Folge 143: Lebensmittel retten: 4 Tipps von Raphael Fellmer

Folge 143: Lebensmittel retten: 4 Tipps von Raphael Fellmer

Podcast-Cover: Simone und Christian Fellmer

Alle Folgen gibt es hier oder überall, wo es Podcasts gibt: bei spotify, Apple, YouTube, deezer und amazon.

Wusstest du, dass ein Drittel der Lebensmittel gar nicht auf dem Teller landet, sondern weggeworfen wird? Ist dir klar, dass etwa 50% der Lebensmittelverschwendung in privaten Haushalten passiert? Wir alle sind Teil des Problems und können Teil der Lösung werden!

Am besten weiß das Raphael Fellmer. Raphael ist ein Berliner Unternehmer, Klimaaktivist, Autor und Mitbegründer des Onlineshops SIRPLUS, der geretteteLebensmittel verkauft. Sein Herzensanliegen: Eine Welt in der alle genug zu Essen haben.

Wir haben diesem Podcast 4 Tipps für dich, wie du beitragen kannst zu einem großen Ziel: Zero waste – zero hunger.

Einige Zahlen:c

  • 700 Mio. Menschen leiden an Hunger und Unterernährung. 20.000 Kinder sterben jeden Tag, weil sie nicht genug zu essen haben. Genügend Lebensmittel für die Welternährung werden bereits produziert.
  • 1/3 der global produzierten Lebensmittel werden nicht gegessen, sondern weggeworfen.
  • 10% der globalen Treibhausgase entstehen durch Foodwaste.
  • Lebensmittel im Wert von 200 EUR wirft im Schnitt jeder Privatmensch in Deutschland in die Tonne.
  • In Deutschland werden knapp 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Jahr weggeworfen. 58% dieser Lebensmittelabfälle stammen aus Privathaushalten.

Tipp 1: Containern / Mülltauchen

Wegschmeißen ist legal, Containern ist illegal (Hausfriedensbruch, Diebstahl… ). Das gibt Ärger. Bei allem Verständnis … nicht empfehlenswert. Besser: Sprecht mit den Geschäftsführenden in den Supermärkten, ob es andere kooperative Wege gibt, damit Überschüsse auf dem Teller und nicht in der Tonne landen!

Tipp 2: Foodsharing

Der größte bundesweite Zusammenschluss von Lebensmittelretter*innen und FAIRteiler*innen. ÜberFoodsharing werdennurLebensmittel, die von den karitativ arbeitenden Tafeln nicht gebraucht werden. foodsharing.de

Tipp 3: Maßvoll einkaufen. Gemeinsam verwerten!

Gemeinsam essen ist eine Zauberformel für mehr Gemeinschaft. Tut Euch zusammen, wenn im Kühli etwas zu kippen droht. Verschenke Lebensmittel, die du selbst nicht schaffst. Und lass dich nicht vom MHD ins Bockshorn jagen. Alles über MHD erfährst du im Podcast von Rapahel.

Tipp 4: Sirplus rettet – du bestellst

In Raphaels Sirplus- Online-Shopgibt es über 300 hochwertige Produkte, die auf dem normalen Markt „übrig“ sind – viele in Bio-Qualität und/ oder vegan. Spare Geld und tue Gutes. Mit dem Code „Siebenlinden“ bekommst du 20% Rabatt.

Hier das Transkript unseres Interviews zum Nachlesen…


Simone (00:06.446)
Das ist der Ökodorf Podcast aus Sieben Linden. Mein Name ist Simone Britsch. In unserem Ökodorf leben 150 Menschen seit 25 Jahren nachhaltig und gemeinschaftlich zusammen. Lass dich von Sieben Linden inspirieren. Besuche gern unsere Seminare vor Ort oder in der digitalen Webinarwelt. Hallo, herzlich willkommen in Folge 143 Ökodorf Podcast aus Sieben Linden.

Wusstest du, dass ein Drittel der Lebensmittel gar nicht auf den Teller landet, sondern weggeworfen wird? War dir klar, dass etwa 50 Prozent der Lebensmittelverschwendung in unseren privaten Haushalten passiert? Also, wir sind alle Teil des Problems und können Teil der Lösung werden. Am besten weiß das Rafael Felmer. Rafael ist quasi die Ikone der Lebensmittelretter und Retterinnen. Das Interview mit ihm haben wir in Berlin aufgezeichnet und es ist immer besonders toll, mit einem Menschen zu sprechen.

der aus vollem Herzen für eine gute Sache geht. Hat echt Spaß gemacht, Raphael. Er hat vier Tipps mitgebracht, wie du beitragen kannst zu einem großen Ziel. Zero waste, zero hunger. Im Podcast und in den Shownotes erhältst auch einen Code, der 20 Prozent Rabatt sichert, wenn du bei Surplus, also bei Raphaels Start-up, gerettete Lebensmittel in einem Online-Shop kaufst. Es gibt dort übrigens auch richtig viele Bioprodukte und vegane Leckereien.

Hallo Raphael. Hallo Simone.

Simone (01:43.214)
Wir treffen uns in Berlin. Ich komme fast direkt von der Demo, wir haben es satt, die jedes Jahr für die Agrarwende geht. Zu dir, Raphael. Heute geht es das Thema Lebensmittel retten. Manche denken vielleicht, das ist was ganz Banales. Was soll das überhaupt? Wissen wir doch alle, wir wollen nichts wegschmeißen. Aber wir werden jetzt hier eine ganze Welt dazu eröffnen, glaube ich. Was ist das an diesem Thema, was es für dich zum Herzensthema und zum Lebensthema gemacht hat?

Danke dir erstmal, dass du in diesem Podcast dieses Thema eine Welt, in der alle Menschen gelingen zu essen haben, was nicht in Herzen zu einem liegen so viel Raum schenkst und damit Foodsharing surplus und für ein bisschen meinen Lebensweg und was jeder einzelne Mensch tun kann, für eine bessere Welt, die eben auch mit unserer Ernährung ganz stark zusammenhängt. Und als ich sieben Jahre alt war, habe ich erfahren, dass Menschen gibt, die hungern und Menschen, verhungern.

Heute weiß ich, dass 20.000, 30.000 Kinder jeden Tag sterben, weil sie nicht genügend zu essen haben. Und das ist eine Katastrophe. Das ist, glaube ich, die größte Problematik, die wir als Menschheit aktuell haben. ist globales Phänomen, was auch durch globale Thematiken wie Treibhausgas, ob ich die in Deutschland, in China ausstoße oder in Lateinamerika, gerade die Menschen im globalen Süden leiden darunter am meisten.

Ob ich nun Lebensmittel aus Lateinamerika oder aus Afrika nach Europa importiere, wenn ich sie dann in Tieren verfütter und dort verhungern die Menschen, dann ist das kritisch. Und wenn ich Lebensmittel nicht aufesse, weil ich es mir leisten kann als wohlhabender Mensch und 200 Euro pro Jahr in die Tonne klappe im Schnitt als Privatmensch in Deutschland, dann kann ich mir das erlauben, weil ich in so einem reichen Land lebe und so einen Wohlstand habe. Aber ethisch, ökologisch ist es eine Katastrophe.

Und mein Herzensanliegen ist es eben Zero Waste for Zero Hunger. Also dieses Thema, wie können wir alle Menschen satt bekommen? Und wir haben heute schon so viel, dass wir alle Hungernen dreimal ernähren könnten. Das heißt, wir haben nicht einen Mangel auf der Erde, sondern definitiv einfach ein Verteilungsproblem bzw. Lebensmittel, Mittel zum Leben, Wertschätzungsthema, weil wir einfach sehr verschwendet damit umgehen.

Raphael (04:01.182)
Und auch ökologisch ist es ein Riesenthema, weil 10 Prozent circa aller globalen Treibhausgase durch Foodwaste entstehen. Und weil die Hälfte von Foodwaste zumindest in Europa bei uns zu Hause anfällt, sind wir alle Teil des Problems und können Teil der Lösung sein. Und ich glaube, es gibt sehr viele globale Herausforderungen, aber dieses lasst doch wenigstens alle Brüder und Schwestern von uns. Und ich sehe uns als Familie, als Menschheit satt bekommen.

ist für mich die Grundlage für alles andere.

Für Frieden vielleicht auch, für ein gutes Miteinander und Gerechtigkeit. Einmal noch mal langsam mit den Zahlen. Mich hat es wirklich auch in der Vorbereitung zu diesem Interview noch mal richtig aus den Socken gehoben. Sagt es noch mal, 10 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen sind schlagen zu Buche aus dem Bereich Lebensmittelverschwendung?

Also insgesamt kann man schon sagen, Ernährung spielt eine unglaublich große Rolle, wie wir unseren Planeten zerstören. Aktuell ist ungefähr zwei Drittel der global genutzten Agrarfläche nicht für uns Menschen, sondern primär für die Tiere. Das heißt 95 Prozent der Sojaproduktion oder mehr sogar noch ist für die Tiere. 50 Prozent der globalen Getreideernte ist für die Tiere, also für die Tierindustrie.

Und das führt dazu, dass einfach ungefähr ein Drittel aller globalen Treibhausgase eben bei der Lebensmittelproduktion, Handel, Verarbeitung, Konsum und so weiter anfällt und weil wir ungefähr ein Drittel aller global produzierten Lebensmittel nicht essen, sondern verschwenden, kann man auch ungefähr davon ausgehen, dass ein Zehnte aller Treibhausgase global durch Foodwaste entstehen.

Simone (05:48.37)
Ja, Wahnsinn. Ich finde, ist eine Riesenmotivation, dem Bereich tätig zu werden. Also ich kriege da auch noch mal richtig Schwung selber, wenn ich das höre. Weil es etwas ist, wo wir selber einen großen Einfluss haben. Und ja, meine, bei dir fängt es ja auch schon an mit der veganen Ernährung. Du bist, glaube ich, schon lange selber persönlich auf diesen Weg gegangen.

Für mich hat es etwas zu tun mit Biodiversität auch, mit Flächen freigeben wieder für die große Artenvielfalt, für das Wilde auf diesem Planeten, was wir komplett zurückdrängen. Und ich finde die Lebensmittelverschwendung da anzufangen, das zu reduzieren, ist wirklich was, ja, da können wir sofort hands-on gehen.

Voll. Also ich glaube das Schöne ist, dass eigentlich jeder Mensch da ganz einfach andocken kann. Also erstmal mit dieser Mission, hey lass mal weniger Lebensmittel verschwenden, weil Lebensmittelverschwendung irgendwie scheiße ist, fühlt sich doof an. Wie gesagt, wir sind so reich, dass wir einfach diese 200 Euro pro Jahr uns erlauben können, die wir verschwenden. Aber wenn wir jetzt ein bisschen über den Tellerrand hinausschauen, hey…

Es gibt eben viele Menschen, die verdienen nicht mehr 200 Euro im Jahr auf der Erde, sondern die sind froh, wenn sie dieses Jahr überleben, dass es einfach so eine ethische Komponente ist, die eigentlich pervers ist, wie wir damit Ressourcen umgehen. Und Lebensmittel, das Wort sagt so schön im Deutschen auch, Mittel zum Lebensenden. Das ist wie Luft, das ist wie Wasser, das hat jeder Mensch verdient, ob er arm ist oder reich.

Ob er ein Kriegsgefangener ist, ob er ein Flüchtling ist oder ob das jemand ist, der ein Studie ist, hier im Wohlstand lebt in Europa. Das sollte, finde ich, einfach für alle Menschen da sein und nicht eine Frage von wo bist du geboren, welches Einkommensschicht hat dein Elternhaushalt oder so, sondern das ist etwas wie ein Grundrecht. Das heißt, da, glaube ich, geht es einfach schon mal los und dass wir uns da

Raphael (07:44.872)
Auch in den letzten Jahrzehnten die Verschwendung hat zugenommen, dass wir uns damit viel mehr befassen sollten. Weil in Europa ist das kein Thema, je verhungert niemand. Es gibt Menschen, hungern, auch in Europa, ganz klar. Aber es gibt eben weltweit, obwohl die Anzahl von Menschen, die Hunger leiden, leicht zurückgegangen ist. Vor allem prozentual. Also das haben wir schon geschafft in letzten Jahrzehnten. Aber obwohl wir viel reicher geworden sind auf der Erde,

sind es immer noch fast 700 Millionen Menschen, die an Hunger leiden und davon Hunderte Millionen unter extremer Armutsbedingungen leben, wozu eben auch dazu gehört, nicht zu wissen, wie bekomme ich am nächsten Tag genügend Essen für mich oder meine Kinder an Start. Und das ist eine Katastrophe, wo ich finde auch, wir als Menschheit uns darum kümmern sollten.

Wir werden im letzten Teil von diesem Podcast dazu kommen, was kann jede und jeder Einzelne von uns tun, denn da 58 Prozent der Lebensmittel in den Privathaushalten in Deutschland verschwendet werden, ist das Potenzial riesig. Lass uns aber vorher noch mal so ein bisschen auf die Systeme schauen, die da eigentlich dahinter stecken. Einmal

Das Thema, wieso bleiben so viel erzeugte Lebensmittel überhaupt beim Landwirt oder werden gar nicht so richtig in den Handel gebracht? Das ist mir aufgefangen, da hab ich dir was mitgebracht, Raphael. Und zwar von der Agrarwende-Demo. Da sprach mich ein Landwirt hier aus der Berliner Region an, gab mir zwei große, leckere Biokartoffeln und sagt, hier, kannst du geschenkt haben. Aha, okay. Biokartoffeln geschenkt, wieso denn das?

Dann hat er mir erklärt, die sind zu groß, ist die Sorte Laura, die darf nicht so groß sein, kann damit nicht in den Handel, kommt entweder in die Biogasanlage, wird zu viel Futter oder er schenkt zu, halt mir. Was sagst du jetzt dazu?

Raphael (09:39.976)
Ja, geiler Bauer würde ich mal sagen, weil Lebensmittelverschwendung, ist so ein bisschen, das gibt es eigentlich überall. Also in jedem Betrieb, der anbaut, produziert, verarbeitet, handelt oder verkauft, da gibt es Foodwaste. So wie auch bei uns zu Hause. Jetzt ist die Frage, wie gehe ich damit Und der Bauer scheint ja an

so wie es aussieht, Interesse zu haben, dass seine eben nicht an Tiere verfüttert werden, weil die sind für den Menschen sehr perfekt geeignet und nicht die Biogasanlage füttern. Und das zeugt erstmal für den lieben Sebastian Klaas, dass er sich vom Herzen dafür einsetzt. Und ich glaube, das spielt erstmal eine große Rolle. Menschen, eine wirkliche Liebe zu ihren Erzeugnissen haben. Und ich jetzt als pflanzlich ernährender Mensch.

Ich stehe natürlich besonders auf Obst und Gemüse und alles, da so wächst und gedeiht und das Tiere leiden. Deswegen finde ich es voll schön, wenn Menschen auch sagen, hey, ich gebe mir die Mühe, weil billiger ist es für ihnen wahrscheinlich zu sagen, ich gebe das in die Biogasanlage, da kriege ich noch vielleicht einen halben Cent pro Kilo oder so. Und sich aber die Mühe zu geben, zu sagen, nee, ich muss damit ein Zeichen setzen und davon habe ich zwar wirtschaftlich erst mal weniger, aber es passiert was in der Gesellschaft, Umbruch.

vielleicht ein Aufwachen, wie die Verhältnisse nämlich eben sind. Nämlich in Berlin gab es gerade eine Aktion von vier Millionen Kilogramm Kartoffeln, die gerettet wurden, weil wir einfach letztes Jahr eine sehr große Kartoffelschwimme hatten, sehr gutes Produktionsjahr und es einfach zu viel gab und die ganzen Abnehmer entweder gezahlt haben und gesagt haben, wir brauchen es aber nicht oder

einfach die Landwirte sagen, ich habe jetzt ja einfach sehr viel mehr produziert, als ich geplant hatte. Das nimmt mir aber gar keiner ab. Und wie finden wir jetzt Lösungen für diese Überschüsse? ist, finde ich, einfach so eine Protestaktion, wie hier steht, glaube ich, drauf, 4.000 tolle Kartoffeln. Doppeltretten in Berlin. Dass es da, dass das, glaube ich, das Wertvollste ist, dieses Aufmerksamkeit schaffen, Bewusstsein, Sensibilisierung in der Gesellschaft. Hey,

Raphael (11:52.852)
Lebensmittelverschwendung ist nicht nur bei dem Container vom Supermarkt, sondern 10 bis 50 Prozent von dem, was ein Landwirt anbaut, fällt auf dem Feld an. Es wird nicht geerntet, weil es zu groß ist. Es wird nicht geerntet, weil es zu klein ist. Es wird nicht geerntet, weil es Hagelschäden hat, weil es vielleicht auch hier irgendwie krumm gewachsen ist.

Da geht es Schönheitsnormen, geht es Farbnormen, ganz viele Normen, nicht mal mehr von der EU sind, das gab es früher auch mal, sondern das sind Normen, mittlerweile vom Handel hauptsächlich geprägt sind. Der Handel sagt halt, ich will eine Karotte, die darf maximal so ein Farbspektrum haben. Wenn die zu gelb ist, ist das nicht, wenn das zu rot ist, passt das nicht. Außerdem darf die nicht zu schräg sein, weil dann kann ich sie nicht so gut transportieren.

Die Gurke darf nicht länger als 35 cm sein, weil sie sonst nicht so gut in die Verpackung passt. Schräg darf die auch nur maximal 5 % Krümmung haben, weil ich sie wieder schlecht weiterverarbeiten transportieren kann. So gibt es einen Haufen Reglementierung, die den Landwirten es schwierig machen, 100 % ihrer Ernte zu ernten und auch wirtschaftlich zu verkaufen. Und das ist natürlich eine Katastrophe und wird aber leider seit

Jahrzehnten ist gängige Praxis, halt bei den Landwirten große Teile der Lebensmittel schon verschwendet werden, da wo sie angebaut werden, weil die könnten das sogar ernten, aber die finden keine Abnehmer. Also kein Supermarkt würde es denen abkaufen.

Das ist eine Katastrophe. Im Grunde sind das alles Marktmechanismen, die rein kapitalistisch ausgerichtet sind, die auch eher den großen Konzernen nutzen als den kleinen bäuerlichen Betrieben. Einfach eine Riesenverschwendung. Da können wir uns nur an die Politik wenden. Diese Agrarwennedemo, haben es satt Leute, die gibt es jeden Januar in Berlin. Geht da bitte auch hin, wenn ihr der Meinung seid, wir sollten helfen, die Regularien zu verändern, unbedingt.

Raphael (13:54.046)
Definitiv. Also ich glaube, wir sollten auch mehr als nur die Politik anprangern, selber sagen, wir haben die Wahl nicht einmal im Jahr zur Demo zu gehen oder nicht, sondern jedes Mal, wenn wir am Checkout stehen, für Lebensmittel aber auch, egal welches anderes Produkt, oder in der Kasse, ich stimme ab. Ich habe eine Wahl. Kaufe ich bio, kaufe ich regional, kaufe ich saisonal, kaufe ich Produkte mit Tierleid oder ohne Tierleid?

Muss es das Produkt sein neu oder kriege ich es vielleicht auch gebraucht? Kriege ich es vielleicht auch geteilt? Es gibt so viele Optionen und da diese Empowerment von sich selbst, ohne zu sagen, ja gut, die Konzerne sind scheiße. Natürlich, die Konzerne, machen wenn wir in der EU ungefähr 1500 Milliarden.

Also 1,5 Billionen Euro umsetzen in der Lebensmittelindustrie. Das ist viel Geld. Und die machen 120 Milliarden Euro Gewinn. Jetzt kann man natürlich sagen, die ganzen Konzerne, die mit Lebensmittel zu tun haben, der Regel, die verdienen halt Geld, wenn sie was verkaufen. Nicht wenn sie ihre Produkte gegessen werden. Das heißt, woher kommt dann das MAD? Wer hat das eingeführt? Was ist der Hintergrund? Wie gehen die Menschen damit um? Ist das vielleicht bewusste Desinformation ohne

dass ein Konzern das auf seine Webseite schreibt, sagen, naja, uns interessiert das eigentlich gar nicht so sehr, wie viele Leute jetzt wirklich unser Produkt essen. Wir wollen, dass wir möglichst viel verkaufen.

Lass uns beeinsteigen beim MHD, dann sind wir nämlich beim Bereich Handel, Supermärkte, das Mindesthaltbarkeitsdatum, ein Lieblingsthema der Lebensmittelretterinnen.

Raphael (15:34.826)
Ja, Lebensmittel retten, genau, also MHD. Mindestens Haltbarkeitsdatum wird von vielen Menschen verwechselt mit dem Verbrauchsdatum. Es wurde vor bisschen mehr als 40 Jahren eingeführt zum Schutz der Verbraucher und Verbraucherinnen, ist mittlerweile aber bei Millionen Menschen falsch im Kopf abgespeichert. Das heißt, dieses Datum

was auf den Produkten abgedruckt wird, ob das ein Kühlprodukt ist, ein Tiefkühlprodukt oder auch einfach nur ungekühlt. Die haben alle ein Datum, die müssen Datum haben. Bei manchen gibt es mittlerweile Ausnahmen wie Salz, kann aber auch mal ein anderes Produkt sein, sich sehr lange hält, Reis oder so, wo der Staat sagt, da musst du keinen…

Datum draufdrucken, machen sie aber trotzdem noch. Das heißt, du findest überall diese Daten und die Verwechslung kommt daher, dass es einfach in der Schule wird einem nicht beigebracht. Was ist ein MHD? Das heißt mindestens halber bis und nicht sofort tödlich ab. Und ein Verbrauchsdatum heißt zu verbrauchen bis. Eigentlich relativ klar unterscheidbar, aber selbst das, die Leute wissen nicht mal, für was das steht, sondern denken einfach nur, das Datum ist irgendwie, ab dem Zeitpunkt wird es kritisch. Und das ist der Fall beim Verbrauchsdatum.

Hackfleisch, hohe Eierspeisen, teilweise auch Salate in Plastik eingepackt. haben Zuverbrauch bis dato. Es sind aber im Supermarkt weniger als ein Prozent der Produkte.

Und damit ist es auch nicht zu spaßen, ich. Das sollte man schon ernst nehmen.

Raphael (17:06.19)
Genau, darf man danach nicht weiter verkaufen. Das sollte man auch zu Hause beim besten Willen nicht mehr essen, weil am Ende hilft es niemanden, wenn du sagst, jetzt hast du es nicht weggeschmissen, aber hast noch gegessen und am nächsten Tag reierst du und dir geht es schlecht oder musst im Worst Case ins Krankenhaus. Und das ist gerade bei tierischen Produkten nicht zu sparsen. Das kann sehr oft die Gesundheit entschlagen und auch Folgeschäden haben. Es gibt auch Leute, sind schon gestorben an gewissen Salmonellen und anderen Krankheiten.

die sich eingefangen haben. Also das heißt Lebensmittelvergiftung hat keiner Bock drauf. Man sollte schon sehr vorsichtig sein. Aber nur beim Zuverbrauchen bis beim Verbrauchsdatum. Bei 99 und mehr Prozent der Produkte steht eben das MHD und MHD kann man ganz einfach selber nochmal prüfen. Dieses Datum wurde ja nur so als Richtlinie, Richtwert von den Konzernproduktionenherstellern drauf gedruckt. Dass man so ungefähr eine Ahnung hat, stimmt aber in der Regel nie.

Das heißt da wird immer mit einem sehr großen Puffer gearbeitet. Ob das nun Reis ist, ob das Nudel ist, ob das eine Konservendose ist, die halten in der Regel Jahre länger. Ob man das glaubt oder nicht, weil die meisten Produkte sind es zumindest Monate. Greenpeace hat eine Studie gemacht, wo ein Joghurt auch 270 Tage nach Ablauf vom Mindesthaltbarkeitsdatum noch bestens genießbar war. Und da selber dann auf seine Sinne vertrauen und das heißt sehen, riechen, schmecken.

Beim Joghurt ist es jetzt ein einfaches Ding. Guckt sich den erstmal von außen an. Wenn er schon aufgebläht ist, höchstwahrscheinlich nicht mehr so gut. Kann man manchmal immer noch essen, aber wer vorsichtig ist, dann schon lieber wegschmeißen. Aber in der Regel sind die halt auch Monate, wenn sie die Kühlkälte jetzt nicht ständig verlassen haben, sind die auch Monate nach Ablauf noch bestmöglich genießbar. Dann halt den Joghurtdeckel aufmachen, dann einfach ein bisschen gucken. Man sieht keinen Schimmel, vielleicht bildet sich oben bisschen mehr Wasser oder so und dann…

Du ja auch mal den schönen Satz gesagt, warum die Nase übermunt ist, ne? Genau.

Raphael (19:04.462)
Wir können dann unseren Kolben benutzen, den man richtig reinhalten. Und dann heißt es auch immer noch nicht, wir müssen jetzt den ganzen Joghurt auf X wegessen, sondern ich kann probieren, ohne zu essen. Das heißt auch da, MHD ist noch sehr jung, bin jetzt 42, das heißt, wurde so kurz vor meiner Geburt eingeführt, mit der besten Intention natürlich. Aber das wäre seit Jahrtausenden…

Menschheit schon auf unsere Sinne setzen. Davor gab es höchstens bei den Produkten Produktionsdatum. So und da dann einfach zu sagen cool jetzt schaue ich in den Joghurt rein, indem ich ihn probiere und dann nehme ich mir so ein bisschen was auf den Löffel, lass ein bisschen auf der Zunge zergehen und dann schmecke ich sofort, nee der ist leider drüber und das gleiche passiert bei Sahne, bei Quark, bei Milch, bei diesen ganzen anderen Mopromolgerei Produkten ist das ganz einfach

gilt übrigens auch für die veganen Varianten, die dann anders hergestellt wurden, sehr ähnliches Konzept haben, die haben auch Bakterien etc. Das heißt, da kann man sich dann sehr auf seine Sinne verlassen. Und das Gleiche ist aber auch, ich ein Keks esse, eine Marmelade esse, einen Aufstrich, was auch immer, sehen, riechen, schmecken, anstatt nur das MHD zu checken.

Es ist so einfach eigentlich und so nah dran auch. Dann komme ich mal zum Ökodorf, weil da sind wir eben sehr nah dran an unseren Lebensmitteln. Also wir sind ja im Bereich Gemüse, Obst, Kartoffeln zu 75 Prozent selbst versorgt und haben eben unsere eigene Produktion vor Ort.

Ich selber bin da gar nicht tätig, aber ich merke schon dadurch, dass ich da lebe, dass Teil bin der Genossenschaft, dass meine Mitbewohnerinnen dort arbeiten, bin ich irgendwie nah dran, auch an der Produktion. Ich glaube, ist auch, was manchmal den Menschen fehlt.

Raphael (20:46.346)
Also ich glaube, diese Verbundenheit mit der Landwirtschaft, die Verbundenheit mit den Mitteln zum Leben, auf woher kommen die und wie viel Arbeit, Energie fließt da rein. Bist du eine Tomate nur, eine Gurke, eine Linse, du irgendwie wirklich da in deiner Teller, Tasse auf dem Brot drauf ist, da vergeht richtig Zeit und da brauchst du richtig viel Liebe. ist nicht nur so, ja, vielleicht viele von euch da jetzt draußen haben schon mal Permakultur gehört, man streut ein bisschen was.

Dann läuft das alles von alleine. Das ist die Traum-Idyllen-Welt. Meistens gehört auch zur Permakultur, Vorbereitung, immer wieder Liebe und reinstecken. Und dann muss trotzdem noch geerntet und transportiert oder verarbeitet werden. Und ich glaube, dass wir das alle viel mehr brauchen. denke ich auch als einen, was eine Lösung ist. Entweder alle mal ein bisschen im Sieben Linden abhängen und einen Workshop besuchen, Seminar.

Mitarbeit haben wir auch im Garten. Kann man wirklich hands-on, kostet nicht viel und mal selber die Hände in die Erde stecken.

Genau und wenn man sagt, sieben Linden ist zu weit weg oder so, dann kann man vielleicht sagen, es gibt von ACA, ACA-DEMIA, da auch ein sehr gutes Programm für die Schulen, sodass die Schulkinder einfach auch schon von Anfang an Bezug bekommen zu den Lebensmitteln, sie selber anbauen, selber ernten, idealerweise natürlich auch selber verarbeiten. Ich glaube, ist das Sinnvollste Schulfach so, weil den Rest vergisst du aber wenn du halt einmal weißt, wie du

eine Kartoffelsuppe gemacht hast, oder vielleicht sogar noch mal gemacht, dann ist das bisschen im Fleisch und Blut und es hilft dir für alles weitere, was du der Küche irgendwie verarbeiten, kochen möchtest. Und auch dieses, so gegenseitig helfen und nicht zu sagen, ja, hier gibt es die Putzkräfte, dann gibt es die Schulkraft, Schulkantine Kräfte, sondern so, hey, selber mit anpacken und selber dabei sein, dann entsteht auch eine größere Wertschätzung. Weil wenn ich da stand und ich habe jetzt hier den Kartoffelsalat gemacht.

Raphael (22:42.744)
Und dann sehe ich, wie die Schülerinnen dann einfach kommen, sich das auf den Teller klatschen, die Hälfte stehen lassen, wieder weghauen. Da fühlst du dich scheiße, weil du denkst, es ist nicht nur schade mit dem Kartoffelsalat, sondern das ist meine Arbeitsenergie, meine Zeit. Ich bin Teil von diesem Kartoffelsalat und wie den haust du jetzt einfach so weg, dann nimm dir doch lieber nach. Ich glaube, dieser Wertschätzungsaspekt ist einfach uns verloren gegangen, weil wir so reich sind. Früher wurde definitiv weniger weggeschmissen. Wir sehen es auch global in den reichsten Ländern.

wird am meisten weggeschmissen und in den Ländern, die es ökonomisch am schlechtesten haben, wird in der Regel viel weniger weggeworfen, weil da auch ein anderer Bezug wieder zu den Lebensmitteln ist. Und ich glaube, das sollten wir nicht nur in der Schule, sondern schon im Kindergarten haben. Und natürlich kann nicht jeder oder möchte nicht jeder jetzt irgendwie seinen Kräutergarten und seinen Schrebergarten haben oder selber…

Garten.

Ja, aber es gibt ja zum Beispiel Solavi, also ich weiß nicht, ob die auch verkauft in sieben Linden.

Nein, sind keine Solarvie, wir essen alles selbst auf. Außer wenn wir was über haben, dann geben wir das in so einen, ja, quasi Spendenladen. wissen unsere Menschen in den Nachbardörfern, dass wir da so eine Ecke haben, wo man einfach was holen kann gegen Spende, was bei uns sozusagen nicht verwertet werden kann. Ich finde aber, diese solidarische Landwirtschaft, tatsächlich posten wir das auch noch mal gern in den Show Notes. Das ist wirklich eine große Bewegung und ich glaube, in fast …

Simone (24:11.374)
In allen großen Städten gibt es im Umfeld mittlerweile Bewegungen, wo wirklich Erzeuger und Verbraucherinnen was zusammen auf die Beine stellen, solidarisch für die eigene Versorgung stehen, finde ich auch einen richtig, richtig hoffnungsvollen Ansatz. Schön, dass du das einbringst.

Genau, weil da entsteht meistens auch kaum Waste. Weil alles, was angebaut wird, wird erst wertgeschätzt. Und das verarbeiten die Leute in der Regel dann auch zu Hause. Zu Hause wird halt auch mal was weggeschmissen, wenn ich immer nur Kohl bekomme und die Leute sagen, Alter, ich kann jetzt mit dem Kohl nichts mehr anfangen. Aber die Grundidee ist, dass es da eben nicht diese ganzen komischen Normen gibt. Zu klein, zu groß, hässlich in Anführungsstrichen, das Obst und Gemüse. Und es ist ja hauptsächlich auch sehr gutes, hochwertiges Bio-Essen.

oder Lebensmittel, die da produziert werden und durch diese Verbundenheit wieder mit dem Landwirt oder der Landwirtin, mit der Gemeinschaft, die das produziert, entsteht halt noch mal eine größere Wertschätzung und dieses ja im Supermarkt 24 7 alles ist am Start. Ich greife mir das einfach, aber ich kriege gar nicht mit wie viel Hände und wie viel Schweiß und Energie, Blut, Blut hoffentlich nicht, aber Schweiß.

Energie da reingeflossen sind in das Ganze, was da gibt, dann habe ich natürlich auch nicht so einen Bezug dazu. Und ich glaube, umso näher ich bin zu den Menschen, die es auch hergestellt haben, umso mehr Wertschätzung habe ich.

Ich hab dir übrigens was mitgebracht hier aus Siebenlöten. Guck mal, einen veganen Brotaustrich kannst du ja mal lesen.

Raphael (25:38.199)
deftig Apfel, Zwiebel, Sonnenblumenkerne, Rapsel, Mandeln. Sehr lecker.

Also Apfelsbibel ist unser Botaustrich. Das ist eine Art, wie wir damit umgehen, wenn wir mal eine Riesenapfelschwemme haben. Oder wenn wir zum Beispiel im Herbst oder im Spätsommer, dass wir Zwiebeln geerntet haben, aber es war irgendwie Regenwetter. Wenn du bei Regenwetter in die Ernte kommst, kannst du die nicht so lange aufheben. Die sind dann nicht so lagerfähig.

Und dann gibt’s erst mal Zwiebeln zu essen. dann gibt’s Zwiebel-Botaufstrich. Und alles zwiebelt dann eine Weile. Also, wir sind da immer eben sehr dem auch letztendlich ausgesetzt, wie so die Ernte ist. weiß noch, im letzten Winter, 24, 25, gab’s halt ständig Kürbis. Wirklich jeden Tag Suppe und aufm Blech und Kürbis-Aufläufe. Kürbiskuchen, auch süß, oder Kürbis-Dessert.

Kürbis rauf und runter bis März, weil wir einfach so eine Kürbisschwemme hatten. Dieses Jahr freuen wir uns, wenn es mal Kürbis gibt diesen Winter, weil wir so wenig geerntet haben als, lecker, endlich mal Kürbissuppe. Also wir gehen da ziemlich mit dem, ja mit dem, was halt der Garten so hergibt und auch, ja, es kommt selten mal bei uns vor, dass die Gärtnerinnen irgendwas in der Überproduktion haben. Das ist zum Beispiel, ich weiß, einmal gab es zu viel Kopfsalat und den kriegten wir dann auch so schnell einfach nirgends unter, den kannst du nicht einmachen oder so.

Der bleibt dann auf dem Feld, der wird wieder eingearbeitet sozusagen, geht in den Kreislauf zurück und ja.

Raphael (27:10.986)
Aber wahrscheinlich bleibt bei euch weniger auf dem Feld oder so als bei den allermeisten anderen Anbaugemeinschaften, weil ihr halt auch wirklich dran seid. Also ihr kennt sogar die Menschen, nicht alle arbeiten da auf dem Feld oder im Garten, aber ich glaube da ist eine ganz große Anerkennung, Wertschätzung füreinander und für das, was da die Erde uns schenkt.

Und eben auch die Bereitschaft der Leute, zu essen. Weil es ist einfach so, wir kaufen keine Tomaten, Paprika, Aubergine, irgendwas zu im Winter. Wir haben das Zeug selber im Sommer mittlerweile. Wir große Gewächshäuser. Du warst länger nicht da, du musst echt mal wieder gucken Ich muss, ich will!

Also der Sommer ist so die pure Fülle, dann gehst du so in den Winter rein. klar, wir haben jetzt Feldsalat gehabt Weihnachten, war einfach nochmal so richtig eigen, also ganz große Mengen für uns. Das war wirklich so ein Highlight und Rosenkohl aus eigener Ernte sind auch dann so lecker, ließ. Und sonst ist halt Sellerie und Steckrübe, Karotte, rote Beete und es ist lecker.

und andere, ihr weckt ja auch ein und so.

Also das ist ja wahrscheinlich… Ja, frieren einen, wir wecken einen, wir kochen einen, Rote Beete süß-sauer und so. Ich lieb das ganze Zeug auch und dann freut man sich echt umso mehr, wenn dann wieder was, die neue Ernte im nächsten Jahr kommt. Das ist dann schon…

Raphael (28:27.438)
Das richtig schöne Das freut mich. Und man sieht ja auch, der Deckel ist, ich mache den jetzt mal auf, ich will es gleich schnabulieren. Aber weil das wieder ein schönes Beispiel ist, wie erkennt man denn Leute, woher soll ich wissen, ob es noch gut ist? Hier steht jetzt kein MAD drauf, aber nehmen wir jetzt mal an, dass es seit zwei Jahren abgelaufen ist. Der Deckel ist noch zu. Das heißt, ist erbacomisiert. Das wurde erhitzt normalerweise. jetzt mache ich. Und dieser Plöpp ist schon quasi, ohne dass ich jetzt aufs Datum schauen muss,

zu 99 Prozent der Garant ist top Zustand, auch wenn es bisschen flüssiger ist, auch wenn es vielleicht ein bisschen anders ist von der Konsistenz, als wie es innerhalb dieser MHD Zeit war. So und jetzt probiere ich das jetzt auch mal kurz, also sieht auch top aus. Riecht auch sehr lecker. Mh, köstisch, schmeckt mir gleich nachher aus Brot, mega.

Ja, sind wir wieder bei der persönlichen Sinnness-Wahrnehmung angekommen und wie am Anfang schon versprochen, haben wir uns jetzt vier Tipps einfach nochmal überlegt im Vorfeld, weil es geht wirklich bei diesem Thema darum, dass wir alle anfangen, was zu tun. Und ich gehe mit dir zurück, kleine Zeitreise zu deiner jungen Erwachsenenzeit auch.

Ich weiß von dir und ich weiß auch von einigen aus Sieben Linden, unter anderem meine beiden ältesten Kinder, dass die auch gerne mal Containern. Die gucken einfach mal, was der Supermarkt so weggeschmissen hat und holen sich da halt das, was noch gut zu benutzen ist. Fängt an, ich habe schon auch einen sehr schönen großen Blumenstrauß mal bekommen, aber eben auch verpackte Lebensmittel.

Ja Containern, ich glaube die meisten Leute denken an Foodways, dass das bei den Mülleimern von den Supermärkten stattfälle. Das stimmt, aber nur in ganz kleinen Bruchteilen. Also manche sagen 3%, manche 5 % von diesen 18 Millionen Tonnen oder eine Lkw Ladung, wir pro Minute in Deutschland verschwenden. Ich selber bin 2009 auf einen Trip gekommen zu Containern, Mülltauchen, Dumpsterdiving auch genannt.

Raphael (30:33.198)
und bin dann losgezogen und habe mich nachts bedient. Das ist illegal. heißt, Wegschmeißen ist legal in Deutschland. Ob eine Tonne oder 100 Tonnen Kartoffeln, was auch immer. ist alles legal. Aber wenn ich eine Kartoffel raushole aus einer Supermarkttonne, ist das in der Regel Hausfriedensbruch. Weil ich aufs Gelände vom Supermarkt gehe. Diebstahl, weil ich dann etwas aus dem Mülleimer entwende. Es gehört trotzdem noch dem Supermarkt. Danach gehört es dem Entsorger.

Und damit mache ich mich strafbar. Das sollte man in Deutschland, wenn man alles nur rechtens machen will, nicht tun. Aber nicht alle Gesetze sind immer sinnvoll. Es wird sich auch eine Legalisierung von Containern in nächsten Jahren, glaube ich, nicht entwickeln, weil in Deutschland gibt es keinen rechtsfreien Raum. Das heißt, irgendjemand muss immer schuldig sein, wenn ich mir jetzt hier zum Beispiel diese Kartoffeln, die habe ich jetzt aus der Mülltonne geklaut, dann gehe ich nach Hause, esse. Jetzt war da eine Glasscherbe drin.

weil eben der Supermarkt aussortiert hat, weil da ein Glas drauf gefallen ist oder so. Jetzt sterbe ich. Wer ist verantwortlich? Ist der Supermarkt. Weil irgendjemand muss immer verantwortlich sein. In Deutschland gibt es jetzt keinen, wo man sagt, das war ja der rechtsfreie Raum, die Supermarkt-Müllteil. Nee, das gibt es in Deutschland nicht. Das wird es auch nicht geben. Deswegen, ich war früher auch mal auf einem Trip, da muss man alles legalisieren. Ich bin eher Freund davon.

vielleicht mal kennenzulernen über Dumpsterdiving, den Foodways vor Ort, lokal, da kann man auch mitmachen, gerade wenn man sehr unstrukturiert ist und sagt, ich möchte retten, wann ich will, ob ich morgens 3 Uhr losstiefel oder morgens 5 Uhr, wenn die noch zu haben. Ich habe dann eher gesagt, wie kann man das legalisieren und die Lebensmittel vor dem Wurf in die Tonne retten.

Ich hab da eine schöne Geschichte zu. zwar meine Tochter, ist auch Umweltaktivistin, ne, da war sie 17 und hat sich da immer mal neben ihrer Schule mal bei dem Supermarkt umgeguckt in den Pausen oder nach Schulschluss. Hat sich da ab und zu mal was Kleines, Leckeres, Stibitz, was im Müll war, ne? Und dann war irgendwann abgeschlossen, dann war das vergittert und so richtig abgetrennt, der Müllbereich von dem Supermarkt. ist sie rein, hat gefragt, ob sie einen Geschäftsführer sprechen kann.

Simone (32:42.106)
Und der war dann auch sehr freundlich mit ihr und hat ihr das alles erklärt, dass das eben diese rechtliche Grauzone, beziehungsweise schon im illegalen Bereich ist. Und hat ja aber in Aussicht gestellt, so bisschen mit dem Augenzwinkern, hinter vorgehaltener Hand, dass er bestimmte Sachen jetzt mal da und da vorübergehend dann mal abstellen könnte. Dann könnte sie noch mal zwischendurch gucken. Und das fand ich einfach für sie auch eine schöne Geschichte zu merken. du kannst mit …

Menschen sprechen und es gibt Menschen auch in der Branche, die das gerne legalisieren würden und denen einfach die Hände gebunden sind. Ja, und dann kommen wir auch schon zum Tipp Nummer zwei, weil das Containern eben nicht die Lösung ist, das Foodsharing. Da kannst du mehr zu sagen.

Genau, also während meiner geldfreien Reise von Den Haag, Europa, Afrika, über den Atlantik gesegelt, nach Brasilien und dann bis nach Mexiko, Houston und wieder zurück, da habe ich eben sehr viel Containert und habe aber angefangen, Mexico City legal die Lebensmittel abzuholen, bevor sie weggeschmissen werden. Das war 2011. Dann war ich hier 2012, habe erstmal neun Monate weiter Containert. In meinem Geldstreik dann, also war da sehr konsequent ohne Geld, nur per Anhalter unterwegs, habe ich gedacht, hey,

Ich muss jetzt mal die Bio Company, den Basic, also die großen Bio-Ketten anschreiben, auch Reformhäuser, Edeka und einfach fragen, wie können wir denn eine Lösung schaffen, weil ich genau wie deine Tochter das auch gemacht hat, einfach mal mit den Verantwortlichen versuchen ins Gespräch zu kommen und es ist egal bei was für ein Problem an der Uni, an der Schule.

Bei einer Firma, in einer Gemeinschaft, in einer Hausgemeinschaft, egal. Lasst einfach bitte mehr miteinander sprechen, Freunde der Sonne. Wir müssen nicht immer gleich sagen, da komme ich, jetzt schreibe ich einen Anwalt, jetzt du. Sondern einfach sagen, hey, guck mal, ich habe eine Lösung für dich. Ich könnte dir helfen, deine Mülltonnen zu reduzieren. Du sparst dabei Geld, wie sieht es aus? Kommen wir zusammen? So habe ich das gemacht. Also auch wieder zu sagen, win, win, win. Und der Bio Company …

Raphael (34:43.988)
Gründer, Chef damals, Georg Kaiser, hat gesagt, du komm mal vorbei, lass mal schnacken und dann haben wir eine Lösung gehabt, nämlich zwei Tage in der Woche durfte ich legal die Lebensmittel abholen, die die Tafel nicht abholt an diesen Tagen. Die kamen nur zweimal die Woche vorbei, die Tafel. Und aus dieser einen Filiale hier in Berlin-Zehlendorf sind mittlerweile 18.000 Filialen geworden, wo Menschen sich freiwillig engagieren, in der Dachregion vor allem.

und die Lebensmittel, die die Tafel nicht abholen können oder wollen, weil die Uhrzeit nicht passt, die Menge zu wenig ist, etc. Diese Lebensmittel abzuholen und zurück in den Kreislauf zu bringen. Und Foodsharing ist mittlerweile mit 250 Millionen Kilogramm Lebensmittel, die jetzt bei 14 Millionen Abholungen gerettet wurden, auch wirklich wahrscheinlich die größte freiwillige Bewegung, die sich europaweit

gegen die Verschwendung einsetzt und für die Lebensmittelwertschätzung und es eine unglaublich geile Graswurzelbewegung ist. Deswegen vielen Dank an alle, die sich da engagieren und wenn ihr auch zu Hause Bock habt und sagt ihr seid jetzt auf den Geschmack gekommen, schaut mal bei foodsharing.de vorbei, guckt vielleicht wo in der Region gibt es einen Verteiler, das ist dann so ein Kühlschrank, da kann man legal sich das rausnehmen oder auch einen Schrank einfach.

Das ist wahrscheinlich für die Großstädte die Lösung auch, für die Metropolen. Also bei uns auf dem Land gibt es sowas nicht. Auch auf dem Land.

Tatsächlich, ja, genau, weil dann die Leute, zum Beispiel auf dem Land gibt es ja Supermärkte und gibt es Bauern. Die haben auch immer was übrig. So und dann nehmen die Leute das, retten das. Das schafft man ja selber für sich gar nicht. Dann bringen die sich bei sich in die Garage, stellen das da alles rein und die Leute in dem Dorf und der Region wissen das. Ah, guck mal, da gibt es immer was. Und dann gehst du vorbei, nimmst was du brauchst, nur das, du brauchst natürlich oder was du vielleicht einfrieren möchtest. Und das funktioniert mittlerweile, ich glaube, es gibt 1500 offizielle Verteiler.

Raphael (36:34.026)
und tausende inoffizielle Fährteiler wie Fairtrade. Fährteiler steht aber alles bei Foodsharing gelistet und dann kann man aber auch sagen, ich möchte jetzt neuen Supermarkt onboarden, möchte ich betriebsverantwortlicher werden oder ich nur Foodsaver werden oder möchte mich sogar engagieren, die ganze Organisation mit 450.000 Menschen, die jetzt mittlerweile auch dabei sind, auch zu unterstützen, weil das braucht natürlich auch sehr viele Menschen in der Liebe reinstecken und nicht nur abholen und verteilen.

Ja toll, dieser Community Aspekt, einfach sich mit anderen zusammentun und fair teilen. das bringt Menschen zusammen. Ja, dann kommen wir zum dritten Punkt und das bringt uns auch wieder zum Anfang zurück, dass eben über die Hälfte der Lebensmittel letztendlich deswegen wegkommen, weil wir sie gekauft haben und dann aber leider nicht auffuttern. Und da sind wir alle gefragt.

Da sind wir alle mehr als gefragt und zwar ist es nicht nur ökologisch sinnvoll zu sagen, ich schmeiß weniger zu Hause weg, weil wenn ich als Familie vierköpfig 200 Euro pro Nase im Schnitt wegschmeiße, sind 800 Euro. Und vielleicht schafft man es nicht komplett, aber kann man sagen, gut, man schmeißt zumindest immer die Hälfte weg, da hat man schon mal 400 Euro eingespart. Neben den ökologischen Treibhausgasen, eingespart werden, weil alles was schon mal gekauft wurde.

wo der sogar noch nach Hause transportiert, vielleicht sogar noch kühl oder tief gekühlt gelagert, dann am Ende in die Tonne zu wandern, ist quasi die maximale Dekadenz auf der ökologischen Fußabdrucksskala, weil wenn es nur beim Landwirt auf dem Feld üblich gelassen wurde, dann ist die ganze Wertschöpfungskette noch nicht gegangen von dem Produkt. Und ja, das kann man ganz einfach machen, indem man mal vielleicht auch so eine Aufbrauchchallenge macht, sich zu Hause vornimmt. Ich nehme jetzt mal meinen Kühlfach vor.

meine Vorratskammer oder auch einfach nur den Kühlschrank, das sieht bei vielen Leuten auch so aus, dass sie gar nicht wissen, was da alles drin ist und systematisch mal rangeht und sagt, das muss gegessen werden, das ist jetzt schon abgelaufen, aber das wird im halben Jahr nicht besser. Und da erstmal sich drum kümmern, wieder mehr Übersicht, so wie wir alle viel zu viele Dinge überhaupt zu Hause haben, haben wir auch meistens zu viel Essen und da noch ein bisschen achtsamer mit umgehen.

Raphael (38:47.902)
Dann einfach auch zu Hause wieder sehen, riechen, schmecken. Ganz einfach das, was da ist, was abgelaufen ist, prüfen. Wenn man zu viel gekocht hat, dann kann man es einfrieren. Man kann auch einfach Nachbarn Bescheid geben und sagen, ich gehe jetzt in den Urlaub. Das wird hier in zwei Wochen einfach nicht mehr gut sein. Wollt ihr es haben? Gibt ein Haus-Chat oder was auch immer. Manche legen es einfach nur unten hin bei den Briefkästen. Aber diese ganz einfachen banalen Sachen haben im Ende große Wirkung.

wenn es halt Millionen Menschen machen.

Ja, das ist für mich auch wieder ein Aufruf. Tut euch zusammen, wenn denn der Kühlschrank zu voll ist. Einfach was leckeres kochen und die lieben Nachbarin, Freundin einladen und zusammen hocken. würde ich… So würden wir es mit dem Irkudor auf jeden Fall machen, wenn wir was über haben.

Ja, das ist schön. Ich glaube auch, dass Einsamkeit ist gerade nicht nur in USA, sondern auch Europa eins der größten Volkskrankheiten. Und dass wir natürlich durch unseren massiven Wohlstand, den wir einfach erreicht haben, ökonomisch auch sehr alleine sind. Und die Leute sterben uns weg und wir brauchen niemand mehr, weil wir können uns alles liefern lassen. Wir haben so Handy oder ein Laptop, kann uns den ganzen Tag bespaßen. Aber unsere Seele

Die schreit natürlich nach, eigentlich brauche ich mal eine Umarmung. Eigentlich möchte ich mal mit Menschen lachen, eigentlich möchte ich mal mit Menschen essen und da einfach sich vielleicht auch über den Schatten springen, wenn man die Leute nicht kennt in seinem Haus, vielleicht das mal als Anlass zu nehmen und zu sagen, hey, ich lade jetzt mal ein. Und wenn nur einer von zehn kommt, cool, dann kann es mit dem mal quatschen und vielleicht ergibt sich sogar eine Freundschaft und man kann sich ab und zu mal, weil ich glaube, viele Menschen heute, die sind auch einsam, weil sie sich selber auch so

Raphael (40:32.966)
schämen dann diesen ersten Schritt zu machen auf die anderen zu. Was denken die jetzt von mir, wenn ich die nachher… Ich lade die einen zum Essen. Sag willst du was von dem? Nee, ich will einfach nur menschlich sein. Und da, wenn man den ersten Schritt geht, dann fällt es den anderen auch wieder einfacher zu sagen, hey cool, jetzt frage ich auch mal, weil ich Hilfe brauche. Und ich glaube, dass wir da einfach immer den ersten Schritt machen können, den anderen Menschen es einfacher zu machen, auch auf ihr Herz zu hören und menschlicher miteinander im Umgang zu sein.

Ja, Mensch, und jetzt kommen wir noch zu dem vierten großartigen Tipp, der tatsächlich zwar über diese Online-Welt funktioniert, aber der nun wirklich auch der Letzten und dem Letzten den Zugang zu geretteten Lebensmitteln verschafft. Zum Beispiel mir in der Pampa, ja, Ökodorf Siebelin. Ich habe nämlich bei dir bestellt, Raphael, bei Surplus, bei eurem Online-Handel im Dezember und war…

sehr positiv überrascht. Vielleicht stellst du die Idee mal vor und dann kann ich erzählen, wie das auf mich gewirkt hat.

Danke erstmal fürs Mitretten. schön, genau nachdem ich 5 Jahre im Geldstreik geblieben habe und 2 Kinder bekommen habe, war sehr dogmatisch unterwegs, war dann so, was kann ich jetzt tun, um dieses große Ziel von der Welt, in der alle Menschen genügend zu essen haben, noch näher zu kommen und noch mehr Menschen einzuladen, das wirklich in den Mainstream zu bringen. Dann habe ich 2017 Surplus gegründet mit dem Ziel eben

allen Menschen es noch einfacher zu machen. hatten dann ein Laden, eröffneten einen zweiten, am Ende waren es sieben, die mussten wir alle wieder schließen durch Corona. Die Leute haben sich gerade durch diese Corona Restriktionen und auch viele Sorgen, Ängste nicht mehr zu Unverpackt-Läden bewegt, nicht mehr zu Tee-Läden bewegt, nicht mehr zu Surpluss, also alles wo es nicht alles gab. Also die Vollsortimenten haben gewonnen, aber alles so Special-Läden.

Raphael (42:28.046)
sind eingegangen oder haben zumindest dicke Einbußen gehabt. Und weil wir nicht profitabel waren, teilweise 400.000 Euro verbrannt im Monat, das war eine sehr harte Zeit. hatten teilweise 130 Mitarbeitende, musste ich dann sehr viele Menschen entlassen, sind nur noch auf online gegangen und haben dann aber letztendlich durch die Post-Corona-Zeit auch noch letztendlich Insolvenz anmelden müssen. Also es war ziemlich rough und war für mich auch persönlich, auch für die Familie und fürs Team.

Sieben sehr bewegte Jahre, aber ich habe dann zwei 24 nach der Inservenz Surplus retten dürfen, weil es niemand retten wollte aus der Inservenz. Das gibt es zumindest in Deutschland auch. Nicht nur Kartoffeln kann man retten und wie bei uns jetzt im Shop fast 400 andere Produkte kann man auch Firmen retten. Das ist eine coole Möglichkeit, um das, man irgendwann oder irgendwer aufgebaut hat, noch mal eine zweite Chance zu geben, wie eben bei den Lebensmitteln.

Und so haben wir dann Social Media, aber auch Marketing, die Domain, den Shop retten können. 150.000 Kundinnen leider nicht. Das mussten absolut ohne Kunden und Kundinnen sind es vor allem bei uns 70, 80 Prozent sind Frauen, wieder von vorne anfangen. Aber haben es diesmal anders gemacht. Kein Obst und Gemüse, keine bezahlte Werbung und wirklich nur

oder fast nur Barter deals, heißt auch Leistungstausch. Wir zahlen nicht mehr für die Produkte, machen keine Werbung mehr bei Google oder Meta, sondern wirklich so die Firmen haben Überschüsse und sagen, hey, ich habe ein Problem, die loszuwerden. Wollt ihr sie noch haben? Wir machen Werbung für die Firmen und die Produkte. Die Firmen sparen sich Entsorgungskosten. Wir spenden zwei Schulmahlzeiten pro Bestellung, haben jetzt schon über eine Million Mahlzeiten ermöglicht für Menschen in Not.

Also nicht nur in Afrika, sondern auch in der Ukraine. wir haben jetzt wieder so sieben Menschen. Das Team ist ganz leicht wieder gewachsen und sind jetzt auf einem guten Weg, wirklich ein wirtschaftlich nachhaltiges Unternehmen aufzubauen und freuen uns über jeden Menschen, der mitrettet online. Das Ganze funktioniert entweder über eine App, iOS, also Apple oder Android für alle, die da unterwegs sind oder einfach

Simone (44:50.246)
Ich hab’s einfach über einen Internetshop bestellt. Mir kommt das entgegen. Ihr habt ein Sortiment von haltbaren Produkten. Da gibt es Dinge, die wir Ökodorf nicht selber herstellen, sozusagen. Und ich find eben sehr für mich sehr ansprechend, dass es ein sehr großes Bio-Sortiment gibt, ein sehr großes Vegansortiment. Und dass man das super filtern kann. Und dann funktioniert’s eigentlich so wie wirklich so eine normale Shopping-Platt.

Du guckst halt, was es da gibt, kannst da eingeben. ich hatte dann … Also, hab wirklich das Gefühl gehabt, ich hab das riesenlos gezogen. Ich hab da ein Kilo Bio-Mango getrocknet kaufen können vor Weihnachten. Das waren meine Weihnachtsgeschenke. Ich hab die dann so in kleine Tütchen reingefüllt und weitergegeben und den Leuten auch gesagt, ihr habt jetzt auch hier mit Mango gerettet, die halt nicht mehr am Markt verkauft werden konnten. Und da war geschmacklich nichts mit.

Ja, hat mir Freude gemacht und war… Also ich war etwas überrascht, Raphael. Ich wurde dann sozusagen noch weiter beschenkt im Einkaufsbestellvorgang. Wurde mir dann noch angeboten, ja, kann mir dann… Habe ich mir noch eine vegane Bio-Rimmolade. Die hätte ich einfach so jetzt nicht, sag ich mal, gekauft. Aber dann dachte ich, naja, gut. Möchtest jetzt noch dazu nehmen? Ja, dann… Gut, dann probiere ich die mal. Und ja, war auch richtig…

für Geschenke.

Simone (46:18.91)
Ich fand es sehr angenehm und ein schönes Gefühl von Win-Win. Du kaufst etwas und du weißt, dass du im Grunde hilfst, Problem zu lösen. Ich kaufe auch einfach gerne bei guten Firmen. Dafür halte ich dich und deinem Team.

Ja, vielen, vielen Dank. Ist voll schön. Ich glaube, wir sollten uns alle mehr unterstützen. Und wenn ich Freund, Freundin habe, tollen Content auf Social Media macht, einfach wenigstens mal liken, einen Kommentar drunter schreiben. Das hilft dem Algorithmus. Wenn ich Freundinnen habe, die irgendwie mit einem kleinen Business starten, einfach mal da bestellen, einfach mal dieses, auch da solidarisch miteinander sein und zu sagen, hey, das ist super hart und ich habe jetzt acht Jahre lang gekämpft und

Der Insolvenz, war wirklich auch eine krass schwierige Zeit und einfach letztendlich, habe so viele Freunde und Freundinnen, feiern Zwerblers, aber die noch nie bestellt. das ist wie Ökostrom, wie Ökobankkonto und all diese ganz kleinen Dinge, lassen uns einfach noch mehr füreinander da sein und die Lösung, die es schon heute gibt für eine bessere Welt.

einfach umsetzen, integrieren. Und da gehört so eine kleine Surplus-Bestellung. Nicht nur, Surplus zu unterstützen und Mahlzeiten zu ermöglichen und etwas gegen die Verschwendung und für die Wertschätzung von Lebensmitteln zu tun. Vielleicht neue Brands entdecken, neue Produkte auch mal. Sondern einfach auch zu sagen, ja, meine, letztendlich esse ich halt auch nicht nur Obst und Gemüse und ich brauche vielleicht auch mal ein paar andere Sachen oder ich gönne mir mal eine Schokolade. Warum dann nicht gerettet? Weil wir immer noch so viele Millionen Tonnen wegschmeißen jährlich, das wird da, glaube ich,

alle zumindest einen Teil von unserem Waren, die wir zu Hause konsumieren, auch gerettet konsumieren. Ob das dann von Food Sharing ist oder Surplus, ist ja egal. Containern geht natürlich auch. Aber ja, vielen Dank, dass du da Teil der Lösung bist. Voll schön.

Simone (48:16.998)
Ja, große Empfehlung von mir. werden es verlinken auch im Podcast. ihr dann direkt draufgehen und probiert das einfach mal aus. Das ist eine super Chance. Danke dir, Raphael.

Es gibt noch 20 Prozent Rabatt für die Leute, sieben Linden nutzen.

sieh mal als Teil.

7 ausgeschrieben, linden zusammengeschrieben und dann gibt es einfach 20 % Rabatt auf eure Bestellung bei Saabler.

Wow, krass, das wusste ich gar nicht vorher. Hast du jetzt hier voll reingehauen. Cool, ja dann danke ich mal im Namen von allen, die auch jetzt zuhören und jetzt mal ausprobieren können mit dem Rabatt und ja, danke für das Gespräch und vor allem Raphael, danke für deine nicht nachlassende, ja, Strahlkraft. Ich würde sagen, du hast dein Thema gefunden, hast deinen Platz gefunden in der großen Welt von Change Makers, die einfach

Simone (49:11.048)
die wir brauchen gerade, wir die Kurve kriegen.

so was. Danke dir auch und ganz lieben Linden. Bitte herzlichen Grüße an alle an die tolle Community.

Das nehme ich mit. Danke dir.

Simone (49:28.962)
Das war sie, die neue Folge des Ökodorf Podcasts aus Sieben Linden. Besuche uns auf www.siebenlinden.org oder direkt im schönen Ökodorf. In unseren Seminaren lernst du die Welt von morgen nachhaltig und gemeinsam zu gestalten. Der Ökodorf Podcast aus Sieben Linden ist eine Produktion vom Freundeskreis Ökodorf e.V.

Weiterführende Links:

(Fast) alles über Raphael Fellmer: raphaelfellmer.de

SIRPLUS – Gerettete Lebensmittel kaufen

Wir haben es satt – die alljährliche Demo für die Agrarwende in Berlin wahrend der grünen Woche.

Politische Strategien der Regierung: Reduzierung um 30% bis 2025 (im Vergleich zu 2017) auf umweltbundesamt.de

Kampagne „Zu gut für die Tonne“: zugutfuerdietonne.de

Bildungsmaterialien von SIRPLUS

Filmtipp. Neue Doku über globale Lebensmittelverschwendung. „Taste the waste


Autorin: Simone Britsch
Mail: podcast@siebenlinden.org
Interviewpartner: Raphael Fellmer
Veröffentlicht unter der Creative Commons (CC BY 4.0)
Copyright Freundeskreis Ökodorf e.V., 29.01.2026

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Datum Titel Dauer
29.01.26 Folge 143: Lebensmittel retten: 4 Tipps von Raphael Fellmer 49:55
15.01.26 Folge 142: Wie funktioniert Basisdemokratie? Gremienwahl 2026 in Sieben Linden 27:01
01.01.26 Folge 141: 2026 – Durchatmen und Dranbleiben: Aktivismus und Achtsamkeit. 35:56
18.12.25 Folge 140: Zwischen den Jahren – Deine Wurzeln entdecken 27:27
11.12.25 Folge 139: Männlichkeit im Wandel – Zwischen Funktionieren und Fühlen 31:29
27.11.25 Folge 138: Permakultur-Design: So planst du dein Ökosystem 38:24
08.11.25 Folge137: Vom Olivenhain ins Ökodorf – Aiolos-Olivenöl, ein gemeinwohlorientiertes Projekt 34:30

Alle Episoden unseres Podcasts findest du HIER.