Unser Waldteam bei der ersten Tagung der Wald-Allianz
Netzwerken mit den klügsten Köpfen der sozial-ökologischen Waldbewirtschaftung
Ende April waren die Ökodorf-Waldhüter unterwegs, um der ersten Tagung der Wald-Allianz beizuwohnen: „Von Wäldern lernen: Ökosystemare Wiederbewaldung und Waldentwicklung“ – unter dieser Überschrift trafen sich 160 Teilnehmende in Meiningen. Eine spannende Veranstaltung und ein neues, zukunftsweisendes Netzwerk für die Waldwende.
Was will die Wald-Allianz?
Die Wald-Allianz ist ein neuer Zusammenschluss und hat sich Ende letzten Jahres gegründet. Ziel ist eine Vernetzung von Wissenschaft, Waldbesitzer:innen und Praktiker:innen untereinander und mit der Zivilgesellschaft. Die Wald-Allianz will einen offenen, wissensbasierten Diskurs über alternative Waldmanagement-Konzepte in Gang setzen: „Gemeinsam für eine Waldwende“ ist das Motto.
Klimawandel: Der Wald wird in den kommenden Jahrzehnten essentiell sein!
Das Ökodorf-Waldteam, das nun seit drei Jahrzehnten Wald in der Altmark ökologisch bewirtschaftet, war daran natürlich sehr interessiert und nahm mit offenen Augen und Ohren alle Impulse in Meiningen auf.
Auf der Tagung gab es viele Vorträge und Impulse von Wissenschaftler:innen und Waldpraktiker:innen, die ihre aktuellen Forschungen und Erkenntnisse mit den rund 160 Zuhörenden geteilt haben. Besonders eindrücklich für unser Waldteam war hier ein Vortrag vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung: Wälder seien ein elementarer Bestandteil, um dem Klimawandel und seinen Folgen zu begegnen. Hitzewellen, Starkregen und Temperaturveränderungen würden den Wald aber auch vor immense Herausforderungen stellen.
„Ob für unsere Trinkwasserversorgung, oder die Abpufferung von Hitzewellen: Der Wald wird in den nächsten Jahrzehnten essentiell sein für das Überleben von uns Menschen in der Klimakrise. Zeitgleich sind die hiesigen Kiefernplantagen durch den Klimawandel extrem instabil und gefährdet. Wir müssen unser Möglichstes tun, um unsere Wälder zu stabilisieren und resilienter zu machen.“, so Carl, Forstwirt aus dem Ökodorf.
Lösungsansatz: Naturnahe, ökosystembasierte Waldwirtschaft
Um das zu Erreichen setzen die Partnerwälder der Wald-Allianz und auch das Ökodorf Sieben Linden auf die naturnahe, ökosystembasierte Waldbewirtschaftung. Das Prinzip hierbei ist, die Bewirtschaftung an den Wald anzupassen und nicht andersherum. Der Wald soll möglichst viel Wald sein können, Eingriffe sind so minimalinvasiv wie möglich zu gestalten.
„Als Waldbetrieb vom Ökodorf zeichnet uns aus, dass wir mit minimaler Technik Forstwirtschaft betreiben. So ernten wir unsere Bäume ausschließlich mit Motorsägen, statt auf große, tonnenschwere Holzerntemaschinen zurückzugreifen. Wir schonen auf diese Weise unsere Böden, steigern ihre Wasseraufnahmekapazität und damit die Resilienz unserer Wälder gegen den Klimawandel.“, so Julian (Waldhüter aus Sieben Linden).
Im Oktober diesen Jahres wird die Wald-Allianz auch im Ökodorf zu Gast sein, um die Zusammenarbeit und Kooperation untereinander weiter zu stärken.
Wer sind die Akteure der Wald-Allianz?
Greenpeace, Bergwaldprojekt, ECONICS INSTITUTE e.V., Ecosia, Naturwald Akademie, unmd Wohllebens Waldakademie wirken zusammen: Uns verbindet die Besorgnis um unsere Wälder. Wir sind davon überzeugt, dass die Konzepte der konventionellen Forstwirtschaft keine Lösung für Herausforderungen der aktuellen Waldkrise bringen.
Reinhören in den Ökodorf-Wald:
Hier geht es zur Ökodorf-Podcast-Folge mit Waldhüter Julian: https://siebenlinden.org/de/folge-87-77-ha-wald-die-duerre-und-der-borkenkaefer/
Und hier hört ihr unseren Forstwirt und Aktivisten Carl: https://siebenlinden.org/de/folge-61-carl-ist-fuer-baeume-und-fuer-die-verkehrswende-vw/