Folge 154: „Wir weigern uns Feinde zu sein“ – Friedensbotschafterin Sabine Lichtenfels
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Folge 154: „Wir weigern uns Feinde zu sein“ – Friedensbotschafterin Sabine Lichtenfels
Was bedeutet Frieden – und wie baut man ihn auf? Sabine Lichtenfels beschäftigt diese Frage seit ihrer Jugend. Mit 16 Jahren hatte sie bereits einen großen Traum: einen Lebensort zu gründen, der zum Modell wird für eine neue, friedliche Gesellschaft. Heute ist sie über 70, Theologin, Autorin, Friedensbotschafterin – und Mitgründerin der Friedensgemeinschaft Tamera in Portugal. In dieser Folge sprechen wir mit ihr über eine der drängendsten Fragen unserer Zeit.
Frieden braucht eine konkrete Vision
Ein Weltkrieg scheint nicht mehr ausgeschlossen, die Spirale der Gewalt zieht weite Teile der Welt in ihren Bann. Wie können wir eine Kultur entwickeln, die nicht auf Konkurrenz und Angst beruht, sondern auf Kooperation und Vertrauen? Dazu brauchen wir eine präzise Vision einer heilen Welt. Diese Vision zu entwickeln ist für sie sehr bodenständig, eine Voraussetzung für wirksames Handeln. Dabei schöpft die Gemeinschaft Tamera aus einem breiten Fundus: Traumarbeit, spirituelle Forschung und Frieden zwischen den Geschlechtern. Es gab friedliche Kulturen in der früheren Menschheitsgeschichte und Sabine setzt darauf, dass wir diese Informationen heute wieder „abrufen“ können: Wie haben dezentral organisierte Gemeinschaften gewaltfrei gelebt?
Was kann ein Beitrag der Gemeinschaftsbewegung für eine friedliche Welt sein?
Unsere Gesellschaft polarisiert sich auf eine Weise, die zunehmend eine Kriegs-Matrix aktiviert. Inhaltliche Positionen trennen Menschen voneinander, statt sie zu verbinden. Gerade in diesen „Zeiten der Meinungskriege“ sieht Sabine Gemeinschaften in einer besonderen Verantwortung. Wer das Privileg hat, in einer Gemeinschaft zu leben, sollte auch zur Verständigung beizutragen – über die eigene Bubble hinaus.
Gemeinschaft kann als Oase der politischen Kraft dienen: Menschen aus Krisengebieten können hier auftanken. Und Menschen aus Gemeinschaften sollten von ihren sicheren Orten aus in die Welt gehen, um tätig zu werden. Tamera ist hier europaweit vorbildlich und kooperiert mit Friedensprojekten in Brasilien, Kolumbien und Nahost – und Sabine ist immer wieder in diese Krisenregionen gereist. Für sie ist das echte Kooperation, sich dem Schmerz der Menschen in diesen Regionen bewusst auszusetzen:
„Es ist für mich unglaublich, wie Menschen, die in diesen Krisenherden leben, ihre Hoffnung nicht verlieren. Das können wir unterstützen durch unsere Aufmerksamkeit und unseren politischen Aktivismus.“
Wasserrechte, Erdrechte, Kooperation mit allen Wesen
Frieden ist nicht nur etwas zwischen Menschen. Es geht um die Kooperation mit der Erde, mit dem Wasser, mit allen Lebewesen. Wasserrechte und Erdrechte sind für Sabine keine abstrakten politischen Forderungen – sie sind Ausdruck einer tiefen Haltung der Zugehörigkeit und eine Quelle für echten Frieden. Wer mehr über Tameras Arbeit mit Wasser und Ökologie erfahren möchte, findet spannende Hintergründe in der Podcast-Folge über Permakultur und Wassermanagement in Tamera.
Weiterführende Links
Sabine Lichtenfels: sabine-lichtenfels.com
Gemeinschaft Tamera in Portugal: www.tamera.org
Sabine Lichtenfels und ihr internationales Wirken: https://sabine-lichtenfels.com/grace-pilgerschaften-global-grace-day/
„Wir weigern und Feinde zu sein“: Dokumentation von der Friedenspilgerschaft 2005 mit Sabine Lichtenfels: youtube.com
Autorin: Simone Britsch
Mail: podcast@siebenlinden.org
Interviewpartnerin: Sabine Lichtenfels
Veröffentlicht unter der Creative Commons (CC BY 4.0)
Copyright Freundeskreis Ökodorf e.V., 02.07.2026
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