Agroforst

Agroforst

Agroforst ist ein zukunftsweisender neuer Ansatz in der Landwirtschaft, der die biologische Vielfalt stärkt und CO2 bindet. Agroforst hat viele verschiedene Varianten, von denen einige in Sieben Linden umgesetzt werden. Allen ist gemeinsam, dass sie das Mikroklima auf dem entsprechenden Gelände verändern, Erosion vermeiden und die Humusbildung und die ökologische Vielfalt dort verbessern.

In unserem Gemüsegarten haben wir viele Baum- und Heckenreihen zwischen den Gemüsepflanzungen gepflanzt, und der gesamte Garten wird von einer Hecke umfasst.

Ein „Waldrandgarten“ im Norden unseres Geländes integriert in noch größerer Dichte Gehölzpflanzungen und Gemüseanbau.

Kleine Pilotflächen zum „Dynamischen Agroforst“ auf unserem Gelände bieten besonders viel Vielfalt auf kleinster Fläche und sind Demonstrationsflächen für diese innovative Herangehensweise.

Eine Streuobstwiese, in der neben Obstbäumen auch noch Sträucher und Stauden integriert sind, veränderte eine Brachfläche neben unserer Bushaltestelle von einfachem Grasland, das bereits auch vielen Arten Rückzugsraum bot, zu einem vielfältigen Biotop, in dem durch die Gehölzpflanzungen noch deutlich mehr CO2 gespeichert wird.

Unser größtes Projekt im Bereich Agforost findet auf unserer großen Ackerfläche statt: 17 Hektar Acker gehören uns und wurden in den letzten Jahren von einem befreundeten Bio-Landwirt bewirtschaftet. Diese Fläche hat mit starken Erosionsproblemen zu kämpfen, und trotz der Bewirtschaftung nach Bio-Standards ist ein großer Getreideacker natürlich kein Hort der Vielfalt. So haben wir uns zum Ziel gesetzt, hieraus eine Modellfläche für Agroforst in Kombination mit moderner, auch mit Maschinen arbeitender Landwirtschaft zu machen. Hier haben wir bereits Streifen im Gesamtumfang von fast einen halben Hektar Ackerland aus der großflächigen Nutzung herausgenommen und dort Baumstreifen gepflanzt, die auch noch durch weitere Gehölzpflanzungen und Staudenpflanzungen begleitet wurden, um eine wirkliche Vielfalt herzustellen.

Jeweils 25 Bäume bilden einen Baumstreifen. Das sind insgesamt 60 heimische Obstbäume (Apfel, Pflaume, Birne, Walnuss) und 40 weitere Bäume (u.a. Holzbirne, Salweide, Eberesche). Daneben sind die verschiedenen Streifen nach unterschiedlichen Prinzipien gepflanzt. Manche im klassischen “Alley-Cropping”, einfach nur die Bäume, und etwas Fläche drumherum entwickelt sich frei, da es nicht “beackert” wird. Auf einem anderen Streifen haben wir die Prinzipien des “Dynamischen Agroforst” angewandt und die Baumpflanzungen jeweils nach dem Prinzip des Dynamischen Agroforstes mit Pflanzungen von Begleitbäumen und -sträuchern, sowie Stauden begleitet. Der nächste Streifen, der entstehen soll, soll mit schnellwachsenden Bäumen bepflanzt werden, die wir in 10 Jahren für die Brennholzversorgung nutzen wollen – hier experimentieren wir mit der Frage, ob solche Baumstreifen als “Kurzumtriebsplantagen” zwei Ziele kombinieren könnten: eine sinnvolle Ergänzung unserer Landwirtschaft durch die Verbesserung von Kleinklima und Bodenqualität und gleichzeitig ein Beitrag für unsere Brennholzversorgung – so dass der Wald “unberührter” bleiben kann.

Die Baumstreifen stehen in einem Abstand von 30 m. So können landwirtschaftliche Geräte des pachtenden Bio-Landwirts weiterhin den Boden bestellen, beispielsweise für Getreidekulturen.

Obst und Nüsse aus den Streifen können bereits in wenigen Jahren geerntet werden und stärken die regionale Versorgung.

In dem Projekt “Baumstreifen” können Menschen auch ihren CO2-Fußabdruck kompensieren. Der BUND hat diesen Ansatz in seinem Projekt “Klimabonus” ausgewählt. Unter diesem Link kann hier über den BUND unser Baumstreifen unterstützt werden und eigene CO2-Emissionen kompensiert werden – demnächst wollen wir das in Eigenregie übernehmen.