Inneren Frieden kreieren, leben und weitergeben
Innerer Frieden oder innerer Unfrieden sind eine Frage unseres Nervensystems. Wir kreieren uns die Wahrnehmung unserer inneren und äußeren Welt immer so, wie es unser Nervensystem seit frühster Kindheit kennt. Leben wir in einer feindlichen Umgebung? Fühlen wir uns unsicher oder ohnmächtig? Hier haben sich Muster manifestiert, die wir heute zum Glück auflösen können und müssen, wenn wir Frieden kreieren, leben und weitergeben möchten. Birgit Schulz und Ulrike Schimmel teilen Wissen und persönliche Erfahrungen.
Alte Muster werden laufend re-inszeniert
Wenn wir in einer schwierigen Übergangsphase stecken, wenn das Leben uns vor Herausforderungen stellt oder einfach, wenn wir Nachrichten der Welt hören, immer sind in unserem Nervensystem alte Muster am Werk. Hier wird entschieden, ob wir uns sicher fühlen, uns als handlungsfähig ansehen, die an uns gestellten Aufgaben zu meistern, oder ob wir uns ohnmächtig fühlen. Unser Nervensystem beginnt sich bereits in der dritten Schwangerschaftswoche zu bilden und speichert alle Gefühle, alle Bedrohungs-Ängste, auch alle Ängste vor dem Verlassenwerden. Wenn wir später im Leben beispielsweise Angst vor dem Verlassenwerden haben oder real verlassen werden, hängt das mit den Automatismen unseres Nervensystems zusammen: Alles, was das Nervensystem aus frühster Kindheit kennt, INSZENIERT es immer wieder im äußeren Leben. Die Ursache liegt nicht in einer anderen Person, es passiert UNS immer wieder. Kaum jemand hatte eine perfekt schöne frühste Kindheit, in der er/sie immer gehört und gesehen wurde und alle Bedürfnisse stets erfüllt bekam. Insofern hat jede/r von uns mehr oder weniger gelernt, die Umgebung bzw. das Gegenüber als Bedrohung zu sehen. Dieses Bedrohungs-Szenario wird oft in der Paarbeziehung immer und immer wieder ausagiert. HEUTE sind wir jedoch alle ERWACHSEN, und der Partner, die Partnerin stellt keine reale Bedrohung dar, denn wir sind nicht so von ihm abhängig, wie ein Kind von der Mutter abhängig ist. Wie können wir diesen Automatismus durchbrechen?
Transgenerationales Erbe auflösen
Seit einigen Jahren gibt es in Deutschland ein wachsendes Bewusstsein für die transgenerationale Weitergabe von Traumata, insbesondere durch das Forschungsfeld der Epigenetik. So ist inzwischen erwiesen, dass unser Nervensystem sogar den Stress aus einem Überlebenskampf unserer Eltern gespeichert hat und im Überlebensmodus agiert, selbst wenn wir in unserem Leben gar keine reale Lebensbedrohung erlebt haben. Hier muss nicht geklärt werden, ob bei uns ein „echtes“ Trauma vorliegt oder nicht. Das transgenerationale Erbe gilt für alle Arten von Ängsten, die unsere Eltern erfahren haben. Viele von uns gehören einer Generation an, deren Eltern oder Großeltern den Zweiten Weltkrieg erlebt haben, oft in der sensiblen Phase der frühsten Kindheit. Es wundert nicht, dass Szenarien der Bedrohung und Todesängste bei diesen Kindern, den sogenannten Kriegskindern, unverarbeitet geblieben sind. Wer als Kind von bedrohlichen Emotionen überschwemmt wurde, ohne die Chance, in einer liebevollen sicheren Umgebung von einer engen Bezugsperson gehalten zu werden, kann oft auch später keinen sicheren Rahmen und emotionalen Halt für die eigenen Kinder herstellen. So haben viele Menschen ihre Eltern oder Großeltern als emotional nicht erreichbar oder gar gefühlskalt erlebt.
Frieden für die nachfolgende Generation
Wir sind die Generation, die fähig ist, den transgenerationalen Automatismus aufzulösen. Und – ja – wir müssen es tun, damit die nach uns kommende Generation inneren Frieden erfahren kann. Allein mit unserem Willen können wir die limbische Prägung jedoch nicht verändern. Das limbische System ist der Teil des Gehirns, das für unsere Emotionen und Entscheidungen zuständig ist. Entwicklungsgeschichtlich ist es jünger als unser Stammhirn aber älter als der Neocortex. Es ist zentral wichtig für alle Säugetiere, die in Gemeinschaft leben (Horde, Herde, Rudel oder Sippe) und von dem Miteinander in der Gemeinschaft abhängig sind. Im limbischen System werden Emotionen kreiert und der Kontakt zu unserer „Sippe“ hergestellt: Hier wird BINDUNG GELEBT. Wer hier Frieden schaffen will, braucht positiv erlebte emotionale Bindungen in einem sicheren Rahmen.
Neu-Codierung des Limbischen Systems
Vor 3 ½ Jahren hat sich bei mir durch ein „Birth into Being“-Seminar alles verändert. Ich hatte vorher viele Ahnenthemen psychologisch bearbeitet, jedoch spürte ich, es fehlt noch eine Auflösung auf der körperlichen Ebene. Bei der „Birth into Being“-Methode wird in einer liebevollen Gruppe ein Feld des Vertrauens und der Sicherheit erzeugt, das als „birthing field“ bezeichnet wird. Hier kann viel geschehen. In diesem Feld kann sich jede Person völlig ihrem aktuellen Prozess hingeben. Oft ist die Ursache aktueller Konflikte, dass unsere Hirnareale nicht ausbalanciert sind: Dann übernimmt z.B. der Neocortex die Kontrolle, obwohl das Limbische System – unser Gefühlsareal – der weisere Teil unseres Gehirns ist, der die besseren Entscheidungen für uns treffen kann. Erst, wenn die Areale unseres Gehirns ausbalanciert sind, kann jeder Teil seine wichtige Aufgabe übernehmen und es entsteht innerer Frieden. Jede Person, die einen „Birth into Being“-Prozess durchlebt, wird mit allem, was sich zeigt, liebevoll gesehen, gehört und gehalten. Alle aufkommenden Gefühle sind dabei willkommen und können in Ruhe durchlebt werden, liebevoll von den „Birth into Being“-Seminarleiterinnen begleitet. Am Ende des Prozesses stellt sich ein innerer Frieden ein, der nun in einer körperlichen Integration mit sanfter Berührung als NEUE Wahrheit im Körper verankert wird: die aktuelle Umgebung ist NICHT BEDROHLICH sondern SICHER. Es gibt danach kein Zurück mehr zu den alten Ängsten, denn sie wurden tatsächlich DURCHLEBT, wie bei einem Schmetterling, der seinen Kokon verlässt.
„Birth into Being“ hat Frieden in mein Leben gebracht
Ein Erfahrungsbericht von Ulrike Schimmel: „Ich hatte ein schweres Geburtstrauma. Das Gefühl, allein gelassen zu werden, zog sich jahrzehntelang durch mein Leben, obwohl das reale Erlebnis als Säugling lange zurücklag. Trotz aller Bewusstwerdung und nachdem ich bereits viel daran gearbeitet hatte, kam bei jeder Gelegenheit wieder das alte Gefühl des allein gelassen Werdens hervor. Die „Birth into Being“-Methode war für mich der Schlüssel zur Veränderung. Heute wird dieses Gefühl nur noch ganz selten ausgelöst, und wenn, kann ich schnell wieder in die Verbundenheit zurückfinden. “
Vom 29. April – 3. Mai gibt es in Sieben Linden die Möglichkeit, dies zu erleben: Was, wenn dich nichts mehr zurückhält?
Weitere vertiefende Informationen zu dieser Methode – in englischer Sprache – gibt es hier: Birthintobeing
„Birth into Being“ hat alles für mich verändert, Ängste haben sich aufgelöst, und mit jedem Seminar, das ich leite, wachse ich weiter, bilde ich noch größere Fähigkeiten aus. In uns allen liegt noch so viel Potential, das gelebt werden möchte zum Wohle der Menschheit und der ganzen Welt! Lasst uns gemeinsam uns immer weiter entfalten! Lasst uns gemeinsam Frieden schaffen! Es beginnt mit einer Entscheidung für inneren Frieden. Wir können JETZT beginnen.
Birgit Schulz (und Ulrike Schimmel aus Sieben Linden als Co-Autorin)