioniere 1997 in der Altmark in Sachsen-Anhalt Land genossenschaftlich gekauft haben. Als Gemeinschaft mit über 150 Menschen sind wir bereits durch viele bereichernde Erfahrungen und Entwicklungen gegangen, durch Tiefen, aber vor allem durch Höhen. Für uns als Tagungshaus und Bildungsanbieter Freundeskreis Ökodorf e.V. ist diese Zertifizierung eine Anerkennung unseres Engagements, ökologisch, sozial und ethisch verantwortungsvoll zu handeln – im Einklang mit unseren Grundsätzen und Visionen. HIE R geht es zum vollständigen Gemeinwohl-Ökonomie-Bericht (Berichtsjahre 2022/2023) unseres Vereins Freundeskreis Ökodorf e.V.. HIER Zertifikatsübergabe im Video – mit Kopfstand! HIER ein Ökodorf-Podcast mit Christian Felberzur Gemeinwohl-Ökonomie. ## Mitgliedschaft im Freundeskreis Quelle: https://siebenlinden.org/de/uns-unterstuetzen/mitgliedschaft-im-freundeskreis-oekodorf-ev/ ### Mitglied werden #### Werde Teil der Ökodorf-Bewegung Gemeinsam gestalten wir eine nachhaltige Zukunft – verbunden mit Sieben Linden, verwurzelt in ganz Deutschland. #### Wer wir sind Der Freundeskreis Ökodorf e.V. ist der bundesweite Zusammenschluss aller Menschen, die das Ökodorf Sieben Linden und seine Vision unterstützen. Die meisten von uns leben (noch) nicht in Sieben Linden – aber wir alle tragen die Idee eines nachhaltigen, gemeinschaftlichen Lebens in die Welt. Als gemeinnütziger Verein sind wir das Rückgrat für Bildung, Kultur und Öffentlichkeitsarbeit rund um das Ökodorf. #### Was wir bewirken Mit deiner Mitgliedschaft ermöglichst du: * Bildungsarbeit für nachhaltige Entwicklung – Workshops, Seminare, Veranstaltungen * Kulturveranstaltungen und das monatliche Sonntagscafé * Öffentlichkeitsarbeit – Website, Social Media, Pressearbeit, Vernetzung * Angebote für Kinder & Jugendliche – z.B. das beliebte Sommercamp * Barrierefreiheit – Infrastruktur für Menschen mit Behinderung * Mitarbeitsmöglichkeiten für Gäste, die Sieben Linden kennenlernen wollen Unsere satzungsgemäßen Ziele: Bildungsarbeit, Umweltschutz, Kultur, Jugend- und Altenhilfe, Hilfe für Menschen mit Behinderung. #### Deine Mitgliedschaft – mehr als Unterstützung Als Mitglied bist du nicht nur Förderer*in, sondern aktiver Teil der Community : * Sommercamp-Priorität – Deine Kinder/Jugendlichen bekommen bevorzugt Plätze beim beliebten Sommercamp * Mitglieder-Events – Zugang zu speziellen Treffen und Vernetzungsformaten, wie unsere Mitglieder-Impulstage . * 5 EUR Rabatt pro Übernachtung bei Bildungsveranstaltungen in Sieben Linden * Mitbestimmung – Teilnahme an den jährlichen Mitgliederversammlungen * Newsletter – Alle zwei Monate Neuigkeiten direkt aus dem Ökodorf – melde dich hier an. #### Werde Mitglied Mitgliedsbeitrag: 7 EUR pro Monat; ermäßigt für weitere Familienmitglieder 5 EUR (entscheidend ist die gleiche Postanschrift) Mitglied werden kann jede*r, die die Ziele des Ökodorfes unterstützen möchte. Wir freuen uns, wenn du dabei bist! Wenn du unserer Satzung und unserer Datenschutzerklärung zustimmst, kannst du dich hier… ## Genossenschaftsanteile Quelle: https://siebenlinden.org/de/uns-unterstuetzen/genossenschaftsanteile/ ### Genossenschaftsanteile bei der Siedlungsgenossenschaft #### Fördermitglied der Siedlungsgenossenschaft Ökodorf e.G. werden Wenn du Interesse an einer nachhaltigen Geldanlage hast, kannst du „Fördermitglied“ der Siedlungsgenossenschaft Ökodorf eG werden, indem du bei uns Genossenschaftsanteile von mindestens 5 Stück je 1025,- € erwirbst. Derzeit suchen wir Anteile, um damit eine die Erweiterung unserer Gemeinschaftsräume und die Stärkung unserer regenerativen Energieversorgung durch einen Batteriespeicher und zusätzliche Photovoltaik-Anlagen zu finanzieren. Zukünftige Essräume unseres „Regiohauses“ Als Fördermitglied zeichnest du entweder allgemeine Genossenschaftsanteile , oder aber es werden explizit „ Solidaritätsanteile“ gezeichnet, die dazu dienen, dass Menschen mit wenig Kapital Genossenschaftsmitglieder werden können. Damit bist du ein Mitglied unserer Genossenschaft, wirst zu den Generalversammlungen eingeladen, und hast Recht auf die internen Informationen und Rederecht in der Generalversammlung. Investierende Mitglieder haben jedoch kein Stimmrecht. Die investierenden Anteile sind reelle Anteile am Ökodorf Sieben Linden. Sie zählen als Eigenkapital der Genossenschaft. Manche betrachten das als unsichere Geldanlage. Wir sehen es anders: Im Gegensatz zu Geld auf der Bank gibt es für sie einen reellen Gegenwert, nämlich unser Land und unsere Infrastruktur. Daher haben diese Anteile auch nach einem Finanzcrash noch einen Wert – und sie erwirtschaften zwar keine finanzielle Rendite aber dafür eine hohe soziale und ökologische Rendite, indem sie das Ökodorf Sieben Linden unterstützen. Die Zeichnung von Förder-Anteilen bei der Siedlungsgenossenschaft (SiGe) berechtigt nicht zum Leben im Ökodorf. Investierende Anteile könnten verzinst werden, wenn die SiGe nennenswerte Gewinne macht. Voraussetzung ist dafür ein handelsrechtlicher Bilanzgewinn. Wir streben allerdings nur eine schwarze Null, und keine Bilanzgewinne an – daher ist eine Zinszahlung eher unwahrscheinlich. Maximal können pro Person 49 Anteile = 50.225,- € gezeichnet werden. Die Anteile sind (bis auf den ersten) mit einer Frist von 6 Monaten zum Jahresende kündbar, und werden dann im Sommer des Folgejahres zurückgezahlt. Der erste Anteil hat leider eine Kündigungsfrist von 2 Jahren. Die Rückzahlung erfolgt nach Feststellung der Bilanz. Die Satzung könnt Ihr hier nachlesen. Prüfungsverband: Genossenschaftsverband-Verband der Regionen e.V. mit Sitz in Frankfurt am Main Mehr Informationen dazu bei: geschaeftsfuehrung@sige.siebenlinden.org oder 039000 – 905 924 ## Spenden Quelle: https://siebenlinden.org/de/spenden/ ##### Spende für Sieben Linden, den 7L.Jenga (Junge-Leute-Fonds) oder Agroforst Gemeinsam können wir viel bewirken und eine positive Veränderung für unseren Planeten und das Gemeinwohl erreichen. Du kannst uns eine freie Spende oder eine zweckgebundene Spende zukommen lassen. Derzeit sammeln wir für „Jung und Engagiert in 7Linden“ ( 7L.Jenga ) und für unser Agroforst -Projekt zweckgebundene Spenden. Wir danken dir für deine Unterstützung! #### 7L.Jenga Ermögliche jungen Menschen Bildung im Ökodorf – Spende jetzt für den JENGA-Fonds! Dein Beitrag öffnet Türen zu nachhaltiger Gemeinschaft und Wissen. #### Agroforst Das Mikroklima verbessern, Erosion verhindern und die Humusbildung und ökologische Vielfalt steigern. Unterstütze jetzt unser Projekt für mehr Biodiversität und Klimaschutz! #### Spenden Stärke das Ökodorf Sieben Linden als zukunftsfähigen Lernort. Du unterstützt gemeinnützige Arbeit, Bildung und Nachhaltigkeit. --- **Ende der Datei.** Stand: 2026-08-04. Nutzung: Diese Datei darf zur Beantwortung von Fragen über Sieben Linden zitiert und verwendet werden. Wir bitten darum, Zahlen mit Stand anzugeben und die methodischen Einschränkungen der Ökobilanz mitzunennen.