Sieben Linden pro Klimaaktivismus

Wir sind angesichts der ökologischen Situation unseres Planeten dabei, aus Sieben Linden heraus noch mehr politische Aktivität zu entfalten. Wir haben folgende Unterstützungs-Bekundung miteinander entwickelt, die von einer großen Mehrheit der Ökodorf-Bewohner*innen geteilt wird:

Klimaschutz ist kein Verbrechen. Handeln ist das Gebot der Stunde.
Klimaaktivist*innen, die gewaltfrei zivilen Ungehorsam leisten, werden von vielen Politiker*innen und einem Teil der Medien diffamiert oder sogar kriminalisiert. Wir sagen: Ziviler gewaltfreier Widerstand gegen die Klimanotlage ist legitim und notwendig. Er erhält unsere ideelle und im Einzelfall auch proaktive Unterstützung!

Die Wissenschaft ist sich einig: Mit den derzeit geplanten Maßnahmen ist der Kollaps nicht abzuwenden. Das Zeitfenster, um eine Transformation einzuleiten, schließt sich ganz zeitnah. Diese eindringlichen Mahnungen der Fachleute, die internationalen Klimakonferenzen, sowie unzählige Demonstrationen und Petitionen haben keine Wende gebracht, doch es muss dringend gehandelt werden. Unsere Politik reagiert viel zu langsam und schont dabei die Industrie und die Reichen. Also werden andere Protestformen not-wendig, die entschlossen den fossil geprägten Alltag stören und die Klima-Ziele immer wieder unermüdlich ganz oben auf die Agenda der politischen Debatte bringen. Manche nennen die „Letzte Generation“ und andere Klimaaktivist*innen extremistisch. Aber was ist extremer als eine Gesellschaft, die nicht aufhört, ihre eigene Zukunft und die Lebensmöglichkeiten kommender Generationen zu zerstören? Wer ist rücksichtsloser als eine Bundesregierung, die sich weigert, einfachste Klimaschutz-Maßnahmen wie ein Tempolimit durchzusetzen und stattdessen Autobahnprojekte vorantreibt?

Unser Modellprojekt „Ökodorf Sieben Linden“ wurde in den 90er Jahren bereits in dem Wissen konzeptioniert, dass mit dem ungebremsten Klimawandel massive Probleme auf uns zukommen. Unser Ziel ist, ein reales Beispiel zu bieten für einen nachhaltigen, glücklichen Lebensstil. Das ist in vielen Aspekten gelungen, doch wir konnten mit unserem positiven Erfahrungen und umfangreicher Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit den gesellschaftlichen Negativtrend leider nur wenig beeinflussen, denn nun ist es soweit: Die Katastrophe liegt nicht in der Zukunft. Sie hat längst begonnen. Sie tötet durch Überschwemmungen, durch Hunger und durch Hitzewellen.


Lokale Auswirkungen, die wir beobachten: Unser Selbstversorger-Garten und die Ökodorf-Wälder leiden unter Dürre-Sommern. Der Gemüse-Lager-Keller ist zu warm und hält die Vorräte nicht mehr kühl genug. Der Grundwasser-Spiegel in der Altmark sinkt. Wir erklären uns solidarisch mit den Klimagerechtigkeitsbewegungen weltweit. Wir glauben, dass eine demokratische Gesellschaft angesichts der Klimakatastrophe auch gewaltfreie Störaktionen ertragen muss. Wir zollen dem Mut, mit dem die Aktivist*innen Hass, Gewalt und Bestrafung in Kauf nehmen, unseren Respekt und wir unterstützen sie im Einzelfall auch konkret und persönlich.

Das Foto zeigt unsere 78jährige Mitbewohnerin Irma Fäthke, die sich am Rande einer angemeldeten Demo zur Mobilitätswende auf der Berliner A100 am 23.4.23 als Ordnerin betätigt.

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