Neue Podcast-Folge: Folge 153: Psychologie studiert. Hausmeisterin aus Überzeugung – Annikas Karriereknick oder Glücksfall?

News-Cover: Simone steht mit Annika vor dem Aßentoiletten-Bauwagen


Folge 153: Psychologie studiert. Hausmeisterin aus Überzeugung – Annikas Karriereknick oder Glücksfall?

Sie schloss ihr Psychologiestudium erfolgreich ab– und arbeitet jetzt glücklich im Ökodorf Sieben Linden als Hausmeisterin. Klingt nach einem Karriereknick. Ist aber genau das Gegenteil davon.

In dieser Podcast-Folge erzählt Annika Deisser, wie sie über einen Freiwilligendienst zum Ökodorf Sieben Linden gefunden hat – und warum sie geblieben ist. Nicht als Psychologin, sondern als Hausmeisterin, Landschaftsgestalterin und in der Jugendbildungsarbeit. Eine Geschichte über den Mut unkonventionelle Wege zu gehen. Eine Erfolgsstory über Patchwork-Berufsbilder. Und alternative Ausbildungswege Und eine Reflexion zur Frage, was ein erfülltes Arbeitsleben eigentlich ausmacht.

Zwischen Hörsaal und Werkzeugkiste

Annika hat Psychologie studiert. Doch statt den klassischen Karriere-Weg einzuschlagen, zog es sie in unsere ländliche Gemeinschaft mitten in der Altmark. Nach einer Anfangszeit in der Gemüsegärtnerei ist sie nun eine von zwei Hausmeisterinnen beim Verein Ökodorf e.V. und feste Bewohnerin Sieben Lindens.

Die Hausmeisterei ist dabei mehr als Glühbirnen wechseln. Im Ökodorf bedeutet sie: Verantwortung für eine Infrastruktur tragen, die für Bildung, Begegnung und gemeinschaftliches Leben. Das gibt etwas zurück, das in vielen Bürojobs fehlt: sichtbare, spürbare Wirkung.

Zwei Standbeine. Eine runde Sache

Neben der Hausmeisterei arbeitet Annika in der Jugendarbeit, begleitet Freiwillige und macht Bildungsarbeit für junge Erwachsene. Hier kann Sie ihr Wissen aus dem Studium einfließen lassen: Räume schaffen, in denen junge Menschen sich entwickeln können. Viele suchen Orientierung, echte Begegnungen und Antworten auf die Frage: Wie will ich eigentlich leben? Genau das bietet das Ökodorf. Und genau das macht Annikas Arbeit aus.

Patchwork-Leben statt Einheitslaufbahn

Fast alle Bewohner:innen in Sieben Linden verdienen ihr Geld durch Teilzeitarbeit, weil Gemeinschaft, Ehrenamt und persönliche Projekte ebenfalls Zeit brauchen. Das sogenannte Patchwork-Einkommen ist kein Notbehelf, sondern frei gewählt: Verschiedene Tätigkeiten, verschiedene Rollen, verschiedene Talente – das läuft nebeneinander und braucht ein gutes Händchen für Organisation und ein Feeling für die richtige Work-Life-Balance.